3.2 Den Zugang für alle ermöglichen
Informationen, digitale Dokumente und Drucksorten müssen so gestaltet sein, dass sie auch von Menschen mit Behinderungen verwendet werden können.
Verwenden Sie PDF-Dokumente nur dort, wo eine HTML-Seite nicht sinnvoll ist. HTML-Seiten ist für Screenreader in der Regel besser zu lesen.
Verwenden Sie bereits bei der Erstellung eines Textes Formatvorlagen. Screenreader können Überschriften nur erkennen, wenn diese auch als Überschriften definiert sind. Ergänzen Sie auch bei Bildern oder Grafiken in digitalen Dokumenten Alternativtexte.
PDF-Dokumente lassen sich mit zusätzlicher Software barrierefrei gestalten. Verwenden Sie Formatvorlagen, wenn Sie das Quelldokument erstellen, zum Beispiel das Word-Dokument. Prüfen Sie zum Beispiel mit dem PDF Accessibility Checker (PAC), ob Ihre PDFs barrierefrei sind.
Berichte-Framework
Eine Alternative zu PDF-Dokumenten ist das so genannte Berichte-Framework, mit dem Berichte und andere umfangreiche Dokumente als Web-Auftritt veröffentlicht werden.
Das Berichte-Framework macht es günstiger und einfacher, Dokumente zu veröffentlichen. Und es ist für User*innen attraktiver. Einige Abteilungen der Stadt Wien haben damit bereits Auftritte umgesetzt, zum Beispiel:
- Stadt Wien: Personalbericht
- Stadt Wien: Mindestsicherung
- Stadt Wien: Energiebericht
- Stadt Wien: Naturschutzbericht
Wenn Sie entsprechende Textverarbeitungsvorlagen verwenden, können Sie mit geringem Zusatzaufwand eine HTML-Version automatisiert erzeugen.
HINWEIS:
Die Nutzung des Berichte-Framework steht Dienststellen und Auftragnehmer*innen, die für wien.gv.at arbeiten, kostenlos zur Verfügung. Für die Web-Auftritte von Fördernehmer*innen gibt es eine eigene Version, die nicht im CD (Kurzform für Corporate Identity, dem Gesamtauftritt) der Stadt Wien ist. Mitarbeiter*innen der Stadt Wien können die Textverarbeitungsvorlagen im Intranet runterladen.
Bei Fragen bitte um Kontaktaufnahme mit der Online-Redaktion: redaktion@wien.gv.at
Die Vorteile:
- Inhalte werden 1-mal in eine Word-Vorlage eingegeben und dann automatisiert als HTML umgesetzt. Wenn nötig, kann ein PDF für Archivierungszwecke abgespeichert werden.
- Keine Nachbearbeitung hinsichtlich Barrierefreiheit notwendig
- Keine zusätzlichen Kosten für grafische Gestaltung
Hier erfahren Sie noch mehr über das Berichte-Framework:
- Stadt Wien: Berichte-Framework
Drucksorten
Ergänzen Sie Drucksorten mit QR-Codes. Taktil auffindbare QR-Codes machen den Text digital lesbar und somit für Screenreader zugänglich. Taktil auffindbar ist z.B. ein Text in Braille-Schrift, der darauf hinweist, dass die Broschüre, die man in den Händen hält, einen QR-Code enthält. Über den kommt man dann zu einer digitalen und somit barrierefreien Version der Broschüre.
Mehr Grundlagen zu barrierefreien Dokumenten finden Sie in Checkliste 2: Das barrierefreie Dokument.
Leicht verständliche Sprache
Texte sollten möglichst einfach und verständlich sein. Dokumente in Einfacher oder Leicht verständlicher Sprache können folgende Personen unterstützen:
- Menschen mit Lernschwierigkeiten
- Menschen mit nicht-deutscher Erstsprache. Menschen, die die Österreichische Gebärdensprache (ÖGS) verwenden, gehören auch dazu, weil ÖGS eine eigene Grammatik hat und anders als die Schriftsprache funktioniert.
- Menschen, die nicht gut lesen können und funktionale Analphabet*innen, das sind Menschen, die einfache Worte lesen und schreiben können aber Schwierigkeiten haben, längere Texte zu lesen oder zu verstehen.
- Alte Menschen und Menschen mit Demenz-Erkrankungen
- Menschen mit einer psychischen Erkrankung
- Menschen mit Aphasie, das ist eine erworbene Sprachstörung, zum Beispiel nach einem Schlaganfall
- Kinder und junge Menschen
Von Einfacher oder Leichter Sprache profitieren alle Menschen. Auch Inhalte, die negative Gefühle oder Stress auslösen könnten, kommen in Leicht verständlicher oder Einfacher Sprache besser bei den Menschen an.
Intersektionaler Zugang
Das Konzept der Intersektionalität beschreibt wie unterschiedliche Merkmale von Diversität und die damit verbundenen Diskriminierungserfahrungen in Zusammenhang stehen und sich in bestimmten Fällen auch gegenseitig verstärken. Es werden mehrfache und einander überschneidende Faktoren von Diskriminierung sichtbar gemacht, zum Beispiel für Frauen mit Behinderungen, für ältere Frauen oder für Frauen mit Migrationshintergrund.
Machen Sie intersektionale Zugänge auf ihrer Webseite, auf ihren Flyer und so weiter sichtbar, damit sich zum Beispiel Frauen mit Behinderungen explizit angesprochen fühlen. Beschreiben Sie dafür Fallbeispiele mit Frauen mit Behinderungen auf der Webseite. Das sind Signale, dass diese Zielgruppe mitgedacht und eingeladen wird.