Leistungsbericht Wien Digital 2025 Startseite wien.gv.at
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4.1 Gesundheitsbereich

4. Services

Übersiedlung Klinik Penzing

Der „Regionale Strukturplan Gesundheit“, der Planungsrahmen für eine bedarfsgerechte und regionale Gesundheitsversorgung, sah die organisatorische Schließung der Klinik Penzing Ende 2024 vor. Die IKT-Systemlandschaft musste daher adaptiert und in die Klinik Ottakring überführt werden. Die IKT-Infrastruktur wurde in sämtlichen betroffenen Abteilungen durch Wien Digital umgestellt.

In kürzester Zeit konnte Wien Digital eine belastbare IKT-Konzeption entwickeln, die als Grundlage für die erfolgreiche Umsetzung diente. Insbesondere konnten alle IT-Systeme und Schnittstellen der Klinik Penzing angepasst und eine standortspezifische Neuentwicklung im Krankenhaus-Informationssystem (Impuls.KIS) der Klinik Ottakring sowie die Anpassung der über 750 Nutzungsprofile erfolgreich realisiert werden. Seitens Wien Digital trugen Expert*innen aus über 20 Teams während der viermonatigen Umstellungsphase zum Projekterfolg bei. Die Umstellungen erfolgten ohne Betriebsunterbrechungen und vielfach ohne Testmöglichkeiten der unterschiedlichen Systeme – eine große Herausforderung, insbesondere angesichts unterschiedlicher Betriebsabläufe zwischen den Abteilungen und Ambulanzen.

Fotografie der Klinik Penzing mit symmetrischem Garten und Springbrunnen im Vordergrund. Zwei steinerne Löwenstatuen flankieren den Weg zum Gebäude, umgeben von grünen Büschen und Rasenflächen.

Semantische Suche

Medizinisches Fachpersonal hat oft nur wenig Zeit, um sich einen Überblick über die Krankengeschichte von Patient*innen zu verschaffen. Im Wiener Gesundheitsverbund liegen rund 80 Prozent aller Daten in den elektronischen Krankengeschichten als unstrukturierte Informationen vor und sind für Auswertungen nicht nutzbar.

Die „Semantische Suche“, ein gemeinsames Projekt von Wien Digital und IBM, ermöglicht die strukturierte Abfrage wesentlicher medizinischer Informationen aus den unstrukturierten Textdokumenten. Dazu zählen zum Beispiel Diagnosen, Leistungen und verschriebene Medikamente. Mit der Funktion „Patient Overview“ kann medizinisches Fachpersonal mit einem Klick relevante Befunde aus allen Abteilungen und Häusern gemeinsam durchsuchen, um beispielsweise Vorerkrankungen und Medikamente abzufragen. Die Funktion ist in allen Kliniken des Wiener Gesundheitsverbundes (WIGEV) und dem AKH verfügbar. Sie bietet die Möglichkeit, Diagnosen, Allergien oder Symptome effizient zu finden. Dadurch wird die Behandlungsqualität deutlich gesteigert. In anonymisierter Form sind die Daten zudem erstmals für Forschung, Klinik und Qualitätskontrolle nutzbar.

Vorteile für medizinisches Personal und Patient*innen:

  • Bessere Übersichtlichkeit der Patient*innen-Daten
  • Effiziente Suche in komplexen Krankengeschichten
  • Anonymisierte Analysen zur Qualitätssicherung und Forschung
  • Optimierung von Behandlungspfaden zur Verbesserung des Leistungsangebots
  • Innovative Datenanalyse

Bei der Datenanalyse wurden insgesamt rund 40 Millionen Dokumente aus elektronischen Krankengeschichten ausgewertet, die täglich aktualisiert werden. Das Tool wurde in den Befundbrowser web.okra und das Informationssystem AKIM integriert und ist ab sofort in den Kliniken des WIGEV und im AKH verfügbar. Das Projekt „Semantische Suche“ liefert einen wesentlichen Beitrag zur Behandlungsqualität und Effizienz und ist eine innovative Technologie, die den Mehrwert von Daten in der klinischen Praxis steigert.

Fotografie zeigt zwei Personen in medizinischer Umgebung, die auf drei Monitore mit komplexen Daten und Programmiercode blicken. Monitore enthalten farblich markierte Tabellen, Diagramme und Textabschnitte, die Analyse und Auswertung medizinischer Informationen unterstützen.

KI-generierte Inhalte können fehlerhaft sein.

Befundarchivierung im AKH

Die Befundarchivierung im Allgemeinen Krankenhaus (AKH) wurde umfassend modernisiert.

Im Kern wurde eine KAG*-konforme Langzeitarchivierung für die Befunde des AKH umgesetzt – das heißt: gesetzeskonforme Aufbewahrungsfristen, Nachvollziehbarkeit und Integrität der Daten sowie strenge Zugriffskontrollen.

Parallel dazu wurden die Zugriffe auf die Befunddatenbank auf moderne Webservices umgestellt. Dadurch wurde die Abhängigkeit von veralteter SAP Funktionalität beseitigt und die technische Grundlage für eine sichere, wartungsärmere und besser integrierbare IT Landschaft geschaffen. Als Ergebnis konnte das SAP System ABT/ABP stillgelegt werden.

* KAG: Krankenanstaltengesetz

Fotografie des AKH mit Beschilderung "Medizinischer Universitätscampus" und Logos von Medizinischer Universität Wien und AKH der Stadt Wien. Vordergrund zeigt Grünfläche mit Sitzbänken und Skulptur, Hintergrund das mehrstöckige AKH-Gebäude mit vielen Fenstern unter bewölktem Himmel.

Bildbetrachter für Radiologische Bilder

Das Projekt zur Ablöse von Image.pro wurde erfolgreich abgeschlossen. Mit der neuen innovativen Lösung „SCEA – Syngo Carbon Enterprise Access“ haben rund 7.500 Benutzer*innen Zugriff auf radiologische Bilder in allen Kliniken und Pflegewohnhäusern des Wiener Gesundheitsverbunds.

Das neue System ist in 239 Organisationseinheiten des WIGEV im Einsatz und wird auf zirka 20.000 Workstations genutzt. Das System wurde in das neue Datacenter DC01 integriert und war eines der ersten Projekte, wo mittels CyberArk* der sichere administrative Zugriff für die Server verwaltet wird.

*CyberArk ist eine Cybersecurity-Lösung zur zentralen Verwaltung, Überwachung und Absicherung von Benutzerkonten mit erweiterten Rechten. Sie schützt kritische IT-Infrastrukturen vor Missbrauch, indem sie Zugriffe kontrolliert, Passwörter sicher verwaltet, Sitzungen aufzeichnet und dem Prinzip der minimalen Rechtevergabe folgt.

Fotografie zeigt Ärztin in weißem Kittel, die Röntgenbild vor einem CT-Scanner betrachtet. Szene vermittelt medizinische Diagnostik und Bildgebung in klinischer Umgebung.

OP Live-Stream

In der Klinik Favoriten fand bereits zum zweiten Mal eine „MasterClass“ des Wiener Gesundheitsverbunds statt, die von Wien Digital ausgestattet und betreut wurde. Bei der „MasterClass“ handelt es sich um einen Live-Stream einer Operation, bei dem die Aufnahmen des Da Vinci-Operationsroboters sowie verschiedener bildgebender Instrumente, wie beispielsweise eines Endoskops, in einen Videokonferenzraum übertragen werden.

Temporär installierte Kameras ermöglichen zudem eine umfassende Sicht auf den gesamten Operationssaal sowie den Blickwinkel des Chirurgen.

Zusätzlich kann diese Übertragung auch externen Personen mittels Zugangsdaten über den Browser zur Verfügung gestellt werden. Diese Übertragungen dienen der Schulung und Weiterbildung von medizinischem Fachpersonal und finden zwei Mal im Jahr statt. Wien Digital erhielt von Seiten der Teilnehmer*innen viel positives Feedback für die gelungene Umsetzung.

Diagnoseeingabe in WIGEV-Ambulanzen

Seit Anfang 2025 besteht die gesetzliche Verpflichtung, Diagnosen von ambulanten Patienten*innen zu kodieren. Das gilt auch für alle Ambulanzen des Wiener Gesundheitsverbundes (WIGEV). Für jeden ambulanten Besuch ist mindestens eine Diagnose nach ICD-10* zu kodieren. Die eingegebenen Diagnosen beschreiben den medizinischen Grund für den jeweiligen ambulanten Besuch. Eine der Diagnosen ist verpflichtend als Fachhauptdiagnose zu kennzeichnen. Aufgrund der neuen gesetzlichen Anforderung des Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz müssen nun alle behandlungsursächlichen Diagnosen erfasst werden. Bisher war dies im ambulanten Bereich nur bei bestimmten Leistungen der Fall.

Ziel dieser Änderungen ist es, die Dokumentation und Abrechnung medizinischer Leistungen effizienter und transparenter zu gestalten. Ein WIGEV-weites Projekt ist mit der Umsetzung dieser gesetzlichen Vorgaben betraut.

*ICD-10: Internationale statistische Klassifikation von Krankheiten

ELGA

Mit dem Ausbau der elektronischen Gesundheitsakte (ELGA) als zentrale Infrastruktur für Gesundheitsdaten gewinnen Patient*innen und Fachpersonal im Gesundheitsbereich einen noch besseren Überblick über wichtige medizinische Informationen. Die verbesserte Verfügbarkeit von digitalen Befunden, Bildern, Medikamenten, Impfungen und Vorerkrankungen erleichtert Diagnosen und kann in Akutsituationen lebensrettend sein.

Ab 2026 sind aufgrund einer aktuellen gesetzlichen Grundlage Labor- und Radiologiebefunde verpflichtend in ELGA zu speichern, ebenso müssen Verschreibungen von Wahlärzt*innen und hausapothekenführenden Ärzt*innen in ELGA bereitgestellt werden. Auch die bisher noch nicht angebundenen Pflegeeinrichtungen liefern künftig digitale Pflegesituationsberichte, wodurch ein umfassenderes Gesundheitsbild entsteht. Wahlärzt*innen und Ärzt*innen sind ab 2026 verpflichtet, an das e-Card-System und an ELGA angeschlossen zu sein, um medizinische Daten direkt elektronisch erfassen und lesen zu können.

Parallel dazu wird ELGA um eine „Patient Summary“ und einen digitalen Medikationsplan erweitert, die einen schnellen Überblick über aktuelle Diagnosen, Dauermedikationen und Allergien ermöglichen.

Ein modernisiertes ELGA-Bürger*innen-Portal soll Patient*innen künftig einfachen, auch für die mobile Nutzung optimierten Zugriff auf ihre Gesundheitsdaten bieten. Ergänzend werden Terminbuchungen und Video-Konsultationen über die Gesundheitshotline 1450 vorbereitet, um Wartezeiten zu verkürzen und die Versorgung für Menschen mit eingeschränkter Mobilität zu erleichtern.

Wien Digital ist auf diese Neuerungen gut vorbereitet und integriert die aktuellen Anforderungen in die Weiterentwicklung der technischen Architektur für eine künftige Wiener Gesundheitsplattform.

Fotografie zeigt Ärztin in weißem Kittel, die einem älteren Mann medizinische Informationen auf einem Tablet erklärt. Szene spielt in Praxis mit medizinischen Geräten im Hintergrund, Fokus auf Beratung und Patientenkommunikation.

ELGA-Anbindung der Caritas Socialis-Häuser

Die Pflegewohnhäuser, Wohngemeinschaften und Tageszentren der Caritas Socialis GmbH wurden in 2 Phasen erfolgreich an den ELGA-Bereich Wien angebunden.

Dadurch ist es der Caritas Socialis nun möglich, auf die ELGA-Daten der Bewohner*innen zuzugreifen und relevante Gesundheitsinformationen für nachbehandelnde Einrichtungen bereitzustellen. Dies stellt einen bedeutenden Fortschritt in der Digitalisierung der Pflegeinfrastruktur der Stadt Wien dar. Seit dem produktiven Start der Phase 1 Anfang 2024 stellen die stationären Pflege-Einrichtungen der Caritas Socialis regelmäßig Pflegesituationsberichte in ELGA bereit.

AKH-Laborbefunde in ELGA

Laborbefunde im Rahmen von stationären Behandlungen des Allgemeinen Krankenhauses der Stadt Wien (AKH) stehen nun auch in der Elektronischen Gesundheitsakte (ELGA) zur Verfügung. Damit wurde der Umfang der in ELGA abrufbaren medizinischen Informationen weiter ausgebaut und der Zugang zu Laborergebnissen für Patient*innen sowie behandelnde Ärzt*innen verbessert und ein weiterer wesentlicher Schritt in der Umsetzung der Speicherverpflichtungen gemäß dem Gesundheitstelematik-Gesetz gesetzt.

Fotografie zeigt eine ältere Frau im Rollstuhl, die von einer jüngeren Frau im Freien bei Sonnenschein begleitet wird. Szene vermittelt Fürsorge und Unterstützung in einer natürlichen, grünen Umgebung.

Management von Logbuch-Mobiltelefonen

Im Zuge des M365-Rollouts im Magistrat und im Wiener Gesundheitsverbund wurde auch die Verwaltung von mobilen Geräten auf Microsoft Intune umgestellt. 260 „Logbuch-Mobiltelefone“ (Logistik von Patient*innen-Transporten) im WIGEV werden nun zentral von Wien Digital über Intune verwaltet.

Außerdem wurde sichergestellt, dass diese Mobiltelefone auch über WLAN betrieben werden können, um die Erreichbarkeit bei eingeschränktem Mobilfunk-Empfang zu gewährleisten.

Fotografie zeigt eine Person, die ein modernes Smartphone mit drei Kameralinsen in der Hand hält und mit dem Daumen darauf tippt. Fokus liegt auf Händen und Gerät, Hintergrund unscharf, Kleidung dunkel und grün.