3.6 Detailergebnisse elektrische Energie
Stromproduktion in Wien
Die Wasserkraft und die Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen prägen die Stromproduktion in Wien. Das Wasserkraftwerk Freudenau besitzt die höchste Nennleistung der erneuerbaren Erzeugungsanlagen. Weitere bedeutende Anlagen sind das Biomassekraftwerk Simmering und die Müllverbrennungsanlage Pfaffenau. Mit dem Bürger*innen-Solarkraftwerk Schafflerhofstraße zählt auch eine größere Photovoltaik-Anlage zu den wichtigen Anlagen der Wiener Stromproduktion. Windkraftanlagen und die stark wachsende Photovoltaik-Leistung ergänzen das Portfolio.

Dieses Kapitel betrachtet im Folgenden vor allem die Stromproduktionen aus erneuerbaren Energieträgern.
Photovoltaik
Bürger*innen-Solarkraftwerke
Die Wien Energie betreibt gemeinschaftlich mit Bürger*innen Photovoltaik-Anlagen, sogenannte Bürger*innen-Solarkraftwerke. Dazu pachten Privatpersonen Paneele von der Wien Energie und sind damit auch am Gewinn der Stromerzeugung beteiligt. Unter den Bürger*innen-Solarkraftwerken verfügen die Photovoltaik-Anlage Schafflerhofstraße, Unterlaa und Zentralfriedhof über die höchsten Nennleistungen und dadurch auch über die höchsten Jahresproduktionen.
Wasserkraftwerke
Die Abteilung Wiener Wasser betreibt 14 Trinkwasser-Kraftwerke, viele davon auch in Niederösterreich. Die meisten anderen Wasserkraftwerke betreibt die Wien Energie. Das größte und mit der höchsten Nennleistung ist das Wasserkraftwerk Freudenau.
Windkraftwerke
Der Windpark Unterlaa Ost besitzt die höchste Nennleistung von den Wiener Windparks beziehungsweise Windkraftanlagen.
Anteil erneuerbarer Energieträger an der Gesamtstromerzeugung
Der Anteil erneuerbarer Energieträger an der Gesamtstromerzeugung erhöhte sich seit 2005 um 18 Prozentpunkte.
Die Grafik unten zeigt den in Wien erzeugten Strom und den erneuerbaren Anteil daran. Die Schwankungen der Gesamtstromerzeugung hängen stark von der Höhe des importierten Stroms ab.
Erneuerbare Stromproduktion
Die Produktion elektrischer Energie aus erneuerbaren Energieträgern erhöhte sich zwischen 2005 und 2024 stark. Ein großer Zuwachs konnte vor allem bei Photovoltaik und biogenen Brenn- und Treibstoffen verzeichnet werden.
Die Wasserkraftanlagen produzierten 2024 den größten Anteil an elektrischer Energie aus erneuerbaren Energieträgern, gefolgt von der Verwertung von biogenen Brenn- und Treibstoffen und der Stromerzeugung aus Photovoltaik-Anlagen. Strom aus Wind macht in Wien nur einen kleinen Teil der Produktion aus.
Elektrischer Energieverbrauch nach Sektoren
Der Verbrauch elektrischer Energie nach Sektoren verringerte sich geringfügig von 2005 bis 2024. Im produzierenden Bereich verringerte er sich mehr als ein Drittel und im Bereich öffentliche und private Dienstleistungen um rund ein Fünftel. Dahingegen erhöhte sich der Verbrauch in den privaten Haushalten um etwa ein Fünftel, im landwirtschaftlichen Bereich über ein Drittel und im Verkehr geringfügig.
Endverbrauch elektrischer Energie pro Kopf nach Bundesländern
Wien verzeichnet im Vergleich zu den anderen Bundesländern mit 3.887 KWh pro Kopf den geringsten Endverbrauch elektrischer Energie. Er sank seit 2005 bis 2024 um fast 1.000 kWh pro Kopf. Einen ähnlichen Trend zeigt sich in Tirol und Salzburg. Während in den meisten anderen Bundesländer der Endverbrauch pro Kopf seit 2005 bis 2024 stieg.
Zu beachten ist, dass die Bevölkerung in Wien im Gegensatz zu den anderen Bundesländern am meisten stieg – Wien rund 23 Prozent, in anderen Bundesländer 2 bis 14 Prozent. Siehe auch Kapitel „Bevölkerungsentwicklung“.
Elektrischer Energieverbrauch in privaten Haushalten
Der Verbrauch von elektrischer Energie in privaten Haushalten stieg zwischen 2005 und 2024 an. Insbesondere beim Kochen und für Warmwasser verbrauchten die Wiener*innen 2024 um rund ein Fünftel mehr elektrische Energie als 2005. Zur selben Zeit erhöhte sich die Anzahl der Bevölkerung um 23 Prozent.
Elektrische Energie im Dienstleistungsbereich
Die elektrische Energie im Dienstleistungsbereich reduzierte sich zwischen 2005 und 2024. Ab 2020 kam es zu einer starken Reduktion.