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Landtag, 26. Sitzung vom 28.06.2018, Wörtliches Protokoll  -  Seite 45 von 84

 

ganz klare Regelungen. Aber wie wir auch dem Bericht entnehmen können, ist es leider auf Grund von Personalmangel in den Stationen nicht möglich, dem nachzukommen. Die sind unterbesetzt und dann entstehen halt leider schlimme Fehler. Da bin ich gespannt, was da noch rauskommt.

 

Hoffentlich wird man gerade bei den Sicherheitsbestimmungen ein großes Augenmerk darauf legen, jetzt nicht nur, weil Kinder und Jugendliche untergebracht sind, sondern generell, weil sich auch hier die Frage stellt, das hat mein Kollege gestern in seiner Anfrage auch schon gefragt, ob hier wirklich Akutpsychiatrie geplant ist oder eben wirklich nur eine normale psychiatrische Station. Das ist, glaube ich, bei dem Fall auch noch offen und zu klären. Da gehört, glaube ich, noch einmal differenziert. Das ist jetzt in dem Bericht auch nicht ganz so hervorgegangen. Das würde ich mir vielleicht auch noch wünschen, dass man das mehr aufgreift.

 

Wie schon alle meine Vorredner gesagt haben, sollte natürlich der Schwerpunkt im außerstationären Bereich liegen. Warum? Weil eben die ambulante Behandlung deutlich weniger Freiheitseinschränkungen mit sich bringt. Das ist natürlich viel angenehmer, auch für die Angehörigen, für die Bekannten, Verwandten, vor allem als junger Mensch ist man sehr froh darüber. Außer natürlich, wenn eine suizidale Neigung besteht, dann nicht. Aber das ist, glaube ich, logisch.

 

Wie wir alle wissen, ist es ein weiteres Problem, dass die Kinderärzte fehlen. Ich glaube, hier, das ist ja auch schon in Verhandlung, sind es die Rahmenbedingungen, die wir eindeutig verbessern müssen. Sehr viele Ärzte sind unzufrieden, die Turnusärzte mit ihrer Berufsauswahl, überhaupt mit der jetzigen Situation, oder wandern überhaupt ab. Ich glaube, hier sollten wir uns auf jeden Fall bemühen, dass wir vor allem mit den Kinderärzten die Rahmenbedingungen diskutieren. Vor allem führt das in der Pädiatrie eindeutig zu einer Zweiklassenmedizin, im Gesundheitswesen, glaube ich, überhaupt zum Ärztemangel.

 

Jetzt noch zu der Studie bezüglich der Häufigkeit des Auftretens psychischer Auffälligkeiten. Sie zeigt leider eindeutig einen Anstieg, hier eben bei emotionalen Defiziten, Verhaltensprobleme, Essstörungen, Angstzustände, Angststörungen, und so weiter. Die Studie ist interessant, aber was ich mir auch noch gewunschen hätte, ist, dass man mehr darauf eingeht, warum die entstehen und was sind die Gründe. Ich glaube, dass die sozialen Medien heutzutage eine große Rolle spielen. Und dass man hier vielleicht schon in den Schulen ansetzt, ein Bewusstsein für den eigenen Körper schafft und hier schon präventiv agiert. (Beifall bei der FPÖ.)

 

Ein weiteres Beispiel, warum wir der Meinung sind, dass in Wien das Gesundheitssystem an die Wand gefahren wurde, sehen wir auch bei den Kapazitätsengpässen auf Grund des starken Anstiegs der Geburten, das wird auch im Bericht genannt, auch auf Grund des Zuzugs. Hier wurde uns im Ausschuss oft gesagt, dass man zwar nicht in seinem Wunschspital gebären kann, aber ein Platz sicher ist. Dem Bericht kann ich aber entnehmen, dass das anscheinend nicht der Fall ist, und den würde ich gerne zitieren: „Die Frauen berichteten, dass sie trotz früher Anmeldung zur Geburt von allen Abteilungen abgelehnt wurden. Keine der Abteilungen konnte den Schwangeren freie Geburtshilfekapazitäten in einem anderen Fondsspital nennen.“ Ich glaube, hier muss man vor allem die Organisation der Geburtsanmeldung so rasch und so schnell wie möglich verbessern, vor allem in einer Situation, wenn man schwanger ist, dass man nervenaufreibende Situationen vermeidet.

 

Es wären noch einige Punkte, Gangbetten, lange Wartezeiten, und so weiter, zum Aufgreifen. Genau hier ist eben der Punkt, warum wir dem Bericht leider nicht zustimmen können. Wir würden uns halt hier mehr Auftreten von der Patientenanwältin wünschen, mehr Öffentlichkeit. Wir haben das Gefühl, wir vermissen hier eben die Präsenz zu wichtigen Themen in der Öffentlichkeit. Und dass Sie es hier ein bissel vermeiden, dass Sie bei der Stadtregierung anecken. Dem können wir leider nicht zustimmen. (Beifall bei der FPÖ.)

 

Präsident Ernst Woller: Danke. Als Nächste zu Wort gemeldet ist Frau Abg. Dr. Claudia Laschan. Ich erteile dir das Wort.

 

13.44.08

Abg. Dr. Claudia Laschan (SPÖ)|: Sehr geehrte Damen und Herren!

 

Gleich dazu zum Letzten, zu den Geburten. Da kann man daraus vielleicht Folgendes lernen, nämlich dass man, bevor man was zusperrt, sich überlegt, ob das gescheit ist. Ich möchte gerne auch auf die Unterversorgung von Schmerzpatienten und - patientinnen eingehen. Das ist natürlich eine umfassende Thematik, Sie haben es auch gesagt. Vernetzung ist notwendig, niedergelassener Bereich ist notwendig. Hier ist zu überlegen, wie man das gut gestaltet. Ich glaube auch, es ist auch wichtig, darauf zu achten, dass sich in der Ausbildung einiges ändert. Es hat sich ein bissel was geändert. Wenn wir vor einigen Jahren über Schmerzen gesprochen haben, haben alle gesagt: Keine Morphine! Hilfe! Verboten! Da sind Patienten und Patientinnen mit schwersten Erkrankungen, die nur mehr einige Wochen zu leben gehabt haben, an ihrem Lebensende in Schmerzen gelegen, weil man gesagt hat, das macht vielleicht süchtig. Das ist vorbei, Gott sei Dank, diese Einstellung gibt es nur mehr ganz selten. Da hat sich etwas weiterentwickelt. Aber ich glaube auch, dass in der Ausbildung die Schmerzbehandlung, die Vielfältigkeit der Schmerzbehandlung, die vielen Ansätze, die es da gibt, zu kurz kommt. Das möchte ich noch als zusätzlichen Aspekt einbringen. Ich bin nicht der Meinung, es wird niemand das Ganze nicht ernst nehmen, sondern es ist ein ernstes Thema. Ich nehme es sehr ernst und meine Fraktion jedenfalls auch.

 

Ich möchte aber bei der Schmerzpatientenunterversorgung schon auch auf ein Problem hinweisen, das ich sehe, und das betrifft einen privaten Träger, das Orthopädische Krankenhaus, das sehr gut ist, und ich habe das auch vor einem Jahr bei der gleichen Debatte angemerkt, aber wo es Wartezeiten gibt, auch für Patientinnen und Patienten, die akut eine Hüfte brauchen, außer es wird eine Zuzahlung geleistet. Da wird auch

 

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