Entwicklungsziele - Erzherzog-Karl-Straße Süd

Im Vordergrund steht die Schaffung von Wohnraum sowie von frei zugängigen Frei- und Grünflächen. Von Beginn an wird über planerische und gestalterische Möglichkeiten zur Anpassung an den Klimawandel nachgedacht.

Beidseits der U-Bahn-Linie U2 zwischen der Erzherzog-Karl-Straße im Norden und der Langobardenstraße im Süden entsteht in den kommenden Jahren ein neuer Stadtteil mit Platz zum Wohnen und Arbeiten, zum Einkaufen und für Freizeit.

Eine qualitätsvolle Dichte und der sparsame Umgang mit Grund und Boden sind bei der Planung im Bereich hochrangiger öffentlicher Verkehrsmittel ein erklärtes Ziel der Stadt Wien. Eine dichte, kompakte Stadt ermöglicht eine sparsame Flächen- und Ressourcennutzung und unterstützt eine "Stadt der kurzen Wege". So entstehen lebendige urbane Stadtquartiere mit vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten und kurzen Wegen zu Versorgungseinrichtungen und Nahversorgern. Erst durch urbane Dichte können Frei- und Grünflächen gesichert, qualitätsvoll ausgestaltet und für die Öffentlichkeit zugängig gemacht werden.

Diese Strategie erfordert natürlich einen qualitätssichernden Planungsprozess, in dem von Anfang an die Bevölkerung eingebunden wird. Dabei soll auch auf die örtlichen Gegebenheiten und die Bebauung in der Umgebung Rücksicht genommen werden, um das neue Stadtviertel in die umliegende Stadtlandschaft zu integrieren.

Bebauung und Wohnraum

Das Schaffen von Wohnraum mit hohem Freizeit- und Erholungswert stellt im Stadtentwicklungsgebiet Erzherzog-Karl-Straße Süd einen Schwerpunkt dar. Durch einen Mindestanteil an geförderter Wohnnutzfläche von zwei Drittel (bezogen auf die gesamte Wohnnutzfläche) soll dem Anspruch sozialer Durchmischung entsprochen werden. Je nach Größe der Wohnungen sollen im Gebiet rund 2.500 Wohnungen errichtet werden, die Platz für rund 5.500 bis 6.000 Einwohner*innen bieten werden. Die genannte Wohnungsanzahl kann sich im Laufe des Planungsfortschrittes aufgrund der größeren Detailschärfe noch verändern und wird letztlich auch davon abhängen, ob der aktuelle Trend, eher kleinere Wohnungen zu bauen, anhält oder nicht.

Bei der Planung der künftigen Bebauung wird dem höhenmäßigen Anschluss an die bestehende Bebauung im Umfeld ein hoher Stellenwert eingeräumt. Die Errichtung von Hochhäusern gemäß der Bauordnung für Wien, also Gebäude die höher als 35 Meter sind, ist für das Gebiet ausgeschlossen.

Neue Geschäftsflächen, Gastronomie-Einrichtungen, Dienstleistungsunternehmen, Sozial- und Gesundheitseinrichtungen und nicht gewinnorientierte Einrichtungen sind vor allem entlang der Erzherzog-Karl-Straße und der Langobardenstraße vorgesehen. Dadurch kann der neue Stadtteil die bereits vorhandenen lokalen Zentrenfunktionen in diesen Bereichen ergänzen. Welche Handelsbetriebe bzw. Einrichtungen sich künftig tatsächlich im neuen Stadtviertel ansiedeln werden, kann heute noch nicht abgeschätzt werden.

Grün- und Freiraum

Neben der Errichtung von Wohnungen hat die Entwicklung qualitativ hochwertiger Grün- und Freiräume, unter Berücksichtigung der Bedürfnisse von Jung und Alt, einen zentralen Stellenwert.

Künftig wird es daher für die Allgemeinheit eine gut erreichbare und öffentlich zugängliche Parkanlage geben. Diese Grünfläche wird die bestehende Grünraumversorgung im Bereich der Erholungsräume Langobardenstraße, Wulzendorfstraße, Am Mühlwasser sowie der Lobau ergänzen. Die Parkanlage im neuen Stadtviertel wird über 2 Hektar groß sein. Zusätzlich werden verschiedenartige Platzbereiche mit hoher Aufenthaltsqualität, ein attraktives Fußwegenetz sowie Grün- und Freiflächen auf den Bauplätzen wie beispielsweise Kinder- und Jugendspielplätze entstehen.

Die kleine Waldfläche an der Langobardenstraße zwischen ONr. 147 und 149 wird jedenfalls erhalten und soll in den neuen Stadtteil integriert werden.

Die Bestimmungen des Wiener Naturschutzgesetztes für geschützte Tiere und Pflanzen sind einzuhalten. Der Baumbestand im Stadtentwicklungsgebiet soll möglichst berücksichtigt werden. Grundsätzlich ist der Baumbestand im Wiener Stadtgebiet nach den Bestimmungen des Wiener Baumschutzgesetzes geschützt. Falls aufgrund der Baumaßnahmen die Fällung von Bäumen erforderlich wird, wären entsprechende Ersatzpflanzungen durchzuführen.

Klimaschutz

Ein besonderer Schwerpunkt des geplanten Wettbewerbes ist die Planung eines klimaresilienten Stadtteiles. Dabei geht es beispielsweise darum, die sommerliche Überhitzung des Gebietes zu vermeiden und Vorkehrungen für den Fall von Starkregenereignissen zu treffen.

Jedenfalls werden Maßnahmen wie beispielsweise Baumpflanzungen sowie Dach- und Fassadenbegrünungen umgesetzt. Wie viele neue Bäume am Areal gepflanzt werden, steht zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fest. Es soll eine gute Durchlüftung des Quartiers sichergestellt werden. Gleichzeitig sind, vor dem Hintergrund der oft hohen Windgeschwindigkeiten in der Donaustadt, windverstärkende Strukturen zu vermeiden.

Insbesondere soll der ober- und unterirdische Versiegelungsgrad im Gebiet geringgehalten werden und die Speicherkapazität von Böden und Grünflächen optimal zur Versickerung von Regenwässer genutzt werden.

Mobilität

Aus verkehrlicher Sicht ist das neue Stadtquartier als weitestgehend autofreies Wohngebiet zu entwickeln. Umweltfreundliche Mobilitätsformen wie U-Bahn, Rad- oder Carsharing werden gefördert. Beispielsweise soll zwischen der Stadlauer Seite und der Asperner Seite der Eibengasse eine begrünte fuß- und radläufige Wegeverbindung durch das Gebiet führen. Der Radweg entlang der U-Bahn soll erhalten bleiben. Auf eine gute und direkte Erreichbarkeit der Haltestellen des öffentlichen Verkehrs, insbesondere der U-Bahnstationen "Aspernstraße" und "Donauspital" soll geachtet werden.

Für Autos wird es keine Durchfahrtsmöglichkeiten durch das Gebiet geben. Die Zufahrt zum Gebiet soll über mehrere, kleinere Stichstraßen von bestehenden (teilweise bereits ampelgeregelten) Straßenkreuzungen erfolgen. Die Stellplätze für Kraftfahrzeuge sollen in mehreren Sammel- bzw. Gemeinschaftsgaragen untergebracht werden, die über diese Stichstraßen zu erreichen sind. So kann das Verkehrsaufkommen in den einzelnen Straßenzügen möglichst geringgehalten werden.

Bildungsstandorte

Im Gebiet ist die Errichtung von 2 neuen Kindergärten geplant.

Unabhängig von den Planungen für das Stadtentwicklungsgebiet wird in der Langobardenstraße 135 im Herbst 2023 eine neue Schule in Betrieb gehen. Der Bildungsbau wird eine Volksschule mit 17 Klassen und eine Mittelschule mit 16 Klassen beinhalten. Der Spatenstich für die Schule erfolgte unabhängig von den Planungen für das Stadtentwicklungsgebiet bereits im Sommer 2021. Die Baustellenzufahrt für die Schule erfolgt provisorisch von Norden, von der Erzherzog-Karl-Straße 204-208 aus und hat nichts mit den Planungen für das Stadtentwicklungsgebiet Erzherzog-Karl-Straße Süd zu tun.

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