3.7 Detailergebnisse Verkehr
Verkehrsmittelwahl
Mobilität ist ein wichtiges Thema in Wien. Durch Veränderung der Mobilität kann die Stadt viel Energie und damit auch Treibhausgas-Emissionen (CO2) sparen.
Die Zahlen zeigen wesentliche Veränderungen im Mobilitätsverhalten im Jahr 2020 aufgrund der Corona-Pandemie, was viele Wiener*innen zum Teil beibehalten haben. Es reduzierte sich vor allem die Nutzung des öffentlichen Verkehrs.
Insgesamt nutzen die Wiener*innen seit 2005 weniger das Auto, gehen dafür aber häufiger zu Fuß und nutzen öfter das Fahrrad.
Motorisierter Individualverkehr
In Wien ändern sich die Rahmenbedingungen für den motorisierten Individualverkehr. Die Stadt Wien reduziert das Parkplatzangebot auf öffentlichem Grund zu Gunsten begrünter Flächen, um den Auswirkungen des Klimawandels entgegenzuwirken. Die Parkraumbewirtschaftung in ganz Wien regelt die Nutzung der Parkplätze und ermöglicht Bewohner*innen, Parkplätze in ihrer Umgebung zu finden.
Endenergieverbrauch des Landverkehrs
Der Endenergieverbrauch des Landverkehrs reduzierte sich seit 2005. Der Flüssiggasverbrauch reduzierte sich seit 2020 stark. Der Verbrauch von Biodiesel und Diesel und Erdgas reduzierte sich, während Bioethanol seit 2020 stark und elektrische Energie und Benzin leicht anstiegen.
Kfz-Bestand
Der gesamte Kfz-Bestand erhöhte sich zwischen 2008 und 2024. Der größte Anteil fällt auf Pkws.
Pkw-Dichte in Wiener Bezirken
Trotz steigendem Kfz-Bestand verminderte sich die Zahl der Pkw pro Einwohner*in seit 2008 aufgrund der steigenden Bevölkerung.
Margareten weist mit 258 Pkw pro 1.000 Einwohner*innen die geringste Pkw-Dichte der Stadt auf. Dahingegen findet sich in der Inneren Stadt die höchste Pkw-Dichte mit 988 Pkw pro 1.000 Einwohner*innen.
Pkw-Dichte in den Landeshauptstädten
Wien hat im Vergleich zu anderen österreichischen Landeshauptstädten die geringste Pkw-Dichte mit 363 Pkw pro 1.000 Einwohner*innen.
Anmerkung: Für Bregenz verwendet der Bericht die Daten des Bezirks Bregenz, da für die Stadt Bregenz keine eigenen Daten vorliegen. Der Bezirk umfasst neben der Landeshauptstadt auch weitere Umlandgemeinden.
Pkw-Bestand nach Antriebsart
In Wien werden Pkw mit alternativen Antrieben, wie Hybrid- oder Elektroantrieben, immer beliebter. Die gesamte Anzahl der Pkws erhöhte sich seit 2005 markant von 658.081 auf 735.829 Pkws. Die Anzahl an Diesel- und Benzin-Pkws blieb hingegen auf fast konstantem Niveau.
Die Zahlen zu Erdgas-, Hybrid- und sonstigen alternativen Antrieben sind erst ab 2006 verfügbar.
Pkw-Bestand mit Elektro- oder Hybridantrieb nach Bundesländern
Wien hat neben Niederösterreich die größte Anzahl an Pkws mit Elektro- oder Hybridantrieb. Wobei Niederösterreich Wien erstmal 2023 mit der Anzahl etwas überholt hat.
Durchschnittlicher Treibstoffverbrauch von Pkw
Der Treibstoffverbrauch von Pkws hat sich zwischen 2005 und 2024 insbesondere bei Benzin-Pkws reduziert. Ab den Jahren 2015/2016 liegen außerdem Daten zum Elektro-Pkw-Verbrauch vor.
Diese Daten werden nur im 2-Jahresrhythmus statistisch erhoben und beziehen sich auf den jeweiligen Pkw-Bestand.
In folgender Grafik liegt diese Umrechnungen von kWh Strom pro 100 Kilometer in Liter pro 100 Kilometer zu Grunde:
Ein BEV-Pkw verbraucht im Jahr 2024 durchschnittlich 17,2 kWh Strom pro 100 Kilometer. Das entspricht, bezogen auf den Heizwert von Diesel (9,89 kWh pro Liter), einem Dieseläquivalent von rund 1,7 Litern pro 100 Kilometer.
Öffentlicher Verkehr
Der gut ausgebaute und leistbare öffentliche Verkehr motiviert viele Wiener*innen, auf diesen umzusteigen oder die vielen Car-Sharing-Angebote in Wien zu nutzen.
Der öffentliche Verkehr ist eine wesentliche Säule der Wiener Mobilität. Ständige Verbesserungen und der Ausbau sind wichtige Ziele für eine klimafitte Stadt. Kurze Wege und kurze Intervalle sollen das Angebot attraktiv machen.
Jahreskarten der Wiener Linien und Pkw bezogen auf 1.000 Einwohner*innen
Der Anteil der Besitzer*innen einer Jahreskarte der Wiener Linien stieg seit 2005. Gleichzeitig verminderte sich der Anteil der Pkw-Besitzer*innen geringfügig.
Am 1. Mai 2012 führte Wien die Jahreskarte um 365 Euro ein und seit 1. Oktober 2023 gibt es das Klimaticket (Klimaticket Österreich und VOR Klimaticket Metropol Region) zu kaufen. Im Jahr 2024 verkauften die Wiener Linien 828.205 Jahreskarten und 225.564 Klimatickets.
Die Anzahl der Jahreskarten in der Grafik beinhaltet auch die verkauften Klimatickets.
Fahrgastzahlen der Wiener Linien
Trotz der steigenden Anzahl der Jahreskarten- und Klimaticket-Besitzer*innen, sieht es bei der Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel etwas anders aus. Die Fahrgastzahlen sind 2024 noch immer nicht auf dem Niveau wie vor der Corona-Pandemie.
Homeoffice hat eventuell eine dämpfende Wirkung auf die Fahrgastzahlen.
Länge des Verkehrsnetzes der Wiener Linien
Die Wiener Linien betreiben das größte Verkehrsnetz Österreichs. Es erweiterte sich zwischen 2005 und 2024 um 271 km. Davon ist die Länge des Autobus-Netzes mit 254 km am stärksten gewachsen. Bei den angegebenen Kilometern handelt es sich um die Linienlängen.
Endenergieverbrauch des öffentlichen Verkehrs
Der Endenergieverbrauch des öffentlichen Verkehrs verminderte sich zwischen 2005 und 2024 vor allem beim Flüssiggas, Benzin und der Steinkohle. Von 2020 bis 2022 verwenden die Wiener Linien sehr wenig Flüssiggas. Seit 2023 verwenden sie kein Flüssiggas, da sie keine Flüssiggasfahrzeuge (Busse) mehr betreiben. Der Endenergieverbrauch nahm im selben Zeitraum bei den biogenen Brennstoffen und beim Diesel ums beinahe Doppelte zu.
Der Endenergieverbrauch des öffentlichen Verkehrs ist insgesamt in den letzten Jahren gesunken. Das bedeutet, dass dieser effizienter ist.