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Magistratsabteilung 20 - Energieplanung

Leistungsberichte der Magistratsdienststellen

Als Abteilung Energieplanung arbeitet wir daran, die Energieversorgung in unserer Stadt zukunftsfit zu machen und die Energiewende sorgsam voranzutreiben. Unser Ziel ist ein sicheres, umwelt- und klimaverträgliches und damit erneuerbares Energiesystem, das für alle Wiener*innen leistbar bleibt. Auch das Büro für Mitwirkung ist hier angesiedelt. Es ist die zentrale Anlaufstelle für alle, die die Zukunft unserer Stadt aktiv mitgestalten möchten. Als Drehscheibe für Austausch und Vernetzung bietet es vielfältige Angebote und Projekte für alle, die zu einer lebendigen Demokratie in Wien beitragen möchten. Ziel ist es, eine vielfältige und inklusive Beteiligungskultur zu schaffen.

Weiterführende Informationen zum Inhalt: Zur Fachabteilung • Kontaktadressen •Energie

Projekt- und Schwerpunktüberblick

Initiative „100 Projekte Raus aus Gas“

Bis 2040 sollen alle Gebäude in Wien klimaneutral, emissionsfrei und erneuerbar geheizt und bei Bedarf gekühlt werden. In den kommenden Jahren gilt es allein in Wien, circa 600.000 fossil versorgte Haushalte umzurüsten. Dazu braucht es Zeit und die richtigen Lösungen. Die Initiative „100 Projekte Raus aus Gas“ zeigt die vielfältigen Möglichkeiten auf, wie der Umstieg von klimaschädlichem auf klimafreundliches Heizen gelingen kann. Sie holt nicht nur Vorzeigebeispiele, sondern auch die verantwortlichen, mutigen Personen und Wohnbauträger vor den Vorhang. In den letzten beiden Jahren standen mehrgeschoßige Wohngebäude im Fokus, die nicht an die Fernwärme angeschlossen werden können. Dabei wurde Beeindruckendes geschafft: Die Pionier*innen der Wiener Wärmewende haben 1.861 Wohnungen mit einer Gesamtnutzfläche von über 243.000 Quadratmetern auf erneuerbare Alternativen umgestellt und dabei 1.030 Gaskessel durch fossilfreie Heizsysteme ersetzt. Zudem wurden 570 Erdsonden mit einer Gesamtlauflänge von über 74 Kilometern verlegt und 70 Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von 3.017 Kilowatt-Peak installiert.

In einer Broschüre werden alle Projekte anschaulich dargestellt. Sie enthält auch Informationen zu Fördermöglichkeiten und Beratungsstellen sowie ein Verzeichnis der beteiligten Unternehmen. Darüber hinaus bietet sie eine Übersicht der im Rahmen der Initiative erstellten technischen Studien und rechtlichen Gutachten. So entsteht ein wertvoller Wissensschatz, von dem ganz Wien profitiert. Aktuell sind 101 Projekte veröffentlicht, die bereits heute zeigen, wie der Umstieg auf alternative Energieträger gelingt. Die Initiative soll – mit verstärktem Fokus auf Betriebe und Nicht-Wohngebäude– in den kommenden Jahren fortgeführt werden.

Wiener Sonnenstrom-Offensive

In Wien scheint die Sonne über 2.000 Stunden im Jahr. Gleichzeitig ist laut der Wiener Solarkarte etwa die Hälfte der Dachflächen für die Gewinnung von Sonnenenergie geeignet. Vor diesem Hintergrund wurde 2021 die Wiener Sonnenstrom-Offensive gestartet, mit dem Ziel, möglichst viele geeignete Dächer, Fassaden und versiegelte Freiflächen mit Photovoltaik(PV)-Anlagen auszustatten. Bis 2030 soll die installierte PV-Leistung im Wiener Stadtgebiet 800 Megawatt-Peak (MWp) erreichen – das entspricht dem 116-Fachen der Ausbauleistung des Jahres 2020. Damit könnte rund ein Viertel der Wiener Haushalte mit Strom versorgt werden. Die Stadt Wien nimmt dabei eine Vorbildrolle ein und errichtet auf stadteigenen sowie von städtischen Unternehmen oder Einrichtungen genutzten Flächen PV-Anlagen, sofern dies technisch möglich und wirtschaftlich sinnvoll ist. So konnte das Ziel von 50 MWp auf stadteigenen Flächen bis Ende 2025 bereits im Frühjahr erreicht werden und lag im Winter 2025 bei über 60 MWp. Mit unterschiedlichen Maßnahmen, wie Genehmigungsvereinfachungen, attraktiven PV-Förderungen sowie zielgerichteten Beratungsangeboten für Private, Betriebe und Bauträger konnte das Zwischenziel für das gesamte Stadtgebiet von 250 MWp bis Ende 2025 bereits im März 2025 erreicht werden und lag Ende des Jahres bei rund 324 MWp. Im Jahr 2025 wurde der „1, 2, 3 Sonnengutschein“ eingeführt. Dieses kostenlose Beratungsangebot unterstützt gezielt den Ausbau von gemeinschaftlichen PV-Anlagen auf mehrgeschoßigen Wohnbauten. Über das auf der Website der Sonnenstrom-Offensive verfügbare PV-Dashboard kann die aktuell in Wien durch Photovoltaikanlagen erzeugte Stromleistung live abgerufen werden. Was diesen Erfolg der Wiener Sonnenstrom-Offensive möglich gemacht hat, kann im neuen Bericht „5 Jahre Wiener Sonnenstrom-Offensive“ nachgelesen werden.

Energiebericht und Energieflussbild

Jedes Jahr werden energierelevante Daten der Stadt erhoben, analysiert und interpretiert. Diese werden im Energiebericht der Stadt Wien zusammengetragen und verständlich aufbereitet. Zusätzlich werden die Daten in einer Broschüre „Energie in Zahlen 2025“ kompakt zusammengefasst. Die wesentlichen Learnings: Wien lässt bei vielen energierelevanten Indikatoren die anderen Bundesländer hinter sich. Vor allem im Verkehrssektor und im Gebäude- bzw. Wärmebereich hat Wien die Nase vorn. Trotz eines starken Bevölkerungswachstums sind sowohl der Bruttoinlandsverbrauch als auch der Endenergieverbrauch seit 2005 kontinuierlich rückläufig. Im Bundesländervergleich ist der Pro-Kopf-Verbrauch in Wien nicht nur am niedrigsten, sondern er sinkt auch sehr stark.

Welche Energiequellen nutzen wir? Wieviel erneuerbare Energie wird in Wien erzeugt? Diese und andere Fragen beantwortet das Energieflussbild als Teil des Berichts in übersichtlicher Art und Weise.

Überarbeitung des Städtischen Energieeffizienz-Programms 2030 (SEP 2030)

Das SEP 2030 wurde 2025 überarbeitet und an die aktuellen Gegebenheiten und rechtlichen Vorgaben angepasst. Die Neuauflage garantiert, dass auch in Zukunft Energieeffizienz in Wien stark verankert bleibt. Mit dem SEP 2030 reagiert die Stadt zusätzlich auf die aktuellen klima- und energiepolitischen Vorgaben des Bundes und der EU (Energieeffizienzrichtline III (EEDIII) und das Bundes-Energieeffizienzgesetz (EEffG)) sowie auf die übergeordneten Ziele des Klimafahrplans und der Smart Klima City Strategie Wien. Das SEP 2030 setzt sich unter anderem zum Ziel, den Endenergieverbrauch pro Kopf um 30 Prozent gegenüber dem Jahr 2005 zu senken. Dieses Ziel steht auch im Einklang mit dem Energieeffizienz-Ziel der Smart Klima City Strategie Wien. Durch ambitionierte Umsetzung der SEP-2030-Maßnahmen konnte dieses Ziel erstmals im Jahr 2023 unterschritten werden.

Energetische Vorzeigeprojekte-Datenbank und App

Innovative energetische Vorzeigeprojekte (zum Beispiel Sanierungen, Erzeugungsanlagen, Bildungseinrichtungen mit Energieschwerpunkt und so weiter) werden in einer Datenbank gesammelt. Dadurch kann ein Überblick über die neuesten Entwicklungen im Energie- und Gebäudebereich gewonnen werden. Die ausgewählten Projekte werden im Stadtplan, im Open Government Portal und in der Wiener Vorzeigeprojekte und Energy!ahead-App veröffentlicht. Im Jahr 2025 wurde die Datenbank durch zwei neue Kategorien ergänzt: Um PV-Leuchttürme im Rahmen der Wiener Sonnenstrom-Offensive und um innovative „Raus aus Gas“-Projekte im Rahmen der Initiative „100 Projekte Raus aus Gas“. Durch die Verbreitung dieser Projekte können Umsetzungsbeispiele aktueller Initiativen und Strategien vor den Vorhang geholt und Bewusstsein bei allen Zielgruppen geschaffen werden.

Demokratie-Strategie

Die Wiener Demokratie-Strategie ist ein strategischer Rahmen der Stadt Wien und wurde im Oktober 2025 im Gemeinderat beschlossen.
Sie zeigt, wie Demokratie in Wien gestärkt und weiterentwickelt werden soll.
Das Ziel ist: Möglichst viele Wiener*innen – unabhängig von Staatsbürgerschaft, Bildung, Einkommen, Geschlecht, Alter oder Behinderung – sollen die Möglichkeit haben, ihr Lebensumfeld aktiv mitzugestalten.

Rund 500 Wiener*innen haben ein Jahr lang an der Entstehung der Strategie mitgewirkt, die als Orientierungsrahmen für Politik und Verwaltung dient. Die Strategie definiert sieben zentrale Handlungsfelder, um Mitbestimmung, Transparenz und aktive Beteiligung in der Stadt zu fördern. Damit soll Wien nicht nur eine der lebenswertesten, sondern auch die demokratischste Stadt der Welt sein:

  • Zielgruppen aktivieren – unterschiedliche Bevölkerungsgruppen gezielt ansprechen und zur Teilnahme motivieren.
  • Zusammenleben und Miteinander stärken – den sozialen Zusammenhalt und das gegenseitige Verständnis in der Stadt fördern.
  • Gesprächs- und Streitkultur fördern – den demokratischen Dialog, respektvolle Debatten und Meinungsvielfalt beleben.
  • Informationen ausbauen und Barrieren abbauen – transparente Informationen bereitstellen und Hürden für Teilnahme reduzieren.
  • Demokratie- und Meinungsbildung fördern – politisches Bildungsangebot erweitern und kritisches Denken stärken.
  • Beteiligung institutionalisieren – neue Beteiligungsformate (zum Beispiel Bürger*innen-Räte, -Budgets) etablieren und bestehende Instrumente verankern.
  • Politik und Verwaltung öffnen – Entscheidungsprozesse nachvollziehbar gestalten und Verwaltung sowie Politik greifbar machen.

Ab 2026 wird die Strategie in den Verwaltungsablauf implementiert und entsprechende Maßnahmen und ein Monitoring entwickelt.

Europäische Demokratie-Hauptstadt

Wien war Europäische Demokratiehauptstadt 2024/25. Im November 2024 fiel im Rahmen einer feierlichen Auftaktveranstaltung der Startschuss für das Wiener Demokratiejahr. Wien hatte sich in einem zweistufigen Auswahlverfahren gegen sieben weitere Bewerberstädte durchgesetzt und trägt als zweite Stadt nach Barcelona diesen Titel. Ziel ist es, mehr Teilhabe für mehr Wiener*innen zu ermöglichen.

Demokratie ist vielerorts unter Druck. Die Krisen der letzten Jahre beschäftigen viele Menschen in ihrem Alltag und stellen eine vielfältige Stadtgesellschaft wie Wien vor große demokratiepolitische Herausforderungen. Politische Teilhabe und Mitwirkung sind von unterschiedlichen Faktoren abhängig: Junge Wiener*innen, die noch kaum Berührungspunkte mit Beteiligung hatten, oder Wiener*innen mit geringem Einkommen bringen sich beispielsweise seltener ein. Und mehr als ein Drittel der Wiener*innen ist aufgrund ihrer Staatsbürgerschaft nicht wahlberechtigt. Im Wiener Demokratie-Jahr wurde demokratische Teilhabe deshalb gefördert und gestärkt. Gemeinsam mit Wiener*innen, Vereinen, Initiativen und Unternehmen wollen wir Menschen ermächtigen, sich mit ihren Positionen und Themen einzubringen, und damit den sozialen Zusammenhalt stärken.

Fördertopf für Demokratie-Kleinvorhaben

Im Wiener Demokratiejahr 2024/25 konnten Vereine, Institutionen, Unternehmen und Einzelpersonen Projekte einreichen, die Demokratie und Beteiligung fördern und das Zusammenleben in unserer Stadt stärken. Dafür stand ein Kleinprojekte-Fördertopf mit insgesamt 300.000 Euro zur Verfügung.

Antragsteller*innen sollten mit ihren Projekten ein öffentliches Interesse verfolgen, einen Bezug zur Stadt Wien aufweisen (inhaltlich, institutionell, geografisch) und das Vorhaben sollte ohne eine Förderung nicht oder nicht vollständig realisierbar sein. Ein besonderes Augenmerk wurde auf Projekte gelegt, die inklusive Ansätze zur Förderung von Demokratie und Beteiligung bieten. Zudem werden Vorhaben bevorzugt, die Synergien mit bestehenden demokratiepolitischen Initiativen nutzen.

Wiener Klimateam

Der Klimawandel betrifft uns alle, deshalb braucht es auch alle Wiener*innen, um dagegen anzukämpfen. Sie sind die Expert*innen in ihren Grätzln und wissen genau, was es bei ihnen ums Eck für ein gutes Klima braucht. Deshalb sollen auch alle die Möglichkeit haben, ihr Lebensumfeld aktiv mitzugestalten und ihre Ideen, zusammen mit Politik und Verwaltung, zu verwirklichen. Im aktuellen Durchgang (2025/26) konnten für die Josefstadt und Penzing Ideen eingebracht werden.

Beim Wiener Klimateam werden insbesondere unterrepräsentierte Bevölkerungsgruppen mithilfe zielgruppenspezifischer Beteiligungselemente aktiv angesprochen. In Zusammenarbeit mit Organisationen, Vereinen und Bildungseinrichtungen werden Menschen in unterschiedlichen Lebensrealitäten erreicht. Bei Veranstaltungen etwa in Parks oder auf Spielplätzen haben Wiener*innen die Möglichkeit, ihre Ideen für ein gutes Klima im Grätzl auf Ideenkarten einzubringen. Die Ideen können aber auch postalisch oder online eingebracht werden. Insgesamt wurden bereits über 5.000 Ideen für mittlerweile 11 Klimateam-Bezirke eingebracht.

In Ideen- und Projekt-Werkstätten können interessierte Bürger*innen die eingebrachten Ideen gemeinsam mit Expert*innen der Stadt Wien sowie Vertreter*innen der Bezirke und Vereinen sichten und zu Projekten weiterentwickeln. Eine repräsentativ ausgewählte Bürger*innen-Jury wählt anschließend pro Bezirk Projekte aus, welche mit den vorhandenen finanziellen Mitteln umgesetzt werden sollen und der Politik sowie dem Bezirk zur Umsetzung übergeben werden. Insgesamt wurden bereits 75 Projekte ausgewählt, davon sind 30 bereits umgesetzt und 45 in Planung oder in Umsetzung.