Die Bestandsstadt wird ergänzt und verbessert
- Das gründerzeitlich geprägte Stadtgebiet wird qualitätsvoll, klimaschonend, sozial und ökologisch verträglich weiterentwickelt. Die bauliche Substanz, leistbarer Wohnraum und die Infrastruktur werden erhalten und ertüchtigt. Bauliche Entwicklungen sollen bestehende Defizite verringern. Mit liegenschaftsübergreifenden Planungen können noch bessere Lösungen erzielt werden. Dies betrifft insbesondere die Umrüstung der Energiesysteme und die Weiterentwicklung der Sockelzone von Gebäuden.
- Die zwischen 1950 und 1990 geprägten Wohngebiete werden weiterentwickelt, wobei Dekarbonisierung, funktionale Ertüchtigung und Integration weiterer Nutzungen im Zentrum stehen. Der öffentliche Raum und Grünräume werden insbesondere in Hinblick auf die Klimaanpassung verbessert. Die Potenziale zur Schaffung zusätzlicher Gebäudeflächen werden genutzt, vorwiegend auf bereits versiegelten Flächen (z. B. Baulücken, ehemaligen Infrastrukturarealen, niedrigen Hochgaragen, Parkplatzflächen oder eingeschoßigen Handelsgebäuden) oder in nicht mehr benötigten Gebäuden. Priorisiert bearbeitet werden hierbei Standorte im Umfeld bestehender oder geplanter hochrangiger ÖV-Stationen und jene von gemeinnützigen Institutionen, die leistbaren Wohnraum ermöglichen.
- Bauprojekte in der Bestandsstadt sollen Beiträge zur Klimaanpassung, zur Energie- und Ressourcenwende sowie zur Mobilitätswende leisten. Erforderliche Arbeiten im öffentlichen Raum – etwa im Zuge der Umstellung der Energiesysteme – werden als Impuls für die Neugestaltung des öffentlichen Raums inklusive der angrenzenden Sockelzonen von Gebäuden genutzt.
- Baukultur und Architektur prägen nicht nur das Erscheinungsbild der Stadt, sondern beeinflussen auch die Lebensqualität, den sozialen Zusammenhalt sowie die kulturelle Identität der Bevölkerung. Qualitätssichernde Verfahren und Mechanismen, wie beispielsweise die baukulturellen Leitsätze für Wien, sind daher weiterhin anzuwenden.
GOOD PRACTICE – Wien zeigt, wie es funktioniert
WieNeu-Gebiet Zentrum Alt-Ottakring
Im Rahmen der sanften Stadterneuerung wird die Blocksanierung im Programm WieNeu weiterentwickelt. Im Blocksanierungsgebiet „Musilplatz“ (Zentrum Alt-Ottakring) werden städtebauliche Strukturverbesserungen, Wohnhaussanierungen und Energieträgerwechsel, Optimierung der Bebauungsdichte, Erdgeschoßzonenbelebung und Nutzungsmischung, Begrünungs- und Entsiegelungsmaßnahmen, Verbesserungen im öffentlichen Raum und der Verkehrssituation unterstützt.