wien.at-TV - Sendung vom 18. April 2014

Produktionsdatum:

2014


Erstausstrahlung:

18.04.2014


Copyright:

Stadt Wien


Folgende Themen erwarten Sie in dieser Sendung: Maßnahmen zur Stärkung des Industriestandorts Wien, Arbeitsplatz Flughafen-Tower, Initiative EUNIC als Vereinigung europäischer Kulturinstitute und eine Ausstellung zur WIG 64 im Wien Museum.

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Larissa Putz, wien.at-TV: "Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von wien.at-TV, das Magazin der Stadt Wien. Schön, dass Sie wieder mit dabei sind und das sind die Themen:"

stadtUNbekannt: Vienna International Airport Tower ganz groß
Ein neuer Teil unserer EU Serie - Alles zu Literatur und Kaffee
WIG 64 - Das Wien Museum erinnert an den größten Garten
Und jetzt: Das Neueste aus der Stadt

Industriestandort Wien

Jeder vierte Euro, der in Österreich erwirtschaftet wird, wird in Wien erwirtschaftet - sagt eine neue Studie und unterstreicht Bedeutung und positive Wertschöpfungsentwicklung der Wiener Industrie.

Ein Abkommen, unterzeichnet von der Industriellenvereinigung und der Stadt Wien, soll den Industriestandort Wien weiter stärken.

Wolfgang Hesoun, Siemens-Generaldirektor: "Wir haben uns als Hauptschwerpunkt in der IV Wien den Titel 'Unternehmensstandort Wien' gesetzt. Das heißt, wir wollen darauf hinweisen, wie wichtig die Industrie für den Wirtschaftsstandort Wien ist und wie wesentlich es ist, die Rahmenbedingungen zu sehen, damit wir Wien als Produktionsstandort erhalten können."

Eine wesentliche Basis für das Abkommen ist ein gemeinsamer Arbeitsgruppenprozess zwischen Stadt und Industrie. Hier kommen Herausforderungen und Maßnahmen für die Industrie in der Stadt der Zukunft zur Diskussion. Das Abkommen selbst gliedert sich in fünf Kapitel: Unternehmensstandort Wien, Bildung, Gesellschaftliches Miteinander, Innovation, Forschung und Entwicklung sowie Verkehrsinfrastruktur.

Ein wichtiger Punkt im Kampf um jeden zusätzlichen Arbeitsplatz in der Stadt. Besonders in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist es wichtig, auf das Know-how der Wiener Arbeitskräfte und qualitativ hochwertige Produkte zu setzen, um den Wirtschafts- und Industriestandort Wien zu stärken.

Arbeitsplatz Flughafen-Tower

Larissa Putz, wien.at-TV: "Er ist 109 Meter hoch und damit einer der höchsten seiner Sorte: Der Kontrollturm am Flughafen Wien-Schwechat ist in Europa unschlagbar. Was die Fluglotsen der Firma Austro Control täglich erwartet außer schwindelerregender Höhe? Wir haben für Sie vor Ort vorbei geschaut."

Am Flughafen Wien-Schwechat steht der höchste Kontrollturm Europas. Mit einer Höhe von 109 Metern ist er aber nicht nur in unserem Kontinent überragend: Es gibt auf der ganzen Welt nur drei höhere Flughafen-Tower. Die FluglotsInnen, die hier oben für die Firma Austro Control arbeiten, müssen nicht nur schwindelfrei sein, sondern auch flexibel.

Brigitte Hirt, Austro Control: "Wir haben verschiedene Beginnzeiten, also die ersten Leute kommen um 6.30 Uhr, der Letzte kommt erst um 15 Uhr. Also das ist ganz gestaffelt über den Tag verteilt, um eben diese Spitzen abzudecken. Und die Dienste haben auch verschiedene Längen, die sind so acht bis zwölf Stunden lang, und nach circa eineinhalb Stunden bekommt man wieder eine 30-minütige Pause. Und die Lotsen können auch auf allen Arbeitsplätzen arbeiten. Also ein Ground-Controller kann genauso auf Tower oder Koordinator arbeiten. Und nach der Pause bekommt man auch meistens wieder einen anderen Arbeitsplatz zugewiesen."

Dieser Aufgabenwechsel ist auch dringend notwendig, denn die FluglotsInnen sollen aus Sicherheitsgründen nicht allzu lange dieselbe Tätigkeit ausüben. Die volle Aufmerksamkeit ist zu jeder Zeit aufrecht zu erhalten.

Brigitte Hirt, Austro Control: "Ja, das Herausforderndste bei dem Job ist die große Verantwortung die man hat, und dieser Verantwortung muss man sich immer bewusst sein und es als Herausforderung sehen hier mitarbeiten zu können, hier einen sicheren und effizienten Ablauf des Flugverkehrs eben sicherzustellen."

Sämtliche Starts und Landungen aller Flugzeuge werden von diesem Ort aus koordiniert. Zu Spitzenzeiten sitzen hier sieben MitarbeiterInnen. Die FluglotsInnen kommunizieren dabei über Funk mit PilotenInnen aus allen Erdteilen und erteilen diesen die notwendigen Anweisungen und Freigaben zur Verkehrssteuerung, ohne die ein Flughafen niemals funktionieren könnte.

Brigitte Hirt, Austro Control: "Für uns das Spannendste sind sicher Dinge die nicht routinemäßig sind, irgendwelche Ausnahmesituationen, Rücklandungen wegen technischen Problemen oder Passagiere, die dringend medizinische Hilfe brauchen, auch Umwelteinflüsse wie plötzliches Gewitter über dem Platz oder ein plötzlicher Windsprung, wenn der Wind plötzlich dreht und man in die andere Richtung anfliegen muss. Also solche Situationen die erfordern halt große Konzentration und Reaktion um schnelle Entscheidungen zu treffen. Und das ist sicher das Herausforderndste an dem Job."

Auch andere wichtige Jobs werden von diesem Tower aus erledigt. Mit dem Luftfahrtinformationsdienst, dem Flugwetterdienst und der Flugplatzkontrollstelle bietet dieses Gebäude mehr als 200 Menschen einen Arbeitsplatz. Es erbringt damit jene Dienstleistungen, die der Flughafen Wien braucht, um sich seinen Platz als international erfolgreiche Drehscheibe zu sichern.

EUNIC - Vereinigung europäischer Kulturinstitute

Larissa Putz, wien.at-TV: "Die Wiener Kaffeehauskultur ist bekannt wie keine andere. Literaten und Künstler kommen zum regen Austausch zusammen und auch für Gäste aus aller Welt ist Platz. Das Wiener Kaffeehaus ist nicht nur durch seine Melange ein Ort der Inspiration und das sieht auch die europäische Initiative EUNIC)) so."

Das Rascheln der Zeitung, anregende Gespräche, der Duft nach Kaffee - das Wiener Kaffeehaus ist ein Ort der Inspiration, vor allem für viele LiteratInnen und KünstlerInnen und für Gäste aus aller Welt. Die europäische Initiative EUNIC verbindet Kaffee und Literatur, Wien und Europa zu einer kulturellen Melange.

Guillaume Rousson, Präsident von EUNIC Wien: "EUNIC ist ein Netzwerk aus 32 Mitgliedern aus 26 EU-Ländern, die sich mit europäischer Kultur beschäftigen. Dadurch wollen wir Verständnis füreinander schaffen."

EUNIC steht für die Vereinigung der europäischen Kulturinstitute sowie Kulturabteilungen europäischer Botschaften. Das Besondere einer Kultur kann niemand besser beurteilen als ein Fremder. Deshalb übernimmt immer ein anderes Land den Vorsitz. Derzeit werfen die Franzosen einen Blick auf die Wiener Kultur.

Guillaume Rousson, Präsident von EUNIC Wien: "In Paris herrscht ein großes Interesse an Kultur und hier ist es genauso. Leiter des französischen Instituts in Wien zu sein, ist ein schwieriger Job, weil es so viele interessante Kulturangebote gibt."

EUNIC widmet eine ganze Woche der Verbindung von Wiener und europäischer Kultur. So lesen etwa bekannte heimische Autoren europäische Literatur in Wiener Kaffeehäusern.
Ausschnitt aus Lesung: "Ein äußerst gefährliches Spiel, geradezu psychodramatisch. Eines Abends - oder eigentlich schon am frühen Morgen - bot ich im Lokal einer Braut, mit der ich öfter getanzt hatte, meine Begleitung nachhause an."

Geschichten aus ganz Europa spielen sich im Kaffeehaus sowieso jeden Tag ab. Auch der Franzose kann der Versuchung des Wiener Kaffeehauses nicht widerstehen.
Guillaume Rousson, Präsident von EUNIC Wien: "Natürlich! Wie ist es möglich, da nein zu sagen? Die Wiener Kaffeehäuser sind eine große Verlockung. Zum Glück ist keines direkt in meiner Nähe, sonst würde ich kaum noch zum Arbeiten kommen."

Die Wiener Kaffeehaus-Tradition, die wir eigentlich den Türken zu verdanken haben. Gerade die Wiener Kultur ist aus der wunderbaren Mischung verschiedener Völker entstanden. Und diese Mischung macht auch die Europäische Union aus.

Guillaume Rousson, Präsident von EUNIC Wien: "Ich denke, unsere eigene Kultur zu fördern, herzuzeigen, ist der beste Weg für ein gegenseitiges Verständnis in Europa."

Die EU und das Netzwerk EUNIC pflegen die Kultur und Tradition ihrer Mitglieder und versuchen durch einen regen Austausch das europäische Gemeinschaftsgefühl zu stärken.

WIG 64 - Ausstellung im Wien Museum

Larissa Putz, wien.at-TV: "Vor 50 Jahren stieg die Wiener Internationale Gartenschau - kurz WIG 64 - wie der Phönix aus der Asche. Die damalige Mülldeponie wich einem riesigen Garten. Mit über zwei Millionen BesucherInnen war die WIG 64 die größte Gartenschau Europas. Was sie alles zu bieten hatte, zeigt das Wien Museum in einer neuen Ausstellung."

50 Jahre ist es bereits her, dass die Mülldeponie am Bruckhaufen und die umliegenden Gebiete zu einem riesigen Garten umfunktioniert wurden. Die WIG 64 ist als größte Gartenschau Europas von über zwei Millionen Menschen besucht worden. Die WIG 64 ist eines der wichtigsten Großereignisse der Nachkriegszeit.
Und: die WIG 64 ist mit der Entwicklung der Stadt eng verbunden.

Der Donaupark ist das Vermächtnis der WIG 64 und hat sich als eine der größten Parkanlagen des 20. Jahrhunderts tief in das Gedächtnis der Stadt eingeprägt.

Das Wien Museum widmet der Wiener Internationalen Gartenausstellung von 1964 nun eine Ausstellung. Die Erkenntnisse der Vorgeschichte, das Großereignis selbst und die Entwicklung des Donauparks bis in die Gegenwart werden in der Ausstellung dokumentiert.

Die WIG 64 ist ein Zeichen für Fortschritt und Modernität. Die WIG 64 war ein Projekt der Stadt, um nach dem Krieg neue Grünräume zu schaffen und Stadtteile aufzuwerten.

Die Fotos und Dokumente in der Ausstellung zeugen von einer Zeit des Übergangs. Das Wirtschaftswachstum seit Mitte der 1950er-Jahre bedeutet höhere Einkommen. Die Senkung der Arbeitszeit auf 45 Stunden pro Woche bringt mehr Freizeit für den Großteil der Menschen. Viele Wienerinnen und Wiener fahren mit ihrem ersten Auto auf die WIG 64 oder probieren ihren ersten Fotoapparat aus.

Die vielen Fotos und Filme aus privatem Besitz zeugen noch heute von der hohen Faszination, die von der Wiener Internationalen Gartenschau 1964 ausging.

Larissa Putz, wien.at-TV: "Und damit sind wir auch schon wieder am Ende der heutigen Sendung. Bis zum nächsten Mal, machen Sie es gut und auf Wiedersehen."