Energiebericht der Stadt Wien Startseite wien.gv.at
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3.4 Energiebilanz und Nutzenergieanalyse

3. Daten zur Energieaufbringung und -verwendung

Diese Kapitel beschäftigt sich mit den Daten aus der Energiebilanz und der Nutzenergieanalyse für Wien. Da die Stadt Wien gleichzeitig auch ein Bundesland ist, hat sie als einzige Stadt in Österreich die Möglichkeit, über diese Daten zu verfügen.

Energieaufbringung in Wien nach Energieträgern

Die Energieaufbringung erneuerbarer Energieträger in Wien erhöhte sich seit 2005 um weniger als drei Viertel. Dabei stieg vor allem die Energieaufbringung von Umgebungswärme, Wind und Photovoltaik. Wind und Photovoltaik vervielfachte sich in diesem Zeitraum um mehr als das 40-fache. Umgebungswärme stieg um das Achtfache, Scheitholz und biogene Brenn- und Treibstoffe stiegen um mehr als das Zweifache.

Energieimporte Wiens nach Energieträgern

Die Energieimporte nach Wien verringerten sich vom Jahr 2005 bis 2024 um etwa ein Drittel. Vor allem der Import des Energieträgers Kohle verschwand seit 2021 beinahe gänzlich. Wien importiert mehr als ein Drittel weniger Öl und Gas seit 2005.
Der Anteil an Fernwärme aus Schwechat nimmt seit 2005 stetig zu. Den größten Zuwachs (Verdreifachung) an Importen verzeichnen biogene Brenn- und Treibstoffe, diese machen jedoch erst einen geringen Teil des Bruttoinlandsverbrauchs aus.
Die Angaben beziehen sich auf die Primärenergie.

Die importierte elektrische Energie besteht zu 89,9 Prozent aus erneuerbarer Energie.

Bruttoinlandsverbrauch nach Energieträgern

Der Bruttoinlandsverbrauch sank seit dem Jahr 2005 bis 2024 beinahe um ein Viertel. Zur selben Zeit erhöhte sich die Bevölkerungszahl in Wien um 23 Prozent.

Anteil erneuerbarer Energie am Bruttoendenergieverbrauch

Die EU-Richtlinie 2023/2413 (RED III) legt fest, dass der Anteil der erneuerbaren Energie am Bruttoendenergieverbrauch im Jahr 2030 mindestens 42,5 Prozent für die EU beträgt. Das Ziel der Richtlinie ist der beschleunigte Ausbau von erneuerbaren Energieanlagen und Netz- sowie Speicherinfrastruktur. Gelingen soll das unter anderem durch Erneuerbare-Energie-Beschleunigungsgebiete, die je nach Technologie festgelegt werden. Die Technologien sind: Wind, Photovoltaik, Solarthermie, Wasserkraft, Biomasse, Biogas, Geothermie oder Kombinationen davon.

Für den Gebäudebereich soll der Anteil erneuerbarer Energie für Heizen und Kühlen bis 2030 bei mindestens 49 Prozent liegen. Der erneuerbare Anteil in der Industrie ist jährlich um 1,6 Prozent zu steigern. Der Verkehrssektor erhält eine verpflichtende Vorgabe, nachhaltigen Treibstoff beizumischen.

Vorgaben für die Methanerzeugung und Wasserstoffziele sind ebenfalls in der Richtlinie enthalten.

Für Österreich bedeutet das, dass der Anteil erneuerbarer Energien am Bruttoendenergieverbrauch bis 2030 auf mindestens 60 Prozent gesteigert werden muss (ausgehend von rund 36,4 Prozent).
Für Wien gibt es ein Ausbauziel für erneuerbare Stromerzeugung gemäß dem Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetzes (EABG). Im Jahr 2030 sollen zusätzlich 774 GWh Strom aus erneuerbarer Energie, ausgehend vom Jahr 2020, erzeugt werden.
Der Nationale Energie- und Klimaplan (NEKP) legt für Wien keine Werte über den Anteil an erneuerbarer Energie am Bruttoendenergieverbrauch fest.

Dennoch trägt Wien seinen Beitrag bei: In Wien ist der Anteil erneuerbarer Energie am Bruttoendenergieverbrauch im Jahr 2024 mehr als doppelt so hoch als im Jahr 2005.

Umwandlungs- und Verteilverluste innerhalb Wiens

Die folgende Grafik zeigt, dass seit 2005 die Verluste bei der Umwandlung des Bruttoinlandsverbrauch in den Endenergieverbrauch sinken. Verluste entstehen bei der Umwandlung, beim Transport, durch den Verbrauch des Sektors Energie und beim nicht-energetischen Verbrauch (stofflicher Einsatz eines Energieträgers zur Erzeugung eines nichtenergetisch genutzten Produkts (zum Beispiel Erdgas zur Produktion von Düngemittel)).

Das bedeutet, dass die Anteile des Bruttoinlandsverbrauchs, die als Endenergie bei den Kund*innen ankommen, steigen. Die Bereitstellung von Endenergie durch das Energiesystem (Umwandlung oder Transport) ist also effizienter.

Endenergieverbrauch nach Energieträgern

Endenergie ist jene Energiemenge, die die Endkund*innen zum Beispiel in Form von Strom, Fernwärme, Benzin, Diesel, Pellets oder Erdgas erhalten.

Der Energieverbrauch verringerte sich von 2005 bis 2024 um etwa ein Fünftel. Insbesondere der Verbrauch für Kohle, Öl und Gas ist gesunken. Umgebungswärme und biogene Brenn- und Treibstoffe gewinnen zunehmend an Bedeutung.

Endenergieverbrauch pro Kopf in Wien

Der Endenergieverbrauch pro Kopf in Wien sank seit 2005 stetig und um mehr als ein Drittel.

Endenergieverbrauch nach Sektoren

Der Endenergieverbrauch nach Sektoren reduziert sich von 2005 auf 2024 in allen Sektoren. Der Verbrauch sank besonders im produzierenden Bereich (etwa 45 Prozent), im Verkehr und im Dienstleistungsbereich (jeweils mehr als ein Fünftel).

Endenergieverbrauch privater Haushalte pro Kopf nach Bundesländern

Wien verzeichnet im Vergleich mit den anderen Bundesländern mit 5.661 kWh pro Kopf den geringsten Endenergieverbrauch privater Haushalte. Im Durchschnitt ist der Endenergieverbrauch privater Haushalte pro Kopf über alle Bundesländer zwischen 2005 und 2024 etwas gesunken. In Wien sank er um mehr als ein Fünftel.

Zu beachten ist, dass die Bevölkerung in Wien im Gegensatz zu den anderen Bundesländern am meisten stieg – in Wien rund 23 Prozent, in anderen Bundesländern zwischen 2 bis 14 Prozent. Siehe auch Kapitel „Bevölkerungsentwicklung“.

Auch beim Endverbrauch elektrischer Energie ist Wien mit 3.887 kWh pro Kopf Vorreiter bei der Sparsamkeit.

Endenergieverbrauch nach Sektoren und Verwendungszweck

Bei der Betrachtung des Endenergieverbrauchs nach Sektoren und Verwendungszweck verbraucht der Verkehrssektor am meisten Energie für den Verwendungszweck „Kraft, Licht und Verkehr“. Der Dienstleistungssektor benötigt am meisten Energie im Verwendungszweck „Raumwärme und Warmwasser“. Im Verwendungszweck „Raumwärme und Warmwasser“ weisen die privaten Haushalte den größten Verbrauch auf.

Der Sektor „Private Haushalte“ erfasst im Verwendungszweck „Raumwärme und Warmwasser“ auch den Endenergieverbrauch fürs Kochen.

Endenergieverbrauch nach Verwendungszweck

Folgende Grafik des Endenergieverbrauchs nach Verwendungszweck zeigt den Einsatz der Energie für „Raumwärme mit Warmwasser“, „Prozesswärme“ und „Kraft, Licht und Verkehr“. Im Verwendungszweck „Raumwärme und Warmwasser“ ist auch der Endenergieverbrauch fürs Kochen in privaten Haushalten erfasst.

Zwischen 2005 und 2024 verringert sich der Endenergieverbrauch bei allen Anwendungen.

Nutzenergieverbrauch nach Verwendungszweck

Nutzenergie ist die Energie, die die Endverbraucher*innen als Wärme, Licht, mechanische Arbeit und Bewegung nutzen.

Im Verwendungszweck „Raumwärme und Warmwasser“ ist auch der Nutzenergieverbrauch fürs Kochen in privaten Haushalten erfasst.

Der Vergleich des Nutzenergieverbrauchs reduzierte sich zwischen 2005 und 2024 in allen Bereichen.

Nutzenergieverbrauch und Verluste

Bei der Gegenüberstellung der einzelnen Verwendungszwecke von Nutzenergie zeigt die Grafik, dass insbesondere im Bereich „Kraft, Licht und Verkehr“ hohe Verluste entstehen. Nur knapp über ein Drittel der eingesetzten Endenergie steht hier tatsächlich als Nutzenergie zur Verfügung. Der Wirkungsgrad eines Verbrennungsmotors liegt bei einem Pkw bei rund 30 Prozent, der Rest geht als Wärme verloren.

Auch bei Prozesswärme sowie bei Raumwärme, Warmwasser inklusive Kochen treten Verluste auf, diese fallen jedoch deutlich geringer aus.