3.5 Detailergebnisse Wärme
Wärmeproduktion in Wien
Die Wärmeproduktion in Wien ist geprägt durch Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen, gasbetriebene Kraftwerke und Müllverbrennungsanlagen. Zu den größeren Anlagen der thermischen Energieproduktion zählen neben den gasbetriebenen Kraftwerken auch die Müllverbrennungsanlagen Simmeringer Haide und Pfaffenau.
Ergänzend kommen Großwärmepumpen zum Einsatz, die die Umgebungswärme und Abwärme mithilfe elektrischer Energie für die Wärmeproduktion nutzbar machen.
Die Karte zeigt die Verteilung der Kraftwerke zur Wärmeproduktion.

Erneuerbare Wärmeproduktion
Die Grafik zeigt die Fernwärmeproduktion aus erneuerbaren Energieträgern. Die erneuerbare Wärmeproduktion erhöhte sich um etwa zwei Fünftel zwischen 2005 und 2024. Die Umgebungswärme stieg dabei ums Achtfache seit 2005. Elektrische Energie für Wärmepumpen bei den Endverbraucher*innen spielt zunehmend eine Rolle bei der Wärmeproduktion.
Wärmeverbrauch nach Energieträgern
Die dargestellten Werte umfassen sowohl Wärme für Gebäude (Raumwärme, Warmwasser und Kochen) als auch Prozesswärmebedarfe von Industrie und Gewerbe.
Der Einsatz von Kohle und Öl als Energieträger für den Wärmeverbrauch reduzierte sich stark zwischen 2005 und 2024. Ebenso reduzierte sich der Verbrauch von Fernwärme und Gas.
Wärmenutzung nach Verbrauchskategorien
Bei der Wärmenutzung nach Verbrauchskategorien reduzierte sich zwischen 2005 und 2024 die Prozesswärme und Raumwärme am stärksten.
Raumwärmenutzung nach Energieträgern
Zwischen 2005 und 2024 reduzierte sich die Nutzung von Kohle, Öl und Gas als Energieträger für Raumwärme und es nahm die Nutzung von Umgebungswärme, biogenen Brenn- und Treibstoffen und Scheitholz zu. Die Nutzung der Fernwärme schwankt auf ähnlichem Niveau.
In den letzten Jahren wurde weniger Energie für Raumwärme verbraucht als in den Jahren davor.
Die folgende Grafik zeigt die Zahlen zur Raumwärmenutzung ohne „Klimakorrektur“. Die darauffolgende Grafik zeigt die Zahlen der Raumwärmenutzung klimakorrigiert. Dabei bezieht sich die Grafik auf das im jeweiligen Jahr herrschende Klima. Das heißt, das Referenzjahr ist das Jahr 2024 und daher nicht klimakorrigiert.
Als Methode für diese „Klimakorrektur“ wird die Heizgradtag- oder HGT-Bereinigung verwendet. Die angenommene Raumtemperatur von 20 °C minus dem Tagesmittelwert der Außentemperatur der Tage, bei denen die Außentemperatur unter der Heizgrenztemperatur (12 °C) liegt, ergibt die Gradtagzahl (Gt). Sie bildet eine ortsabhängige Kenngröße, die die lokalen klimatischen Bedingungen widerspiegelt.
Die Kurve in der klimakorrigierten Grafik ist flacher. Sie zeigt, dass die Wiener*innen 2005 und 2024, in Anbetracht einer wachsenden Bevölkerung um 23 Prozent, fast annähernd viel Raumwärme nutzen.
Raumwärmenutzung privater Haushalte
Private Haushalten verwendeten für die Raumwärme von 2005 auf 2024 kaum Kohle, weniger Öl, etwas mehr Scheitholz und insgesamt über ein Drittel weniger Gas. Sie nutzen mehr Umgebungswärme und biogene Brenn- und Treibstoffe und fast doppelt so viel die Fernwärme zum Heizen.
Raumwärmenutzung des Dienstleistungsbereichs
Die gesamte Raumwärmenutzung im Dienstleistungsbereich reduzierte sich von 2005 auf 2024. Der Dienstleistungsbereich verwendet kaum Scheitholz und keine Kohle und keine brennbaren Abfälle als Energieträger. Er setzte 2024 etwas weniger biogene Brenn- und Treibstoffe wie 2005 ein. Der Bereich verwendet hauptsächlich Fernwärme und Gas zur Raumheizung. Öl spielt zunehmend weniger, Umgebungswärme zunehmend mehr eine Rolle. Sowohl der Fernwärme- als auch der Gasverbrauch reduzierte sich seit 2005.
Fernwärme
Wien verfügt über einige fossile Kraftwerke, die sowohl elektrische Energie als auch Wärmeenergie erzeugen. Dazu zählen die sechs Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen, die mit fossilen Energieträgern heizen, und drei Müllverbrennungsanlagen.
Müllverbrennungsanlagen sind nicht nur fossile Kraftwerke, da ein Teil des brennbaren Mülls als erneuerbarer Energieträger angesehen wird. Die Energiebilanz rechnet diesen Teil den biogenen Brenn- und Treibstoffen zu.
Fernwärmeerzeugung nach Energieträgern
Die Fernwärmeerzeugung hängt stark mit dem Heiz- und Warmwasserbedarf zusammen. Mildere Winter sind Gründe für geringeren Heizbedarf – siehe Kapitel „Heizgradtage“.
Nach einem Anstieg bis zum Jahr 2021 sank die Fernwärmeerzeugung kontinuierlich.
Die Wien Energie setzt laufend Schritte, um auch die Fernwärme zu dekarbonisieren. Seit 2005 veränderten sich die verwerteten Energieträger stark. Brennbare Abfälle, biogene Brenn- und Treibstoffe sowie Umgebungswärme gewinnen zunehmend Einfluss bei der Fernwärmeerzeugung. Dagegen reduziert sich die Verwendung von Öl und Gas.
Fernwärmenutzung privater Haushalte
Bei den privaten Haushalten stieg die Nutzung von Fernwärme zwischen 2005 und 2024 um etwa zwei Fünftel. Immer mehr Fernwärmen-Anschlüssen in Neubauten und Erweiterung des Netzes im Bestand steigerten die Fernwärmenutzung.
In den Jahren 2023 und 2024 verminderte sich jedoch leicht der Verbrauch für Heiz- und Wassernutzung aufgrund bewussteren Umgangs mit Energie und milderer Winter.
Die Stadt kann derzeit nicht alle Stadtteile entsprechend mit Fernwärme versorgen. Daher braucht es auch lokale Wärmeerzeugung.
Siehe Kapitel „Wiener Wärmeplan“.