6. Beschäftigung & Arbeitsmarkt

6.3 Erwerbstätigenraten

Chart

Tabelle

kein Migrationshintergr. BA AT, MigH EU/EFTA BA AT, MigH Drittstaaten BA Ausl., MigH EU/EFTA BA Ausl., MigH Drittst.
2007 – 10 432710,17 22498,75 62437,17 55670,58 119010,17
2008 – 11 435247,08 23889,08 64759,58 56549,83 121664,92
2009 – 12 434954,75 25204,25 68441,92 58037,75 123725,75
2010 – 13 437863,83 26000,75 72690,75 62206,33 121936,25
2011 – 14 439360,25 27961,92 74636,75 69361,25 113662,17
2012 – 15 432608,92 31408,5 77489,58 77651,83 108462,08
2013 – 16 427646,75 34998,83 77487,75 85716 109798,42
2014 – 17 425868,33 36582,83 80025,17 91412,58 114136,75
2015 – 18 427219,83 37528,75 84518,67 98110,42 120489
2016 – 19 426871 38104,58 92805,5 100924,33 125953,33
2017 – 20 429145,67 41695,33 94465,67 102281,33 128641,25
2018 – 21 425823,92 46669,83 97670,33 100314,42 128265,42
2019 – 22 419641,17 52007,25 104583,25 101691,75 128853,17

Abb.1a: Erwerbstätige in Wien im erwerbsfähigen Alter, ohne Personen unter 25 Jahren, die sich noch in Ausbildung befinden.

Chart

Tabelle

kein Migrationshintergr. BA AT, MigH EU/EFTA BA AT, MigH Drittstaaten BA Ausl., MigH EU/EFTA BA Ausl., MigH Drittst.
2007 – 10 28770,75 1553 12511,75 4527,92 14960
2008 – 11 30079,92 1849,5 12242 4679,58 14852,75
2009 – 12 30854,67 2182,25 12855,92 5123,75 13976,75
2010 – 13 30638,08 2632,58 12433,75 5714,42 15441,25
2011 – 14 32602,67 2902,17 13337,42 7036,75 16441,5
2012 – 15 33665,92 3668,25 14718,67 8942 18516,33
2013 – 16 34699,83 4189,58 17637,83 10342,33 20040,92
2014 – 17 35177,08 4811,58 20449,67 10590,5 22121,5
2015 – 18 33916,33 4749,25 22229,75 10455,08 23335,58
2016 – 19 31806,75 4900,75 20515,08 9674,58 24877,92
2017 – 20 29658 4144,08 19758,92 9885,5 25386,58
2018 – 21 32322,92 4215,75 19890,75 11632,75 28394
2019 – 22 33204 4141,25 20425,5 12012,92 28455,5

Abb. 1.b: Arbeitslose in Wien im erwerbsfähigen Alter, ohne Personen unter 25 Jahren, die sich noch in Ausbildung befinden.

Chart

Tabelle

kein Migrationshintergr. BA AT, MigH EU/EFTA BA AT, MigH Drittstaaten BA Ausl., MigH EU/EFTA BA Ausl., MigH Drittst.
2007 – 10 105696 6123,67 17685 17936,25 59734,75
2008 – 11 101756 5794,58 17814,83 19097,83 57820,17
2009 – 12 96885,33 5278,92 18393,33 19886,42 56877,08
2010 – 13 94704,08 5042,33 17820,17 18694,42 58231,25
2011 – 14 91386,67 4806,75 20206,5 17135,33 62141,33
2012 – 15 91408,58 5553,5 22121 17424,92 65889,17
2013 – 16 89882,17 5328,67 23648,58 18625 71079
2014 – 17 89303,5 5105,92 22664,08 19244,33 73954,25
2015 – 18 83256,25 5765,5 22085,92 20197,58 75421,08
2016 – 19 82799,75 7702,92 21455,67 21370,25 72288,58
2017 – 20 80079,08 9090,75 22588 23368,83 72352,75
2018 – 21 78087,08 8688,83 23626,92 22276,75 70480,67
2019 – 22 74460,17 7621,17 26435,42 21149 69902,17

Abb 1c: Nicht-Erwerbspersonen in Wien im erwerbsfähigen Alter, ohne Personen unter 25 Jahren, die sich noch in Ausbildung befinden.

Die Gesamtzahl der in Wien erwerbstätigen Personen ist 2019–2022 im Vergleich zu vorangehenden Betrachtungsperioden gestiegen (auf gesamt 806.777 Personen) (Abb. 1a). Dieser Anstieg ist insbesondere auf eine Zunahme bei zwei der fünf in diesem Monitor beobachteten Gruppen zurückzuführen: Personen mit einem Migrationshintergrund aus einem Drittstaat, die in Österreich ausgebildet wurden, und Personen, die ihre höchste Bildung aus dem Ausland und einen Migrationshintergrund aus einem EU/EFTA-Staat haben. Anders verhält es sich bei Personen ohne Migrationshintergrund. In dieser Gruppe ist die Zahl der Erwerbstätigen zuletzt leicht gesunken.

Ein genauer Befund der Teilhabe der Wiener*innen am Arbeitsmarkt ergibt sich durch den Blick auf die Erwerbstätigenraten. Die Erwerbstätigenrate wird als Anteil der sowohl selbstständig als auch unselbstständig erwerbstätigen Personen im erwerbsfähigen Alter an der gesamten Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter definiert – bei Frauen ist dies das Alter zwischen 15 und 59 Jahren und bei Männern zwischen 15 und 64 Jahren. In den Auswertungen zur Erwerbstätigenrate wurden Personen unter 25 Jahren, die sich noch in Ausbildung befinden, herausgerechnet. Dies betrifft beispielsweise Lehrlinge, nebenbei arbeitende Studierende oder auch Zivil- und Präsenzdiener. Diese Vorgehensweise unterscheidet sich von der amtlichen Statistik und erzielt, dass die so berechnete Erwerbstätigenrate nur jene abbildet, die sich nicht mehr in einem Alter befinden, in dem Bildungsbeteiligung vorrangig ist.

Im Folgenden werden Unterschiede in Erwerbstätigenraten differenziert nach Alter, nach Geschlecht, nach Bildungsstand und nach Periode des Aufenthaltsbeginns für die in diesem Monitor in den Blick genommenen Bevölkerungsgruppen dargestellt.

Erwerbstätigenraten der Wiener Bevölkerung

Die Erwerbstätigenrate ist ein Indikator für die Teilhabe am Erwerbsleben und für die Integration von zugewanderten Menschen in den Wiener Arbeitsmarkt. Betrachtet man die Entwicklung der Erwerbstätigenrate der Wiener Bevölkerung differenziert nach Bildungsort und Migrationshintergrund (Abb. 2), wird ersichtlich, dass sich in den letzten Jahren die Erwerbstätigenraten der beobachteten Bevölkerungsgruppen unterschiedlich entwickelt haben. So ist zum Beispiel die Erwerbstätigenrate von Personen mit Bildung aus Österreich und Migrationshintergrund aus einem EU/EFTA-Staat 2019–2022 im Vergleich zu 2007–2010 gestiegen (2007–2010: 75 %; 2019–2022: 82 %). Ebenso ist die Erwerbstätigenrate von Personen ohne Migrationshintergrund nun höher (2007–2010: 76 %; 2019–2022: 80 %). Die Erwerbstätigenrate von Personen mit Bildung aus dem Ausland und Migrationshintergrund aus einem Drittstaat ist 2019–2022 hingegen in der letzten Beobachtungsperiode niedriger als in der ersten Untersuchungsperiode 2007–2010 (2007–2010: 61 %; 2019–2022: 57 %).

Der Abstand zwischen den Gruppen mit der höchsten Erwerbstätigenrate und den Gruppen mit der niedrigsten Erwerbstätigenrate ist 20192022 deutlich größer als 2007–2009.

Chart

Tabelle

kein Migrationshintergr. Bild. AT, MH EU/EFTA Bild. AT, MH Drittstaat Bild. Ausl., MH EU/EFTA Bild. Ausl., MH Drittst.
2007 – 10 76,29 74,56 67,4 71,25 61,44
2008 – 11 76,75 75,76 68,3 70,4 62,6
2009 – 12 77,3 77,16 68,65 69,88 63,59
2010 – 13 77,74 77,21 70,61 71,82 62,34
2011 – 14 77,99 78,39 68,99 74,16 59,12
2012 – 15 77,57 77,3 67,78 74,65 56,24
2013 – 16 77,44 78,62 65,24 74,74 54,65
2014 – 17 77,38 78,67 64,99 75,39 54,3
2015 – 18 78,48 78,11 65,6 76,19 54,96
2016 – 19 78,83 75,14 68,86 76,48 56,45
2017 – 20 79,64 75,91 69,05 75,46 56,83
2018 – 21 79,41 78,34 69,18 74,74 56,47
2019 – 22 79,58 81,55 69,06 75,41 56,71

Abb. 2: Erwerbstätigenrate der Wiener Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter ohne Personen unter 25 Jahren, die sich noch in Ausbildung befinden, nach Bildungsort und Migrationshintergrund (in %).

Die Erwerbstätigenrate der Wiener Bevölkerung ohne Migrationshintergrund lag in der Periode 2019–2022 bei einem Wert von 80 %. Damit lag sie etwas unter der in Österreich ausgebildeten Bevölkerung mit EU/EFTA-Migrationshintergrund (82 %) und über der Erwerbstätigenrate der im Ausland ausgebildeten Wiener*innen mit Migrationshintergrund aus einem EU/EFTAStaat (75 %).

Bei Menschen mit in Österreich erworbenen Bildungsabschlüssen und Migrationshintergrund aus einem Drittstaat kam es zu einem zwischenzeitlichen Absinken der Erwerbstätigenrate auf 65 % in den Perioden 2013–2016 und 2014– 2017, bevor sie 2016–2019 wieder auf 69 % anstieg und bis zur letzten Beobachtungsperiode auf diesem Wert blieb. Parallel dazu, aber auf einem tieferen Niveau verlief die Erwerbstätigenrate der Bevölkerung mit ausländischer Bildung und Migrationshintergrund aus einem Drittstaat. Sie sank von 64 % in der Periode 2009–2012 auf nur mehr 54 % in der Periode 2014–2017 und lag auch in der letzten Beobachtungsperiode (2019–2022) mit 57 % nach wie vor unter der 60 %Marke. Dadurch hat der Abstand zwischen der höchsten und der niedrigsten Erwerbstätigenrate spätestens seit der Periode 2010–2013 spürbar zugenommen und sich danach kaum verringert. Nachdem der Abstand zu Beginn des Monitorings über mehrere Phasen stabil bei etwa 15 Prozentpunkten gelegen war, lag er zuletzt bei 23 Prozentpunkten (Abb. 2).

Erwerbstätigenraten nach Geschlecht

Die Grafik zeigt, dass die Unterschiede bei den Erwerbstätigkeitsraten nach Bildungsort und Migrationshintergrund bei Frauen größer als Männern sind

Werden die Erwerbstätigenraten zusätzlich nach Geschlecht unterschieden, so stechen einige geschlechtsspezifische Muster ins Auge: Die Erwerbstätigenrate unterscheidet sich bei in Österreich ausgebildeten Männern zwischen Personen mit und ohne Migrationshintergrund deutlich weniger als bei Frauen. Im Gegensatz dazu waren die Raten für Frauen mit Migrationshintergrund aus einem Drittstaat, sowohl derer mit Bildung aus dem Ausland als auch derer mit Bildung aus dem Inland, deutlich niedriger als bei den Frauen der anderen Bevölkerungsgruppen.

In der Periode 2019–2022 lag die Erwerbstätigenrate der Frauen ohne Migrationshintergrund mit einer Wahrscheinlichkeit von 95 % zwischen 81,3 % und 84,2 %, während jene der Männer zwischen 75,3 % und 78,4 % lag (Abb. 3). Personen unter 25 Jahren, die sich noch in Ausbildung befinden, wurden hier wie bereits erwähnt aus den Berechnungen ausgeklammert.

Chart

Tabelle

kein Migrationshintergr. BA AT, MigH EU/EFTA BA Ausl., MigH Drittst. BA Ausl., MigH EU/EFTA BA Ausl., MigH Drittst.
2007 – 10 77,54 69,23 62,72 66,47 54,01
2008 – 11 78,77 71,66 63,77 64,99 55,53
2009 – 12 79,66 73,74 65,53 64,46 56,69
2010 – 13 80,47 76,59 67,54 66,83 55,37
2011 – 14 80,88 77,08 65,17 70,01 52,39
2012 – 15 80,57 75,76 62,95 70,6 49,07
2013 – 16 80,52 77,16 60,72 70,86 48,26
2014 – 17 79,85 78,78 61,87 71,81 47,67
2015 – 18 80,7 80,23 63,29 71,98 48,43
2016 – 19 80,39 76,95 65,33 71,78 50
2017 – 20 81,84 77,02 63,38 70,5 49,74
2018 – 21 82,16 78,02 63,73 70,09 48,95
2019 – 22 82,77 81,24 65,34 71,62 47,56

Abb. 4a: Erwerbstätigenraten der Frauen in Wien im erwerbsfähigen Alter ohne Personen in Ausbildung unter 25 Jahren, nach dem Ort des höchsten Bildungsabschlusses, Migrationshintergrund und Geschlecht (in %).

Chart

Tabelle

kein Migrationshintergr. BA AT, MigH EU/EFTA BA Ausl., MigH Drittst. BA Ausl., MigH EU/EFTA BA Ausl., MigH Drittst.
2007 – 10 75,16 80,1 71,51 76,63 68,78
2008 – 11 74,93 80,17 72,23 76,39 69,71
2009 – 12 75,19 80,57 71,47 75,92 70,59
2010 – 13 75,35 77,85 73,46 77,66 69,31
2011 – 14 75,43 79,87 72,42 79,15 65,79
2012 – 15 74,91 79,06 72,1 79,45 63,14
2013 – 16 74,69 80,14 69,29 79,21 60,7
2014 – 17 75,18 78,56 67,73 79,31 60,52
2015 – 18 76,5 75,9 67,61 80,72 61,02
2016 – 19 77,45 73,2 71,97 81,3 62,37
2017 – 20 77,69 74,6 74,12 80,49 63,28
2018 – 21 77,02 78,72 73,99 79,57 63,29
2019 – 22 76,87 81,92 72,26 79,71 65,01

Abb. 4b: Erwerbstätigenraten der Männer in Wien im erwerbsfähigen Alter ohne Personen in Ausbildung unter 25 Jahren, nach dem Ort des höchsten Bildungsabschlusses, Migrationshintergrund und Geschlecht (in %).

Die Abstände zwischen den Erwerbstätigenraten der unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen haben sowohl bei Frauen als auch Männern über die Jahre hinweg zugenommen. Dies liegt vor allem am Rückgang der Erwerbstätigenrate von Wiener*innen aus Drittstaaten mit ausländischen Bildungsabschlüssen.

Bei den Frauen im erwerbsfähigen Alter hatten durchgängig jene ohne Migrationshintergrund die höchste Erwerbstätigenrate. Diese lag seit der Periode 2009–2012 beständig bei 80 % oder 81 %, stieg in der Periode 2017–2020 auf 82 % und lag zuletzt bei einem Höchstwert von 83 %. Insgesamt weisen Frauen ohne Migrationshintergrund damit höhere Erwerbstätigenraten als Männer ohne Migrationshintergrund auf, wobei berücksichtigt werden muss, dass Frauen mehr in Teilzeit arbeiten.

Auch jene mit österreichischen Bildungsabschlüssen und EU/EFTA-Migrationshintergrund erreichten bei der Erwerbstätigenrate zuletzt einen Höchstwert von 81 %, was einem Anstieg von 12 Prozentpunkten im Vergleich zur ersten Berichtsperiode von 2007–2010 entspricht. Beim Bevölkerungsteil mit Bildung aus Staaten der EU/EFTA kam es zuerst in der Periode 2014–2017 zu einem Anstieg auf 72 %, der dann 2017–2020 wieder auf 70 % abfiel und zuletzt erneut bei 72 % lag. Einen relativ geringen Anstieg bzw. bemerkbare Schwankungen gab es bei der Gruppe mit Bildung aus Österreich und Migrationshintergrund aus einem Drittstaat: Die höchste Erwerbstätigenrate war bei dieser Gruppe in der Periode 2010–2013 mit 68 % zu verzeichnen. Zuletzt lag dieser Wert bei 65 %.

Die niedrigste Erwerbstätigenrate mit einer zuletzt niedrigeren Rate als zu Beginn des Integrationsmonitoring haben mit 48 % Frauen mit ausländischer Bildung und Migrationshintergrund aus einem Drittstaat. Bei den Frauen gibt es somit einen immer größer werdenden Abstand zwischen dem Bevölkerungsteil ohne Migrationshintergrund und Frauen mit ausländischer Bildung und Migrationshintergrund aus einem Drittstaat. Insgesamt hat sich der Abstand bei den Erwerbstätigenraten der Frauen in Wien seit der ersten Beobachtungsperiode 2017–2010 damit von 24 auf 35 Prozentpunkte vergrößert (Abb. 4).

Auch bei den Männern hat sich der Abstand zwischen der höchsten und niedrigsten Erwerbstätigenrate innerhalb der Wiener Bevölkerung vergrößert. Mit einem Abstand von zuletzt etwa 12 Prozentpunkten sind die Unterschiede allerdings deutlich kleiner als bei den Frauen. Die höchsten Erwerbstätigenraten hatten Männer mit Migrationshintergrund aus einem EU/EFTA-Staat, sowohl jene mit Bildung aus dem Inland als auch jene mit Bildung aus dem Ausland. Bei beiden Gruppen lag die Erwerbstätigenrate mit 82 % (Bildung aus Österreich) bzw. 80 % (Bildung aus dem Ausland) etwas über jener der von Männern ohne Migrationshintergrund, bei welcher dieser Wert zuletzt mit einer leicht steigenden Tendenz 77 % betrug. Die Rate bei Männern mit Bildung aus Österreich und Migrationshintergrund aus einem Drittstaat lag kontinuierlich etwas darunter und betrug zuletzt 72 %. Die Erwerbstätigenrate bei Männern mit Bildung aus dem Ausland und Migrationshintergrund aus einem Drittstaat ist, nachdem sie sich seit der Periode 2012–2015 im Sinken befand, seit 2016–2019 wieder im Steigen und betrug zuletzt 65 %; sie ist damit vergleichsweise noch immer recht niedrig.

Erwerbstätigenrate nach Periode des Aufenthaltsbeginns

Für steigende oder sinkende Erwerbstätigenraten der zugewanderten Bevölkerung kann es diverse Ursachen geben. Durch Zuzüge aus den Bundesländern ebenso wie aus dem Ausland können sich die Altersstruktur, die Geschlechteranteile, die Bildungsstruktur und anderes verändert haben; diese Faktoren können sich auch in der Erwerbstätigenrate bemerkbar machen. Ebenfalls auswirken kann sich der Zuzugsgrund. Ziehen Menschen nach Wien zu – sei es aus den Bundesländern oder aus dem Ausland –, die das der Erwerbstätigkeit wegen und vielleicht wegen eines konkreten Jobangebots tun, so werden sie die Erwerbstätigenrate eher anheben. Kommen sie aus anderen Gründen nach Wien, etwa um sich in Sicherheit zu bringen, so kann sich das zunächst verringernd auf die Erwerbstätigenrate auswirken. Kommen sie nach Wien und nehmen hier sogleich eine Ausbildung auf, wirkt es sich in der hier gewählten Berechnungsweise der Erwerbstätigenrate gar nicht aus.

Die Grafik zeigt die Erwerbstätigenraten der im Ausland ausgebildeten Wiener Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter, ohne Personen unter 25 Jahren, die sich noch in Ausbildung befinden, nach dem Ort des höchsten Bildungsabschlusses, Migrationshintergrund und Aufenthaltsbeginn (in %). Die Grafik zeigt, dass die aus Drittstaaten zugewanderte Bevölkerung eine relativ niedrige Erwerbstätigenrate hat, dass sie aber bei den seit 2011 Zugewanderten steigt.

Um herauszufinden, wie sich der Neuzuzug von Bevölkerung mit Bildung aus dem Ausland auf die Erwerbstätigenrate ausgewirkt hat, wurden drei Zuzugsperioden unterschieden: vor 2004, zwischen 2004 und 2010 und ab dem Jahr 2011. Die Abbildung 5 zeigt, dass unabhängig vom Zuzugszeitpunkt die Erwerbstätigenraten der nicht in Ausbildung befindlichen Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter mit ausländischer Bildung und Migrationshintergrund aus einem Drittstaat immer die niedrigste war. Gleichzeitig war die Erwerbstätigenrate bei den aus einem Drittstaat Zugezogenen umso niedriger, je später der Zuzug erfolgte. Indem neue Bevölkerungsteile zuzogen, die anfänglich eine niedrige Erwerbstätigenrate hatten, sank aus statistischen Gründen die Erwerbstätigenrate der gesamten Wiener Bevölkerung mit Bildung aus Drittstaaten. Die Erwerbstätigenrate der Gruppe mit ausländischer Bildung und Migrationshintergrund aus einem Drittstaat, die bis 2003 zuzog, stagniert bei um die 60 %, während bei der Gruppe mit ausländischer Bildung und Migrationshintergrund aus einem Drittstaat, die zwischen 2010–2014 zugewandert ist, die Rate bei rund 55 % noch niedriger ist. Die Gruppe mit ausländischen Bildungsverläufen und einem Migrationshintergrund aus einem Drittstaat, die seit 2011 zugezogen ist, hat auf die Gruppe, die in der vorherigen Periode 2004–2010 zuwanderte, mittlerweile aufgeschlossen. Bei den zugewanderten Gruppen mit ausländischer Bildung, die aus einem EU/EFTA-Staat zugewandert sind, sieht man ebenso: Je länger der Zuzug zurückliegt, umso höher ist die Erwerbstätigenrate, bei Personen aus der EU/EFTA liegt die Rate bei 73 % (Zuzug ab 2011), 77 % (Zuzug zwischen 2004–2010) bzw. 80 % (Zuzug bis 2003).

Erwerbstätigenrate nach Alter

Betrachtet man die Erwerbstätigenraten getrennt nach Alter – einerseits die Wiener*innen am Beginn ihres Erwerbslebens im Alter zwischen 15 und 29 Jahren und andererseits jene am Ende ihrer Erwerbsbiografie ab dem Alter von 50 Jahren –, zeigen sich deutliche Unterschiede.

Chart

Tabelle

kein Migrationshintergr. BA AT, MigH EU/EFTA BA AT, MigH Drittstaaten BA Ausl., MigH EU/EFTA BA Ausl., MigH Drittst.
2007 – 10 74,84 74,96 62,45 65,18 48,96
2008 – 11 74,79 73,17 61,75 60,76 48,39
2009 – 12 74,99 74,89 63,44 60,33 52,33
2010 – 13 75,59 70,32 65,4 66,79 52,1
2011 – 14 75,72 72,4 65,24 70,73 49,36
2012 – 15 75,42 71,37 63,53 72,87 44,44
2013 – 16 75,32 75,04 60,68 73,84 42,09
2014 – 17 74,75 75,6 59,71 74 39,7
2015 – 18 75,51 73,74 59,6 72,74 40,54
2016 – 19 75,19 66,71 62,84 69,94 42,47
2017 – 20 75,07 67,67 63,22 66,39 43,27
2018 – 21 74,49 72,32 65,44 62,2 45,94
2019 – 22 74,15 76,71 65,92 62,95 48,09

Abb. 6a: Erwerbstätigenraten der Wiener*innen im Alter zwischen 15 und 29 Jahren ohne Personen unter 25 Jahren, die sich noch in Ausbildung befinden, nach Bildungsort und Migrationshintergrund (in %).

Chart

Tabelle

kein Migrationshintergr. BA AT, MigH EU/EFTA BA AT, MigH Drittstaaten BA Ausl., MigH EU/EFTA BA Ausl., MigH Drittst.
2007 – 10 58,35 63,54 54,44 58,53 56,05
2008 – 11 60,4 64,21 57,25 59,26 55,4
2009 – 12 61,89 66,53 58,52 61,52 53,57
2010 – 13 63,98 71,46 63,34 61,8 53,1
2011 – 14 65,71 73,77 60,04 64,45 50,63
2012 – 15 66,16 75,06 59,54 66,16 48,9
2013 – 16 66,44 68,94 59,21 67,51 48,49
2014 – 17 66,85 69,29 60,61 68,23 50,86
2015 – 18 70,11 66,56 61,22 69,6 53,47
2016 – 19 72,1 71,59 62,46 70,67 55,6
2017 – 20 74,33 76,38 62,94 73,2 54,63
2018 – 21 73,9 82,46 64,95 74,57 52,87
2019 – 22 73,89 85,1 67,75 77,98 51,65

Abb. 6b: Erwerbstätigenraten der Wiener*innen im Alter zwischen 50 und 59, bzw. 64 Jahren nach Bildungsort und Migrationshintergrund (in %).

Der Abstand zwischen der höchsten und der niedrigsten Erwerbstätigenrate der verschiedenen Bevölkerungsgruppen ist vor allem bei jungen Erwerbstätigen groß. Bei Wiener*innen unter 30 Jahren lag der Abstand zuletzt bei 29 Prozentpunkten.

Bei Wiener*innen unter 30 Jahren sind die Unterschiede zwischen den dargestellten Bevölkerungsgruppen bei der Erwerbstätigenrate etwas größer als unter den Personen im erwerbsfähigen Alter insgesamt. Der Abstand zwischen der höchsten und der niedrigsten Erwerbstätigenrate der verschiedenen Bevölkerungsgruppen liegt bei den Unter-30-Jährigen bei 29 Prozentpunkten (Abb. 6a). Am oberen Ende der Skala befanden sich zuletzt die Unter-30-Jährigen mit Bildung aus Österreich und Migrationshintergrund aus einem EU/EFTA-Staat. Gleichzeitig zeigen sich bei dieser Bevölkerungsgruppe größer werdende Schwankungen bei der Erwerbstätigenrate. Nachdem 2016–2019 mit 67 % die niedrigste Rate bei dieser Gruppe seit Beginn des Integrationsmonitorings zu verzeichnen, war, lag diese zuletzt bei einem Höchstwert von 77 %. Bei den Personen ohne Migrationshintergrund wiederum lag die Erwerbstätigenrate relativ konstant bei um die 75 %, mit einer Rate von zuletzt 74 %. Eine abnehmende Entwicklung ist beim Bevölkerungsteil unter 30 Jahren mit ausländischer Bildung und Migrationshintergrund aus der EU/ EFTA zu beobachten. Der Anstieg ab der Periode 2010–2013 beruhte auf einer Zunahme der Erwerbstätigen, während das Abfallen ab 2015–2018 auf gleichbleibender Beschäftigung und gleichzeitiger Zunahme der Arbeitslosen und nicht erwerbstätigen Personen beruhte. Zuletzt hatte diese Gruppe eine Erwerbstätigenrate von 63 %. Leicht darüber mit zuletzt 66 % liegt die Erwerbstätigenrate der Unter30 Jährigen mit Bildung aus Österreich und Migrationshintergrund aus einem Drittstaat. Am unteren Ende der Skala befindet sich mit einer Rate von 48 % der Bevölkerungsteil mit ausländischer Bildung und Migrationshintergrund aus einem Drittstaat. Bis zur Periode von 2011–2014 lag die Erwerbstätigenrate dieser Gruppe in der Nähe von 50 %, ab der Periode 2013–2016 nur mehr bei 40 % und befindet sich seit 2015–2018 wieder im Steigen. Diese Entwicklung liegt zu einem großen Teil am Zuzug ab dem Jahr 2011 – in dieser Gruppe war die Erwerbstätigenrate besonders niedrig, und zugleich fiel der größte Teil der neu zuziehenden Bevölkerung in diese Altersgruppe. Seit der Periode 2015–2018 ist bei dieser Gruppe nunmehr ein kontinuierlicher Anstieg zu verzeichnen, wobei dieser vermutlich auf die allmähliche Aufnahme von geflüchteten Personen in den Arbeitsmarkt zurückzuführen ist.

Bei Wiener*innen ab 50 Jahren lag der Unterschied zwischen der Bevölkerungsgruppe mit der niedrigsten und der höchsten Erwerbstätigenrate zuletzt bei 22 Prozentpunkten.

Bei der Wiener Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter ab 50 Jahren nahm die Erwerbstätigenrate seit dem Beginn des Integrationsmonitoring um rund 11 Prozentpunkte auf zuletzt 69 % zu, da eine immer größer werdende Gruppe an Menschen später in Pension geht: Am stärksten zugenommen hat dabei die Erwerbstätigenrate der Personen mit Bildung aus Österreich und Migrationshintergrund aus einem EU/EFTA-Staat. Nach einem Absinken der Erwerbstätigenrate in der Periode 2015–2018 auf 67 % lag sie zuletzt bei 85 %. Merklich zugenommen hat auch die Erwerbstätigenrate der älteren Bevölkerung mit ausländischer Bildung und Migrationshintergrund aus der EU/EFTA. Sie lag zuletzt bei 78 % und ist somit um 19 Prozentpunkte seit Beginn des Monitorings gestiegen. Bei der Gruppe ohne Migrationshintergrund betrug die Erwerbstätigenrate anfänglich 58 % und erreichte zuletzt einen Wert von rund 74 %, was einen Anstieg von 16 Prozentpunkten bedeutet. Bei der Gruppe mit Bildung aus Österreich und Migrationshintergrund aus einem Drittstaat stieg die Rate um 15 Prozentpunkte seit der Periode 2007–2010 und lag zuletzt bei 68 %. Bei der älteren Bevölkerungsgruppe mit ausländischer Bildung und Migrationshintergrund aus einem Drittstaat bleibt die Erwerbstätigenrate insgesamt auf einem niedrigen Niveau und lag zuletzt bei 52 %.

Erwerbstätigenrate nach höchstem Bildungsabschluss und Geschlecht

Erwerbstätigenraten unterscheiden sich oft nach dem Geschlecht und dem Ausbildungsniveau der untersuchten Personen. Doch auch bei demselben Geschlecht und demselben Ausbildungsniveau zeigen sich innerhalb der Bevölkerung Unterschiede im Zusammenhang mit dem Ort des höchsten Bildungsabschlusses und des Migrationshintergrunds.

Die Grafik zeigt, dass je höher der Bildungsabschluss ist, je höher die Erwerbstätigenraten der Wiener Frauen im erwerbsfähigen Alter sind.

Mit höherer Bildung ist auch die Erwerbstätigenrate der Frauen in Wien höher. Nur bei Frauen aus Drittstaaten mit ausländischen Bildungsabschlüssen ist die Erwerbstätigenrate auch bei Bildung ab der Matura eher niedrig.

Bei Frauen ohne Migrationshintergrund mit höchstens Pflichtschulabschluss betrug die Erwerbstätigenrate in der Periode 2019–2022 48 % (Schwankungsbreite ±7), bei mittlerer beruflicher Bildung betrug sie 79 % (±3), und mit höherer Bildung 90 % (±2) (Abb. 7). Eine vergleichbare Abstufung der Erwerbstätigenraten je nach Bildung ist auch bei Frauen mit Bildung aus Österreich und Migrationshintergrund aus einem EU/EFTA-Staat zu erkennen, doch aufgrund der kleinen Fallzahlen, die bei dieser Gruppe zur Berechnung dieser Werte zur Verfügung stehen, ist es schwer, valide Aussagen zu treffen. Einigermaßen sicher ist, dass die Erwerbstätigenrate auch dieser Gruppe der Bevölkerung mit höherer Bildung größer ist als mit mittlerer Bildung, aber ob sie mit mittlerer Ausbildung wirklich höher ist als mit geringer Bildung, kann aufgrund der Datenlage nicht eindeutig beurteilt werden.

Bei Frauen mit Bildung aus Österreich und Migrationshintergrund aus einem Drittstaat spielt zwar eine große Rolle, ob ein Abschluss über der Pflichtschule vorliegt, andernfalls ist die Erwerbstätigenrate deutlich niedriger, aber ob dies ein mittlerer oder ein höherer Abschluss ist, macht in Bezug auf Erwerbstätigkeit keinen Unterschied. Ähnlich verhält sich das auch bei den Frauen mit ausländischer Bildung und Migrationshintergrund aus einem EU/ EFTA-Staat. Auch bei ihnen kommt es vor allem darauf an, ob sie einen Abschluss über der Pflichtschule haben oder nicht, während der Unterschied zwischen mittleren und höheren Abschlüssen weniger ausgeprägt ist.

Bei Frauen mit ausländischer Bildung und Migrationshintergrund aus einem Drittstaat gingen in der letzten Beobachtungsperiode mittlere Ausbildungen mit einer Erwerbstätigenrate von etwa 70 % einher, höhere Bildung aber nur mit 50 % und geringe Bildung mit etwa 35 %.

Im Vergleich der fünf weiblichen Gruppen der Wiener Bevölkerung fällt zusammenfassend also auf, dass die Erwerbstätigenraten der Frauen mit höchstens Pflichtschulabschluss bei allen betrachteten Gruppen niedrig sind. Dagegen lagen bei den Frauen mit höherer Bildung vier der fünf Erwerbstätigenraten zwischen 75 % und etwas über 90 %. Nachweislich niedriger war sie nur bei den Frauen mit höherer Bildung, die nach dem höchsten Bildungsabschluss aus einem Drittstaat zugewandert sind.

Die Grafik zeigt, dass sich die Erwerbstätigenraten von Männern in erwerbsfähigen Alter in Wien bei Männern mit höherer Bildung – unabhängig vom Migrationshintergrund eher wenig unterscheiden.

Wie bei Frauen zeigt sich auch bei Männern in Wien grundsätzlich ein positiver Zusammenhang zwischen der Höhe des Bildungsabschlusses und der Häufigkeit von Erwerbstätigkeit, wobei es bei Personen mit Migrationshintergrund jedoch kaum einen Unterschied macht, ob sie über mittlere oder über höhere Ausbildungen verfügen.

Wie bei den Frauen zeigt sich auch bei den Männern im erwerbsfähigen Alter (zwischen 15 und 64 Jahren) ohne Migrationshintergrund eine Abstufung der Erwerbstätigenraten je nach Bildungsabschluss (Abb. 8). Bei den anderen vier Bevölkerungsgruppen ging mit einem Abschluss über der Pflichtschule stets eine höhere Erwerbstätigenrate einher als mit nur Pflichtschulabschluss. Dabei war es jedoch bei den Bevölkerungsgruppen mit Migrationshintergrund nicht wesentlich, ob es sich um einen mittleren oder einen höheren Abschluss handelte.

Aufgrund der geringen Fallzahlen bei Männern mit Migrationshintergrund, die für die Berechnung zur Verfügung stehen, können nur beschränkt vergleichende Aussagen zwischen den Bevölkerungsgruppen getroffen werden. Es zeigt sich jedoch klar, dass bei den Männern mit höherer Bildung, die aus einem Drittstaat zugewandert sind, die Erwerbstätigenrate (70 %) niedriger ist als die der Männer der anderen vier Bevölkerungsgruppen mit höherer Bildung.

Die Daten zeigen schließlich auch, dass in Wien die Erwerbstätigenraten der Männer nicht mehr durchwegs höher als die der Frauen sind. In der Bevölkerungsgruppe ohne Migrationshintergrund sind sie sowohl bei mittleren wie bei höheren Ausbildungen bei den Frauen etwas höher als bei den Männern. Bei geringer Bildung ist die Erwerbstätigenrate der Männer nur in der Bevölkerungsgruppe mit ausländischer Bildung, die aus einem Drittstaat zugewandert ist, eindeutig höher als die der Frauen.

Erwerbstätigenraten von Frauen nach dem Alter des jüngsten Kindes

Insbesondere bei Frauen gehören zu den möglichen Gründen, warum Erwerbstätigenraten niedriger sind, vor allem Schwangerschaft und Kinderbetreuungspflichten. Auch hier zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen.

Kinderbetreuungspflichten wirken sich bei Frauen mit Migrationshintergrund aus einem Drittstaat stärker negativ auf die Erwerbstätigkeit aus als bei anderen Teilen der Wiener Bevölkerung.

Chart

Tabelle

kein Migrationshint. Bild. AT, MH EU/EFTA Bild. AT, MH Drittstaat Bild. Ausl., MH EU/EFTA Bild. Ausl., MH Drittst.
Männer 76,87 81,92 72,26 79,71 65,01
unverheiratete Frauen ohne Kind unter 13 Jahren 80,56 75,41 63,61 73,44 51,72
verheiratete Frauen ohne Kind unter 13 Jahren 85,83 88,53 77,43 75,51 54,16
Frauen mit Kind zwischen 6 und 12 Jahren 86,32 86,92 63,53 70,59 47,76
Frauen mit Kind zwischen 3 und 5 Jahren 85,17 89,86 62,65 74,33 43,24
Frauen mit Kind bis 2 Jahre 86,3 85,13 56,63 53,63 26,29

Abb. 9: Erwerbstätigenraten der Frauen im erwerbsfähigen Alter in Wien (ohne Personen unter 25 Jahren, die sich noch in Ausbildung befinden) nach Bildungsort, Migrationshintergrund und Alter des jüngsten Kindes in der Periode 2019–2022 (in %).

Unterschiede bei den Erwerbstätigenraten der Frauen zwischen den fünf Bevölkerungsgruppen zogen sich durch alle Gruppen, ob mit oder ohne Kind. Frauen mit einer ausländischen Bildung mit Migrationshintergrund aus einem Drittstaat wiesen durchgehend die niedrigsten Erwerbstätigenraten auf. Die höchsten Erwerbstätigenraten hingegen wiesen entweder Frauen ohne Migrationshintergrund oder Frauen mit Bildung aus Österreich und einem Migrationshintergrund aus einem EU/EFTA-Staat auf.

Je jünger die Kinder, desto niedriger die Erwerbstätigenrate bei Frauen mit ausländischer Bildung und Migrationshintergrund aus einem Drittstaat. Bei den anderen Bevölkerungsgruppen war dies weit weniger bis gar nicht der Fall. Bei Frauen mit Kind bis 2 Jahren war der Unterschied bei der Erwerbstätigenrate zwischen den unterschiedlichen Bevölkerungsteilen daher eindeutig am größten. Der Unterschied zwischen Frauen ohne Migrationshintergrund, welche in dieser Gruppe mit einer Rate von 86 % am häufigsten erwerbstätig waren, und Frauen mit einer ausländischen Bildung und einem Migrationshintergrund aus einem Drittstaat betrug 60 Prozentpunkte. Bei Frauen mit Kind zwischen 3 und 5 Jahren betrug der Abstand der Bevölkerungsgruppe mit der höchsten und der mit der niedrigsten Erwerbstätigenrate 47 Prozentpunkte, wobei in dieser Gruppe Frauen mit einem Migrationshintergrund aus EU/EFTA-Staaten mit 90 % die höchste Erwerbstätigenrate aufwiesen. Bei Frauen mit Kind zwischen 6 und 12 Jahren wiesen Frauen mit Bildung aus Österreich und einem Migrationshintergrund aus einem EU/EFTA-Staat mit 87 % die höchste Erwerbstätigenrate auf, bei Frauen aus Drittstaaten mit ausländischer Bildung lag dieser Wert bei nur 48 %. Verheiratete Frauen ohne Kinder unter 13 Jahren wiesen Erwerbstätigenraten zwischen 89 % und 54 % auf, der Abstand von Frauen mit Bildung aus Drittstaaten zu Frauen mit inländischer Bildung und Migrationshintergrund aus der EU/EFTA, die in dieser Gruppe die höchste Erwerbstätigenrate aufwiesen, lag somit bei 39 Prozentpunkten. Unverheiratete Frauen ohne Kind unter 13 Jahren wiesen im Vergleich zu verheirateten Frauen ohne Kind unter 13 Jahren in allen Bevölkerungsteilen niedrigere Erwerbstätigenraten auf. In dieser Gruppe lagen die Erwerbstätigenraten in der Periode 2019–2022 zwischen 81 % und 52 %, wobei Frauen ohne Migrationshintergrund die höchste Rate und auch hier Frauen mit ausländischer Bildung und Migrationshintergrund aus Drittstaaten die niedrigste Rate aufwiesen (Abb. 9).

Diese Unterschiede bei den Erwerbstätigenraten können auf unterschiedlichen Präferenzen und Lebensplänen der Frauen beruhen oder aber mit unterschiedlichen Möglichkeiten zur Betreuung kleiner Kinder zusammenhängen.