Ausgangslage
Seit dem Jahr 2000 ist Wien um etwa 300.000 Einwohner*innen gewachsen, heute leben rund 2 Mio. Menschen in der Stadt. Für das Jahr 2040 werden 2,2 Mio. Einwohner*innen erwartet. Die Stadtplanung trägt dem Rechnung, indem nicht nur Flächen für Wohnungen, sondern auch für soziale, grüne und technische Infrastruktur, die kommunale Daseinsvorsorge, Büros, Produktionsbetriebe, Logistik, Wissenschaft und Forschung gesichert werden. Insbesondere die Versorgung der wachsenden Bevölkerung mit leistbarem Wohnraum in qualitätsvollen Quartieren bleibt weiterhin eine zentrale Aufgabe. Auch Lösungen für die Kreislaufwirtschaft und die Energiewende brauchen Raum.
Kompakte Bebauung, geringe Bodenversiegelung und ein geringer Bodenverbrauch sind Grundsätze für die bauliche Weiterentwicklung Wiens. Die großen Grünräume der Stadt sowie das Ziel, den hohen Grünraumanteil zu erhalten, bilden als „Siedlungsgrenze“ weiterhin den Rahmen für die Siedlungsentwicklung.
Siedlungsentwicklung bedeutet, in Wien einen guten Umgang mit der umfangreichen, oft wertvollen Bausubstanz der Bestandsstadt zu finden. Hier liegt der Schwerpunkt auf dem Erhalt sowie der Weiterentwicklung von Gebäuden und bewährten städtischen Strukturen, auch um fehlende Funktionen zu ergänzen. Angesichts der Größenordnung des erwarteten Bevölkerungszuwachses muss das bestehende Siedlungsgebiet um neue Stadterweiterungsgebiete ergänzt werden. In all diesen Gebieten ist die Anpassung an die Folgen der voranschreitenden Klimakrise eine zentrale Aufgabe.
Darüber hinaus zeigt sich immer deutlicher, dass verbindliche Vereinbarungen, wie z. B. im Rahmen der EU in den Bereichen Nachhaltigkeit und Ökologie, in einem Ballungsraum von über 3 Mio. Menschen nicht innerhalb der Grenzen einzelner Gemeinden erreicht werden können – hier brauchen wir gemeinsame Lösungen.