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Mitschrift

Das war einmal ein Friedhof.

Die Toten haben in den Vasen von den Töpfern weitergelebt.

Und ich glaub halt ein bisschen an das.

Da muss ich erst nachdenken.

Der Stephansplatz ist in die Jahre gekommen,
der Belag ist an sehr vielen Stellen kaputt
er wurde auch geflickt mit Asphalt.

Abgesehen davon dass es furchtbar aussieht,
ist es natürlich eine Stolperfalle.

Es handelt sich immerhin um einen Platz
der von Millionen Menschen jährlich genutzt wird,
also wars an der Zeit dass wir alles erneuern
und dass wir alles in neuem Glanz erstrahlen lassen.

Es werden zwei Entwässerungsebenen gemacht
und auf der unteren Ebene,
diese Entwässerung soll sicherstellen
dass die historischen Teile entsprechend geschützt sind,
vor Wasser und vor sonstigen Einflüssen.

Es wird immer gebaut aber das macht mir nichts.

Das ist ja eine Visitenkarte Wiens,
umso schöner der Platz ist umso mehr werden sie sehen, da kommt ein ganzer Touristenstrom.

Das ist eine sehr gute Frage wie würde man den Platz beschreiben wenn man kein Foto hat, man müsste es aufzeichnen, beschreiben könnte ich es natürlich nicht.

Einem New Yorker das beschreiben?

Am besten er kauft sich ein Ticket, kommt her und schaut sich das an ich zeig ihm alles.

Er ist einfach der zentrale Platz in Wien,
und wenn man so will auch der zentrale Platz Österreichs,
mit dem Stephans Dom in der Mitte.

Niedere Häuser – großer Dom.

Ich würde von einem Platz sprechen,
an dem Millionen Menschen jedes Jahr vorbeikommen.

Liebenswert, wunderschön, alt.


Diese Mischung aus alt und neu,
die uns heute in der Zeit der Digitalisierung zeigt nach vorne zu schauen,
ohne die Werte der Vergangenheit zu vergessen,
das ist der Inbegriff vom Stephansplatz für mich.

Etwas interessiert mich noch,
oder hat mich früher interessiert,
und zwar diese beiden sexuellen Symbole vorm Eingang:
auf der einen Seite ist der Penis,
auf der anderen das weibliche Geschlechtsorgan.

Das hatte eigentlich nur zu bedeuten,
dass die Leute die zu spät kommen,
sich erinnern wenn sie da hinschauen,
dass sie diese Dinge jetzt draußen lassen weil sie jetzt in die Kirche gehen
und da hat das nichts verloren.

Meine schönste Erinnerung an den Stephansplatz
ist eigentlich eine Demonstration.

Die Schlusskundgebung von einer Demonstration gegen den Akademikerball
vor vier Jahren
und da hat ein Zeitzeuge gesprochen zur Demomasse quasi
und hat seine Geschichte erzählt,
das war ein sehr berührender Moment, das verbinde ich eigentlich mit dem Stephansplatz.

Ich war als Touristin da und bin gekommen um mir die Stadt anzuschauen,
mit der Überlegung, dass ich vielleicht bleibe und studiere aber sicher war ich mir noch nicht.
 
Ich bin mit dem Zug angekommen,
am Südbahnhof und der erste Weg führte zu Fuß in die City
um uns die Kärtner Straße und den Stephansplatz anzuschauen.

Ich bin in der Nacht über diesen Platz gewandert,
ich kann sagen ein paar Wochen täglich.

Meine jüngste Tochter ist nicht so gut eingeschlafen,
und dann bin ich täglich kurz vor Mitternacht ausgerückt
und habe eine Runde im Bezirk gedreht
und meistens ist sie dann am Stephansplatz eingeschlafen
und dann hab ich geschaut dass ich möglichst schnell nachhause komme
ohne, dass sie wieder aufwacht.

Hier gehe ich oft vorbei, da ist dieser Zahnweh Herrgott,
da gibt es eine Sage dazu:
eine Wiener Sage, in der jemand extreme Zahnschmerzen hatte
und hier hergekommen ist und eine Heilung erfahren hat.

Und ich glaub halt ein bisschen an das,
man kann ja ein bisschen Okkultismus üben in ganz kleinen Dosen.

Da muss ich jetzt nachdenken...

Ich erinnere mich gerne an meine Kindheit,
ich hatte eine sehr arme, aber sehr schöne Kindheit
Geborgenheit, Abenteuerspielplatz Stephansplatz, kann man wirklich sagen.

Einmal war etwas lustiges,
da bin ich mit einem Mann ins Gespräch gekommen
und da haben wir übers Tanzen geredet.

Und ich hab gesagt na dann tanzen wir halt,
sagt er: ja das können wir da ja nicht machen, sag ich: doch das können wir sehr wohl machen.

Und dann hab ich selbst ein paar Takte vom Donauwalzer gesummt.
und da haben wir beide dann ein bisschen Farbe bekommen.

Ich bin Keramiker und hab gelernt bei einem Töpfer.

Der hat sich von hier als der Boden neu gelegt worden ist Ton geholt,
das war ja sehr guter Ton das war ja ein Friedhof
und die Toten haben eigentlich den besten Ton geliefert.

Er hat sich eine Lastwagenladung Ton geholt von da.
Schafft Identität.

Natürlich werd ich nie vergessen wie die Pummerin gekommen ist,
Begräbnis von der Kaiserin Zita,
das spielt sich halt alles hier ab und da muss ich live dabei sein,
weil ich bin verliebt in meinen Platz und mich trägt man hier nur verkehrt hinaus.

 

Neugestaltung Stephansplatz - Episode 2

Die Neugestaltung des Stephansplatzes lässt sich auf ein Wort zusammenführen: Offenheit. Das ist nicht neu? Der Platz erfährt auch keine neue Nutzung und das ist heute wieder etwas Besonderes. Als zentraler Ort Wiens war er Sammel- und Mittelpunkt, Umschlags- und Heimatort, ohne Zwang, ohne Hierarchie. Der Stephansplatz ist offen für alles und alle. Wie er das war, vor fünfzig Jahr', und wie er es bleiben wird, begleitet querstadt in vier Episoden, mit den WienerInnen gemeinsam - vom Mittelpunkt zurückblicken, überblicken und ausblicken.

Länge: 6 Min. 41 Sek.
Produktionsdatum: 2017
Copyright: Querstadt

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