Die Arbeit eines Mieterbeirats

Produktionsdatum:

2012


Erstausstrahlung:

01.06.2012


Copyright:

Stadt Wien


Der sogenannte Mieterbeirat vertritt die Interessen einer Wohnhausanlage. Wir haben eine Mieterbeirätin in der Siedlung Lockerwiese im 13. Bezirk besucht.

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Mona Müller, wien.at-TV: "Im Jahr 1988 hat Wien als einzige Stadt weltweit die Mitverantwortung, Mitbestimmung und Gleichberechtigung ihrer Mieterinnen in einem Statut festgeschrieben. Seither gibt es den so genannten Mieterbeirat, der die Interessen einer Wohnhausanlage vertritt. Wir haben eine Mieterbeirätin in der Siedlung Lockerwiese im 13. Bezirk besucht."

Helga Baumann, Mieterbeirätin: "Einen schönen guten Tag Herr Karl. Hallo, grüße Sie! Wie geht’s Ihnen?"

Karl Hackl, Greißler: "Eh ganz gut."

Helga Baumann, Mieterbeirätin: "Fest im Einsatz, wie immer."

Helga Baumann, Mieterbeirätin: "Ich war jetzt gerade beim Herrn Hackl und bei der Friseurin und die haben sich beide über den Container, der schon längere Zeit da steht, beschwert. Weil die Leute alles dazu schmeißen."

Helga Baumann, Mieterbeirätin: "Ich hab's wirklich schon weitergeleitet und ich war gerade bei der Friseurin drinnen und die hat dasselbe gesagt. Sie hat gesagt: 'Ich schwöre Ihnen, der steht schon sehr lange da.' Der Ingenieur hat gesagt, er wurde schon einmal entleert. Aber ich hab jetzt gesehen, was da alles drauf ist. Und sie sagt, die Baustelle ist schon gewandert, das heißt: Hier braucht man ihn gar nicht mehr."

Helga Baumann, Mieterbeirätin: "Jetzt habe ich mit dem Herrn Hackl eine Wette abgeschlossen: In eineinhalb Wochen soll er weg sein. Und ich will unbedingt mein Glaserl Sekt haben."

Helga Baumann, Mieterbeirätin: "Ich sag Ihnen Herr Karl, da helf' ich Ihnen. Wette, Einschlag, zack!"

Markus Neumayer, Arge Galli & Knötzl: "Die Wette können Sie nur gewinnen, weil der ist bis Ende der Woche weg. Aber prinzipiell ist es beim Container so, dass der jede Woche abgeholt wird. Er ist voll, dann wird er abgeholt. Jetzt ist er gerade wieder voll, er wird abgeholt und durch einen neuen ersetzt. Wir haben das jetzt gehört: es ist dort nicht gewünscht, obwohl es eine genehmigte Lagerfläche ist. Wir lassen den umstellen, die zukünftigen leeren Container werden wo anders aufgestellt, werden dort befüllt und wieder weggeholt. Also da können wir durchaus auf die Mieterwünsche eingehen."

774 Wohnungen, ein Feinkostladen, eine Trafik, eine Friseurin und vieles mehr: In einer so großen Siedlung treffen viele Menschen und damit viele Interessen zusammen. Frau Helga Baumann ist Mieterbeirätin und versucht, die kleinen und großen Probleme der Menschen zu lösen, die gerade im Zusammenhang mit einer Gesamtsanierung gehäuft auftreten.

Helga Baumann, Mieterbeirätin: "Wie die Sanierung begonnen hat…ein Großteil unserer Menschen sind sehr betagt. Da haben wir halt Hilfe angeboten mit dem Möbel wegstellen, wenn die Fenster rausgerissen wurden oder Pergolen runter zu nehmen, Zubauten irgendwie zu entfernen. Und das hat ganz toll funktioniert. Wir haben den Menschen wirklich ihre Sorgen ein bisschen mildern können."

Aber auch das tägliche Geschäft muss verrichtet werden. Dazu kann im Bedarfsfall das Büro des Mieterbeirats herhalten.

Helga Baumann, Mieterbeirätin: "Wir haben einen Trafikanten, den Herrn Mustafa, und der hat eine kleine Trafik am Platz vorne und der hat leider keine Toilette. Weil es gibt dort nur ein kleines Waschbecken. Das ist indirekt versteckt, hier hat man die Möglichkeit sich zu waschen. Aber leider Gottes ist bei diesem Lokal keine Toilette dabei."

Helga Baumann, Mieterbeirätin: "Es gibt eine Gemeinschaftstoilette und die darf er aber nicht benutzen, weil die Friseurin sagt: 'Nein, sie möchte, dass nur Frauen auf die Toilette gehen.' Und somit darf er auch diese Toilette benutzen. Er hat einen Schlüssel, er ist eine Vertrauensperson und er macht das ganz perfekt."

Frau Helga Baumann kennt so gut wie alle Menschen der Siedlung und das Motto "durchs Reden kommen d'Leut zam" scheint hier zu funktionieren.

Helga Baumann, Mieterbeirätin: "Nächstes Jahr geht’s dann wirklich los."

Anrainer: "Wenn wir ein Pech haben, kommen sie im November."

Helga Baumann, Mieterbeirätin: "Na ja, weißt eh - bis zu einem gewissen Zeitpunkt kann man bauen, aber nicht immer so."

Helga Baumann, Mieterbeirätin: "Die ist aber schön, die Sanierung. Jetzt passt's bei euch auch. Ich bin auch total happy."

Anrainerin: "Es dauert halt schon ziemlich lang."

Helga Baumann, Mieterbeirätin: "2008 haben wir begonnen."

Anrainerin: "Das ist ein bissl das Problem. Viele Mieter maulen schon, ich gelegentlich auch."

Helga Baumann, Mieterbeirätin: "Nächstes Jahr machen wir ein Riesenfest. Da suchen wir Sponsoren - Wiener Wohnen, Baubetreuer. Und da freue ich mich schon sehr."

Anrainerin: "Wie man sagt, so ein riesengroßer Mulatschak."

Helga Baumann, Mieterbeirätin: "Ein riesengroßer Mulatschak, wo man wieder miteinander ein bissl mehr redet und wo wirklich ein großes Angebot sein wird, wo die Leute sich gut unterhalten, wo man wieder ein bissl zusammen kommt."

So vielfältig die Menschen, so vielfältig die Arbeit eines Mieterbeirats. Regelmäßige Schulungen machen aus Mieterbeirätinnen Expertinnen in vielen Angelegenheiten.

Helga Baumann, Mieterbeirätin: "Das sind ganz spannende Themen: Mietrecht, Kommunikation, Konfliktmanagement, wie mache ich Veranstaltungen? Also irrsinnig viele interessante Themen und mich interessiert alles, was ein bisschen neu ist."

Zum Mieterbeirat kann sich jeder Bewohner und jede Bewohnern wählen lassen, ausgenommen sind nur HausbesorgerInnen und Personen mit Verwaltungsaufgaben im Haus.

Helga Baumann, Mieterbeirätin: "Ich liebe den Zugang zu den Menschen und ich rede gerne mit ihnen, das merkt man eh. Ich will halt, dass wir besser miteinander auskommen."