Ihre aktuelle Position:
  1. wien.at
  2. Video

Mitschrift

Das ist der kleine Leon beim Spielen. So unbeschwert war das allerdings nicht immer, denn Leon ist ein Krisenpflegekind. Wenn Kinder schnell aus einer Notlage befreit werden müssen, tritt die Stadt Wien auf den Plan und sucht rasch eine Krisenpflegefamilie. Kathrin Raab ist so eine Krisenpflegemutter.

OT Kathrin Raab, Krisenpflegemutter
Als unser Pflegesohn zu uns gezogen ist, der wurde schwer vernachlässigt und misshandelt von seinen leiblichen Eltern, da haben wir gesagt, das steckt irgendwie in uns, warum machen wir nicht Krisenpflege. Ich glaube ein bisschen verrückt muss man auch sein, weil wenn der Anruf kommt, geht’s eigentlich ganz schnell und ich erfahre dann relativ wenig, wie alt das Kind ist. Ungefähr ein paar Eckpunkte von der Geschichte.

So ein Anrufe kommt vom Amt für Jugend und Familie der MAGelf. Dorina Csenar ist Sozialarbeiterin und unter anderem zuständig für die Vermittlung von hilfsbedürftigen Kindern an Krisenpflegefamilien.

OT Dorina Csenar, Sozialarbeiterin MAGelf
Da fangen wir dann an zu schauen, welche Familie hat Zeit, hat Kapazitiäten. Welche Familie passt gut zu diesem Kind. Dann rufen wir an und sagen: „ Können sie ein Kind übernehmen? Das kommt in der nächsten Stunde!“

Auch Pflegeeltern nehmen Kinder in Not auf. Krisenpflegeeltern stehen allerdings an vorderster Front und sind die erste Anlaufstelle.

OT  Csenar
Krisenpflege ist immer eine Betreuung von Kindern auf Zeit. D.h. wenn Kinder durch eine Krise in ihrer Herkunftsfamilie gefährdet sind, dann muss dort schnell gehandelt werden und dann müssen sie für eine gewisse Zeit in einer anderen Familie untergebracht werden. In der Krisenpflege bleiben sie nicht, sie gehen wieder. Entweder gehen sie zurück zur Herkunftsfamilie, oder sie gehen in eine Pflegefamilie weiter.

Wer sich vorstellen kann ein Krisenpflegekind aufzunehmen muss einige praktische Voraussetzungen erfüllen.

OT  Csenar
Sicher braucht man einmal einen Platz. Die Wohnung muss groß genug sein, dass man noch ein weiteres Familienmitglied für einige Wochen, Monate aufnehmen kann. Da sollte man schon eine Grundausstattung haben.

OT Raab
Der Keller und der Abstellraum wurde meins. Das ist Gewand von 0 bis 3. Es ist auch eine Babyschale fürs Auto, ein Kindersitz für größere Kinder. Es sind Spielsachen, es ist Kindersicherung für größere Kinder. Bei Babys braucht man das natürlich nicht so. Ein Gitterbett ist immer bei uns zu Hause.

Kathrin Raabs Familie ist eine von rund 40 Krisenpflegefamilien in Wien, der Bedarf ist allerdings nie gedeckt.

OT Csenar
Der 1. Schritt, man meldet sich hier bei uns im Referat für Adoptiv- und Pflegekinder, da kann man anrufen.
Wir haben auch immer wieder Infoveranstaltungen, so Informationsabende für interessierte Krisenpflegeeltern, aber auch Pflegeeltern. Das kann man bei uns auf der Website einsehen, wann da die Termine sind.

Neue Krisenpflegeeltern werden immer gebraucht. Für Kathrin Raab ist diese Aufgabe mehr Berufung als Beruf.

OT  Raab
Meine leibliche Tochter ist als Frühchen auf die Welt gekommen. Die hat uns einige Herausforderungen gebracht. Und wir haben eigentlich durch unsere beiden Kinder gelernt, dass man ein Kind nimmt, wie es ist. Wir hatten ein Kind, es ist mit 2 Jahren gekommen und wusste gar nicht was Spielen ist und was ein Spielplatz ist. Nach einer gewissen Zeit hat es täglich Fortschritte gemacht und wie wir es jetzt nach 4 Monaten abgegeben haben, war das ein selbstbewusstes, liebes Mädchen, was herumgehüpft ist, was mit allen gespielt hat, was mal auch laut war. Das ist so irgendwie das Dankeschön für die ganze Arbeit.

Krisenpflegefamilien in Wien

Wenn Kinder schnell aus einer Notlage befreit werden müssen, tritt das Amt für Jugend und Familie auf den Plan und sucht rasch eine Krisenpflegefamilie.

Länge: 4 Min. 06 Sek.
Produktionsdatum: 2021
Copyright: Popup TV und Film Produktion GmbH

Aktuelle Videos

Vorteile von Sonnenstrom-Dachgärten

Vorteile von Sonnenstrom-Dachgärten

Die Kombination von blühenden Dachgärten und PV-Flächen zur Erzeugung von Sonnenstrom bringt viele Vorteile: Sie verbessert das Mikroklima, erzeugt erneuerbare Energie, und gleichzeitig entsteht ein Lebens- und Erholungsraum für Mensch und Natur. Dadurch kann die vorhandene Fläche mehrfach genutzt werden. Die BOKU Wien hat auf ihren Gebäuden zwei Dachterrassen mit PV-Pergola realisiert. Hubert Hasenauer, Rektor der BOKU spricht über die Vorteile.
Länge: 1 Min. 34 Sek. | © Stadt Wien Energieplanung

wien.at TV Kanäle