Jahresbericht des Wiener Programms für Frauengesundheit 2025 Startseite wien.gv.at
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4.3 Fachtagung „Menopause. Erleben. Verorten. Behandeln?“

4. Prävention & Versorgung

Projektleitung: Sabine Hofireck und Denise Schulz-Zak

Die Wechseljahre sind eine natürliche Phase und dennoch nach wie vor ein Tabuthema, über das insbesondere im Zusammenhang mit Frauen kaum offen gesprochen wird. Um das zu ändern und Frauen für und in dieser Phase zu stärken, entwickelte das Wiener Programm für Frauengesundheit 2024 neue Informationsmaterialien, auch in verschiedenen Sprachen.

Zur Sensibilisierung der Ärzt*innenschaft und zur multiperspektivischen Betrachtung der Menopause wurde gemeinsam mit der Österreichischen Gesellschaft für Psychosomatik in Gynäkologie und Geburtshilfe sowie der Universitätsklinik für Psychoanalyse und Psychotherapie am 16. Oktober 2025 eine Fachtagung unter dem Titel: „Menopause. Erleben. Verorten. Behandeln?“ im Wiener Rathaus veranstaltet.

Dabei gab Martina Schlünder, Ärztin, Wissenschafts- und Medizinhistorikerin, unter dem Titel „Vollkommene Frauen – ewige Jugend“ einen Einblick, wie die Menopause zur „Hormonmangelkrankheit“ wurde. Monika Pietrzak-Franger, Professorin für Anglistische Kultur- und Literaturwissenschaft, beleuchtete den „Menstruation Moment“ in der Popkultur.

Sylvia Gaiswinkler, Studienautorin des Menstruationsberichtes 2024, präsentierte Daten und Erkenntnisse zu den Wechseljahren. Eva Thurner, Gynäkologin, referierte mit Katharina Leithner-Dziubas, Leiterin der psychosomatischen Frauenambulanz, über die „Menopause als Übergang oder Zäsur?“.

Gesellschaftliche und ökonomische Aspekte der Wechseljahre in einer alternden Bevölkerung thematisierte Veronika Pelikan, Journalistin und Gründerin von wechselweise. Barbara Maier, ehem. Leiterin der Gynäkologisch-geburtshilflichen Abteilung der Klinik Ottakring, widmete sich der Frage nach einem natürlichen oder medikalisierten Lebensabschnitt. Über frühe Menopause und psychosomatische Begleitung sprach die Berliner Gynäkologin und Psychotherapeutin Friederike Siedentopf.

Das vielfältige Vortragsprogramm stieß auf reges Interesse und füllte den Wappensaal im Wiener Rathaus. Deutlich wurde: Die Wechseljahre sind nicht nur ein medizinisches Thema, sondern auch eine gesundheits- und gesellschaftspolitische Herausforderung.