Jahresbericht des Wiener Programms für Frauengesundheit 2025 Startseite wien.gv.at
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4.2 Brustkrebsfrüherkennung

4. Prävention & Versorgung

Projektleitung: Sabine Hofireck

2024 erhielten in Österreich 22 363 Frauen und 25 997 Männer eine Krebsdiagnose. Bei Frauen waren bösartige Tumore der Brust dabei die häufigste Diagnose (6 959 Fälle). Brustkrebs machte 2024 bei Frauen rund 31 % aller Neuerkrankungsfälle sowie etwa 18 % aller Krebstodesfälle (1 755) aus. In Wien erkrankten im Jahr 2024 insgesamt 1 418 Frauen an Brustkrebs; im selben Jahr starben 375 Frauen an den Folgen der Erkrankung.

Brustkrebs-Screening

Vorsorgeuntersuchungen und Screening Programme dienen der Früherkennung von Krankheiten, richten sich an die gesunde Bevölkerung und sind eine wesentliche Säule im Gesundheitssystem.

In Österreich gibt es seit 2014 das von Bund, Ländern und Dachverband finanzierte Nationale Brustkrebs-Früherkennungsprogramm (BKFP). Dieses Angebot basiert auf der Grundlage evidenzbasierter EU-Guidelines. In Österreich erhalten Frauen im Alter von 45 bis 75 Jahren alle zwei Jahre ein Einladungsschreiben, aber auch Frauen ab 40 können daran teilnehmen.

Ab 75 Jahren wird eine regelmäßige Mammografie zur Brustkrebs-Früherkennung nicht mehr generell empfohlen. In dieser Altersgruppe werden häufiger Veränderungen entdeckt, die zwar als Krebs gelten, aber möglicherweise langsam wachsen und zu Lebzeiten keine Beschwerden verursacht hätten: Bei Frauen, die bis zum 90. Lebensjahr gescreent werden, liegt das Risiko für eine Überdiagnose bei bis zu 50 %. Die Nebenwirkungen einer Behandlung von Brustkrebs steigen ebenfalls mit dem Alter an. Eine Teilnahme am Programm ist dennoch möglich.

Die Teilnahmerate am Screening Programm ist trotz niederschwelligem Zugang leider mit rund 42 % konstant auf niedrigem Niveau und stagniert in allen Bundesländern. Daher lag der Fokus der Steuerungsgruppe in der Erarbeitung von Maßnahmen zur Steigerung der Teilnahmerate:

Die Website früherkennen.at sowie das Einladungsschreiben wurden inhaltlich von der Koordinierungsstelle überarbeitet und grafisch neugestaltet. Ein QR-Code zur Übersetzung in verschiedene Sprachen sorgt für bessere Verständlichkeit.

Eine österreichweite Kampagne mit prominenten Testimonials, die zur Teilnahme motivieren, wurde vor allem auf Social-Media-Kanälen verbreitet.

Informationsmaterial wurde in leicht verständlicher Sprache erstellt.

In Wien wurden in Bezirken mit besonders niedriger Teilnahmerate vom WPFG als Landesvertretung in der Steuerungsgruppe und Kerstin Schütze von der Regionalleitung Wien Kontakt zu den Bezirksvorstehungen aufgenommen und gemeinsam öffentlichkeitswirksame Maßnahmen erarbeitet. So wurde im 6. Bezirk Kontakt zum Bezirksnetzwerk hergestellt und bei mehreren Sitzungen das BKFP ausführlich vorgestellt. Zusätzlich wurde ein Aktionstag auf der Mariahilfer Straße durchgeführt. Weiters wurde das BKFP mit einem Informationsstand am Parkfest im Esterhazy Park beworben. Im 15. Bezirk wurde bei den Parkgesprächen des Bezirksvorstehers das Programm vorgestellt sowie im 21. Bezirk am Bahnhof Floridsdorf ein Aktionstag durchgeführt. Zudem wurde das Brustkrebs-Früherkennungsprogramm (BKFP) bei allen Veranstaltungen und Messeständen, bei dem das Wiener Programm für Frauengesundheit vertreten war, beworben.

Steuerungsgruppe BKFP

Begleitend zur Umsetzung des BKFPs wurde eine interdisziplinäre Steuerungsgruppe implementiert. Das Wiener Programm für Frauengesundheit vertritt in diesem Gremium die Stadt Wien und ist mit der Umsetzung des Assessmentprozesses auf Wiener Ebene befasst. 2025 nahm das Wiener Programm für Frauengesundheit an beiden Sitzungen dieser Steuerungsgruppe teil.