Der öffentliche Raum wird klimafit
- Der öffentliche Raum wird an sich verändernde klimatische Bedingungen angepasst. Flächige Entsiegelung, Bäume, Beschattung, versickerungsfähige Oberflächen, Wasserelemente und der Einsatz kreislauffähiger Materialien sind künftig bei Neu- und Umgestaltungen Standard. So können Hitzeinseleffekte reduziert, negative Folgen von Starkregenereignissen abgefedert sowie Gesundheit und Wohlbefinden der Wiener*innen gefördert werden. Davon profitieren insbesondere ökonomisch benachteiligte und besonders von Hitze betroffene Menschen sowie mobilitätseingeschränkte Gruppen.
- Stadtbäume sind das Schlüsselelement der Klimaanpassung. Auf den Erhalt und die Pflege bestehender Bäume und die Schaffung neuer Baumstandorte wird besonderes Augenmerk gelegt. Wir forcieren auch den weiteren Ausbau des Wiener Freiraumnetzes sowie die Umsetzung der mikroklimatisch besonders wirksamen „Wiener Gartenstraßen“. Für Letztere werden auf der Länge eines Baublocks entsiegelte, intensiv begrünte Aufenthalts- und Erholungsbereiche im Straßenraum geschaffen, die eine hohe mikroklimatische Wirksamkeit haben.
- Der öffentliche Raum muss auch das sichere und bequeme Gehen und Radfahren und damit den Umstieg auf klimaneutrale, aktive Mobilitätsformen ermöglichen.
GOOD PRACTICE – Wien zeigt, wie es funktioniert
„Raus aus dem Asphalt“
Mit dem Programm „Raus aus dem Asphalt“ werden Wiens Straßen und Plätze für die Anpassung an die Folgen der Klimakrise, also um den öffentlichen Raum in Wien klimafit zu machen und die Aufenthaltsqualität zu verbessern, entsiegelt, begrünt und gekühlt. Zahlreiche Projekte wurden seit dem Jahr 2021 mit der Entsiegelungs- und Begrünungsoffensive quer durch die Bezirke gefördert. Beispielsweise wurden bei der klimafitten Neugestaltung der Pötzleinsdorfer Straße nicht nur Begrünungsmaßnahmen umgesetzt, sondern auch eine 900 m lange Radverbindung geschaffen. Aber auch kleinere Projekte wie zum Beispiel die Umgestaltung der Jörgerstraße tragen zur Verbesserung des Mikroklimas in den Wiener Grätzln bei.
Neugestaltung Naschmarkt-Parkplatz
Ein 12.000 m2 großer Parkplatz beim Naschmarkt wird von einer Hitzeinsel zur Grünoase. Geschaffen wurde ein attraktiver, nutzungsoffener Aufenthaltsort mit viel Begrünung, Wasserspiel und kühlenden Elementen. Durch die großflächige Entsiegelung und die umfassenden Begrünungsmaßnahmen wird auch die dort verlaufende Kaltluftschneise entlang des Wienflusses verbessert. Der nutzungsoffene Freiraum ermöglicht diverse Nutzungen sowie die Erhaltung des Flohmarkts.