Mediengespräch des Bürgermeisters: Wie stark sind Wiener Unternehmen von der Wirtschaftskrise betroffen?

Produktionsdatum:

2009


Erstausstrahlung:

07.08.2009


Copyright:

Stadt Wien


Wie stark sind Wiener Unternehmen von der Wirtschaftskrise bereits betroffen? Und welche Erwartungen haben sie an die Stadt? Diesen beiden Themen hat sich eine Studie des WIFO gewidmet und 1.000 Unternehmen befragt.

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Transkription: Mediengespräch des Bürgermeisters

Wie stark sind Wiener Unternehmen von der Wirtschaftskrise bereits betroffen? Und welche Erwartungen haben sie an die Stadt? Diesen beiden Themen hat sich eine Studie des WIFO gewidmet und 1.000 Unternehmen befragt.
Peter Mayerhofer, Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung: "Was wir sehen ist, dass mittlerweile 46 Prozent der Wiener Unternehmen sagen: 'Ja, die Krise hat konkret mein Unternehmen erreicht.' 41 Prozent sagen: ‚Das wird in kurzer Frist passieren.’ Das heißt also, es gibt eigentlich kaum Unternehmen, die sagen: ‚Die Krise interessiert mich nicht.’"
Renate Brauner, Stadträtin für Finanzen und Wirtschaftspolitik: "Es kommen sicher noch schwere Zeiten auf uns zu. Was mich aber sehr positiv stimmt, zeigt, dass die Wiener Unternehmer und Unternehmerinnen aktiv gegen die Krise ankämpfen."
Peter Mayerhofer, Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung: "75 Prozent der Unternehmen sagen: 'Wir haben bereits Maßnahmen gegen die Krise ergriffen beziehungsweise bereiten sie unmittelbar vor.’"
Die Hälfte dieser Unternehmen reagiert auf die Krise defensiv. Das heißt, mit Arbeitsplatzkürzungen und einer Anpassung an die geringere Nachfrage. Die zweite Hälfte der Unternehmen setzt offensive Schritte, indem versucht wird, neue Märkte zu erobern.
Renate Brauner, Stadträtin für Finanzen und Wirtschaftspolitik: "Das zeigt sich ja auch, indem auch in Wien die Arbeitslosigkeit gestiegen ist, aber glücklicherweise weit weniger als im Österreich-Durchschnitt. Zehn Prozent der Unternehmungen sagen: 'Wir werden noch Maßnahmen setzen.’ Ein Großteil davon spricht von Kurzarbeit, von Bildungskarenz und davon, dass sie Leiharbeitskräfte freisetzen werden."
Peter Mayerhofer, Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung: "Sehr viele Unternehmen geben an, sie verstärken jetzt Marketing, sie verstärken jetzt Produktdesign und solche Dinge, um eben in einem schrumpfenden Markt, den wir im Augenblick vor uns haben, Marktanteile zu gewinnen und damit die Kapazität zu halten."
Von Bund und Land erwarten die Unternehmen Unterschiedliches. So geht es bei den Anforderungen an den Bund vor allem um die Stabilisierung des Geldmarktes und um steuerliche Erleichterungen.
Peter Mayerhofer, Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung: "Von der Stadt Wien werden sehr stark Investitionen erwartet in die Infrastruktur, Vorziehen von öffentlichen Investitionen, das ist ja das, wo das Konjunkturpaket auch einen Schwerpunkt hat. Und dazu eben die ganze Frage der Förderung, vor allem Qualifizierungsförderungen."
Renate Brauner, Stadträtin für Finanzen und Wirtschaftspolitik: "Wir werden in Zukunft vor allem noch Schwerpunkte zum Thema Qualifikation und Arbeitsplatzsicherung setzen. Denn die Studie hat auch bestätigt, dass die Unternehmer hochqualifizierte Leute brauchen und dass wir in allen Bereichen die Wiener und Wienerinnen mit Aus- und Fortbildung unterstützen müssen."
Ein Blick in die Zukunft.
Peter Mayerhofer, Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung: "Jetzt wissen wir, oder wir vermuten, dass wir die grundsätzliche Stabilisierung erreicht haben. Es ist zwar jetzt so, dass wir, also wir sehen eine deutliche Verbesserung der Stimmungsindikatoren. Wir sehen eine Verbesserung auch der Produktionsindikatoren am aktuellen Rand."
Renate Brauner, Stadträtin für Finanzen und Wirtschaftspolitik: "Blick in die Zukunft ist sicher nicht ohne Sorge, denn es ist die wirtschaftlich größte Krise, die wir in den vergangenen Jahrzehnten hatten, aber auch gleichzeitig mit Optimismus und Stolz auf die Wiener Unternehmer und Unternehmerinnen und auf die Wiener Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen, die sich nicht unterkriegen lassen. Und wir werden mit jeder Faser unseres Herzens dafür kämpfen, sie dabei zu unterstützen."