Magistratsabteilung 24 - Strategische Gesundheitsversorgung
Hauptaufgabengebiet der Abteilung Strategische Gesundheitsversorgung (MA 24) ist die Ausarbeitung und Abstimmung von Konzepten und Planungen für den Gesundheitsbereich sowie die Umsetzung der Gesundheitsreformen im Rahmen der „Zielsteuerung Gesundheit“. Neben der Geschäftsstelle des Wiener Gesundheitsfonds (WGF), dieser ist für die Teilfinanzierung der Wiener Fondskrankenanstalten zuständig, ist auch die Frauengesundheit Wien in der MA 24 angesiedelt. Darüber hinaus werden die Aufgaben des Bereichsleiters für Finanzmanagement der Geschäftsgruppe Soziales, Gesundheit und Sport unter dem organisatorischen Dach der Abteilung Strategische Gesundheitsversorgung wahrgenommen.
Weiterführende Informationen zum Inhalt: Zur Fachabteilung • Wiener Gesundheitsziele • Wiener Programm für Frauengesundheit • Wiener Gesundheitsfonds •Website Zielsteuerung Gesundheit Wien • Kontaktadressen
Projekt- und Schwerpunktüberblick
Zielsteuerung und Gesundheitsplanung
Weiterer Ausbau von Primärversorgungseinheiten (PVE) und Kinder-PVE
PVE stellen als erste Anlaufstelle im Gesundheitssystem eine ganzheitliche, koordinierte und wohnortnahe allgemeinmedizinische Betreuung für alle Wiener*innen sicher.
Mit Ende 2025 waren insgesamt 25 PVE in Betrieb, wobei bereits über 10 Prozent aller allgemeinmedizinischen Konsultationen im niedergelassenen Bereich in PVE stattfanden. 14 weitere PVE wurden erfolgreich ausgeschrieben und befinden sich im Umsetzungsprozess.
Um die Versorgung von Kindern und Jugendlichen im niedergelassenen Bereich zu verbessern, wurde in Anlehnung an die allgemeinmedizinischen PVE ein Konzept für Kinder-PVE entwickelt und umgesetzt. Mit Stand Oktober 2025 stehen der Wiener Bevölkerung insgesamt elf multiprofessionelle Kindergesundheitszentren (Ambulatorien für Kinder- und Jugendheilkunde sowie Kinder-PVE) zur Verfügung.
Wundzentrum Wien Süd
Mit Juli 2025 hat das letzte von insgesamt vier geplanten Wundzentren seinen Betrieb aufgenommen. Durch die Lage im 10. Bezirk, welcher zu den einwohner*innenstärksten Bezirken Wiens zählt, konnte die Wundversorgung im Süden Wiens bedeutend verbessert werden. Wundzentren schließen eine wichtige Lücke zwischen der Primärversorgung, der mobilen Pflege und dem stationären Bereich (Krankenhäuser). Sie verfügen über erweiterte Möglichkeiten der Diagnostik und Behandlung und sind auf die Versorgung chronischer Wunden spezialisiert.
Therapiezentrum chronischer Schmerz (TCS) im Rabenhof
In der Wiener Zielsteuerungskommission wurde der Grundsatzbeschluss gefasst, drei Schmerzzentren zu etablieren (zwei interdisziplinäre Schmerzzentren und ein Zentrum für multimodale Schmerztherapie speziell für Rückenschmerzpatient*innen). Die offizielle Eröffnung des ersten Zentrums, das Therapiezentrum chronischer Schmerz (TCS) im Rabenhof, hat am 5. November 2025 stattgefunden. Hier werden erwachsene Menschen mit lang anhaltenden chronischen Schmerzen behandelt.
Langfristig soll eine abgestufte, evidenzbasierte und vernetzte Schmerzversorgung unter Berücksichtigung bereits vorhandener Ressourcen aufgebaut werden. Ausgehend von neuen extramuralen Angeboten mit einer spezialisierten Schmerzversorgung der Stufe II (zum Beispiel TCS im Rabenhof) soll ein Versorgungsnetzwerk mit Einbindung der Primärversorgung (Stufe I) in umliegenden Bezirken und den benachbarten Spitalsambulanzen entstehen.
Qualitätsarbeit mit den Wiener Fondskrankenanstalten
Besondere Bedeutung kam 2025 der fachlichen Bearbeitung der leistungsbezogenen Dokumentation der Krankenanstalten zu, die wegen der Umstellungen des LKF-Systems mit geänderter Abrechnungsgrundlage und verpflichtender ambulanter Diagnosecodierung erforderlich wurde. Um die wichtigen Korrekturen auch mittelfristig abzusichern, wird eine Anpassung der Prüfroutinen vorgenommen.
Im Bereich der Ergebniskontrolle wurden den Krankenanstalten die Ergebnisse des AIQI-Systems (Austrian Inpatient Quality Indicators) zur Verfügung gestellt und diese auf dem Weg über die Krankenanstaltenträger um die Ableitung von Maßnahmen bei Auffälligkeiten ersucht. Die wegen der CCovid-19-Pandemie für mehrere Jahre ausgesetzten begleitenden Peer-Reviews konnten mit dem Gesundheitsministerium zum Jahreswechsel wieder aufgenommen werden, dabei stehen derzeit die Themen Gebärmutterentfernung, Hüft- und Knieendoprothesen sowie der erste Pilot zu Organspenden im Fokus.
Das Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz wurde bei der Neuerstellung der Qualitätsstrategie und der Patient*innensicherheitsstrategie sowie zahlreicher damit verbundener Projekte unterstützt. Ebenso wurde die Zusammenstellung von Daten der Krankenhaushygiene zu mit dem Gesundheitssystem assoziierten Infektionen weiter vorangetrieben.
Die trägerübergreifenden Abstimmungen der Krankenanstaltenträger wurden fortgeführt, wobei neben Qualitätsthemen auch die Infektionslage, Themen der Ausfallssicherheit und der Leistungsabstimmung regelmäßig angesprochen werden.
eHealth und Elektronische Gesundheitsakte (ELGA)
Die MA 24 war im abgelaufenen Jahr erneut in zentraler Rolle an der Weiterentwicklung von eHealth und Digitalisierung im Gesundheitswesen in Österreich und speziell für Wien beteiligt. Im Einklang mit den Zielsetzungen der österreichischen und der Wiener eHealth-Strategie wurden zahlreiche Vorhaben mit hoher Intensität koordiniert, fachlich begleitet und auf Wiener Ebene aktiv mitgestaltet. Schwerpunkte bildeten dabei u. a. die Arbeiten an der Austrian Patient Summary, an der e-Diagnose sowie an digital unterstützten Medikationsprozessen. Darüber hinaus engagierte sich die MA 24 in Vorhaben zur verbesserten Patientensteuerung und integrierten Versorgung, insbesondere beim e-Behandlungsplan, bei telemedizinischen Anwendungen, beim Terminservice und bei der weiteren Ausgestaltung der Gesundheitsberatung 1450. Einen weiteren Schwerpunkt bildete die laufende Abstimmung mit Bund, Ländern und Sozialversicherung, die Vertretung Wiener Interessen in den einschlägigen Gremien sowie die konsequente Weiterführung der Wiener eHealth-Strategie als Orientierung für die Prioritäten der nächsten Umsetzungsschritte.
In gewohnter Weise nahm die MA 24 die koordinierende Rolle im ELGA- und e-Health-Nutzerbeirat wahr und beteiligte sich aktiv an strategischen Abstimmungen zwischen Bund, Ländern und Sozialversicherung im Rahmen der Reformpartnerschaft.
Wiener Gesundheitsziele
Im Jahr 2015 beschloss die Stadt Wien die Wiener Gesundheitsziele 2025 mit dem Anspruch, Gesundheit langfristig, nachhaltig und gemeinsam zu fördern. 10 Jahre später liegt nun der digitale Bericht „10 Jahre Gesundheitsziele Wien 2025“ vor und bietet einen kompakten Überblick über Entwicklungen und Erfolge.
Das Wiener Gesundheitsfonds-Gesetz definiert die Weiterentwicklung der Wiener Gesundheitsziele als Aufgabe des Wiener Gesundheitsfonds. Aufbauend auf den Entwicklungen der letzten 10 Jahre wurden daher neue Wiener Gesundheitsziele 2030 definiert, die ins Regelsystem der Wiener Gesundheitslandschaft integriert und an den Regionalen Strukturplan Gesundheit gekoppelt sind.
Frauengesundheit Wien
Im Bereich der Frauengesundheit wurde eine Vielzahl an Maßnahmen im Bereich der gesundheitlichen Chancengerechtigkeit umgesetzt. Unter anderem:
Wienweite Kampagne zu minimalinvasiven Schönheitseingriffen
Aufbauend auf den 2024 entwickelten Informationsmaterialien griff die MA 53 – Kommunikation und Medien – die Inhalte auf und startete am 26. Juni 2025 eine wienweite Informationskampagne in Kooperation mit dem Wiener Programm für Frauengesundheit. Frauen und Männer wurden gleichermaßen angesprochen.
Unter dem Titel „Botox, Filler und Co. – Stadt Wien warnt vor gesundheitlichen Risiken bei Schönheits-OPs“ setzte die Stadt Wien rechtzeitig vor der sommerlichen Hochsaison für ästhetische Behandlungen ein klares Zeichen gegen Schönheitsdruck und für evidenzbasierte Aufklärung.
Altersgerechte Information zur ersten Regel
Im Rahmen des Projektschwerpunkts „Menarche – altersgerechte Information zur ersten Regel“ wurden zwei Projekte von Kindern für Kinder umgesetzt: die Bildgeschichte „Alarmstufe Rot! Spione im Baumhaus“ für Volksschulkinder sowie der Comic „Pippa checkt alles — Fairplay für die erste Regel“ für 11- bis 12-jährige Kinder.
Wiener Plattform Endometriose
Endometriose, das „Chamäleon der Medizin“, zählt aufgrund ihrer unspezifischen, vielfältigen und wechselnden Symptome zu den häufigsten chronischen Erkrankungen bei Frauen im reproduktiven Alter und bleibt daher sehr lange unerkannt und unbehandelt.
Das Wiener Programm für Frauengesundheit initiierte 2025 einen Strategieprozess, der vom Innovationsfonds der Stadt Wien unterstützt wurde. Der Prozess folgt einem partizipativen Ansatz, bei dem relevante fachliche Expert*innen unterschiedlicher Disziplinen sowie Organisationen und Institutionen aus dem Gesundheitsbereich sowie Patientinnenvertreterinnen einbezogen werden. Bis 2028 soll gemeinsam daran gearbeitet werden, die Versorgung von Betroffenen in Wien zu verbessern. In einem ersten Schritt wurde leicht verständliches Informationsmaterial zu Endometriose erstellt.
Veranstaltungen
- Fachtagung „Menopause. Erleben. Verorten. Behandeln?“ in Kooperation mit der Österreichischen Gesellschaft für Psychosomatik in Gynäkologie und Geburtshilfe
- Treffen der Wiener Plattform „Frauen*Flucht*Gesundheit“
- Wiener Dialog Frauengesundheit: „Gewollte Kinderlosigkeit“
- Wiener Dialog Frauengesundheit: „Influence me. Weiblichkeit, Gesundheit und Selbstbild in sozialen Medien“
- Kongress „Sexualmedizin Interdisziplinär“ in Kooperation mit der Österreichischen Gesellschaft zur Förderung der Sexualmedizin und der sexuellen Gesundheit