3. Personaldynamik

3.2 Interne Mobilität

Förderung der internen Mobilität

Die Förderung der internen Mobilität der Mitarbeiter*innen ist ein wichtiges strategisches Ziel im Personalmanagement der Stadt Wien. Auch in Zusammenhang mit der internen Karriereentwicklung hat die Mobilität der Mitarbeitenden große Bedeutung. Durch Weiterentwicklungsmaßnahmen und einen stadtinternen Arbeitsmarkt soll die Attraktivität der Stadt Wien als Arbeitgeberin für qualifizierte und talentierte Mitarbeiter*innen erhöht und das Risiko in der Nachfolgeplanung reduziert werden.

Erfassung der internen Mobilität

Zur Erfassung der internen Mobilität wurde für den Magistrat der Stadt Wien (inklusive der Unternehmungen Wiener Gesundheitsverbund, Stadt Wien – Wiener Wohnen und Wien Kanal) eine Kennzahl entwickelt, die die Summe der Veränderungen bei den voll- und teilzeitbeschäftigten Bediensteten im jeweiligen

Kalenderjahr darstellt; siehe nachfolgende Tabelle. Als Veränderungen im Sinne der internen Mobilität wurden Überreihungen, Überstellungen, Versetzungen zwischen Dienststellen sowie dienststelleninterne Versetzungen erfasst.

Des Weiteren wurden Höherreihungen, Umreihungen und Rückreihungen, welche sich auf das neue W-BedG beziehen, berücksichtigt.

Interne Mobilität 2018-2020 Personen

2018

2019

2020

Insgesamt

5.596

6.156

4.824

Mag. i. e. S.

3.312

3.443

2.466

WiGev

2.208

2.650

3.002

WW

54

41

38

WK

16

10

6

Interne Mobilität 2018-2020 Personen

Das Job Infocenter

Für die zentrale Beratung der Bediensteten wurde 2020 ein Job Infocenter im Haus des Personals eingerichtet.

Das Job Infocenter ist eine zentrale Anlaufstelle für Fragen zur internen Mobilität. Es richtet sich primär an Mitarbeiter*innen mit Veränderungswunsch.

Es bietet den Mitarbeiter*innen eine strukturierte Beratung – auf Wunsch auch anonym – rund um das Thema berufliche Veränderung und versorgt sie mit den notwendigen Informationen. Im Rahmen eines Selfchecks können sich Mitarbeiter*innen mit ihren beruflichen Wünschen und Vorstellungen kritisch auseinandersetzen und so ihre berufliche Zukunft selbstständig und eigenverantwortlich gestalten.

Für externe Interessent*innen bietet das Job Infocenter allgemeine Informationen zur Bewerbung bei der Stadt Wien.

Karrierewege

2019 wurde mit der Festlegung von Karrierewegen für Mitarbeiter*innen im Bereich Verwaltung eine wichtige Grundlage für eine stärkere berufliche Mobilität geschaffen. Ziel der Überlegungen war es, Bedienstete auch ohne entsprechende Berufsausbildung, aber mit facheinschlägiger Berufserfahrung und der Bereitschaft sich weiterzuentwickeln, einen beruflichen Aufstieg zu ermöglichen. Berufliche Veränderung und individuelle Karriereverläufe werden so leichter ermöglicht. 2020 wurde dieses Angebot zur beruflichen Weiterentwicklung auch auf technische Berufe ausgeweitet.

Vorrangregeln

Als Rahmenbedingung für die berufliche Veränderung wurden klare und verpflichtend zu berücksichtigende Regelungen – die sogenannten Vorrangregeln – geschaffen. Mit diesen ist definiert, dass Personalreserven, also Mitarbeiter*innen, bei denen eine Neuorientierung aufgrund organisatorischer Veränderungen notwendig ist, bei der Besetzung vakanter Positionen Vorrang gegenüber Bediensteten haben, die sich auf eigenen Wunsch verändern wollen. Dem nach wie vor geltenden Grundsatz „Intern vor Extern“ Rechnung tragend, werden Jobangebote zuerst den eigenen Mitarbeiter*innen bekanntgemacht, bevor extern ausgeschrieben wird.

Tools zur Unterstützung der Mobilität und der Personalrekrutierung

Zur Unterstützung der Mobilität und der Personalrekrutierung stehen sowohl den Abteilungen als auch den Mitarbeiter*innen verschiedene Tools zur Verfügung, die nachfolgend dargestellt werden.

Magistratsinterne Jobbörse

Seit 2003 steht die interne elektronische Jobbörse allen Dienststellen sowie den Mitarbeiter*innen der Stadt Wien zur Verfügung. Die personalsuchenden Dienststellen können in diesem Rahmen freie Stellen veröffentlichen und diese so allen interessierten Bediensteten zugänglich machen. Bei der Nachbesetzung von höherwertigen Dienstposten ist die Schaltung in der Jobbörse im Sinne des Wiener Gleichbehandlungsgesetzes verpflichtend.

Über die Bekanntmachung von sonstigen vakanten Dienstposten entscheidet die Dienststelle eigenständig. Auch die Mitarbeiter*innen können in der Jobbörse inserieren.

Magistratsinterne Jobbörse 2018-2020 Anzahl bekanntgemachter Jobs

2018

2019

2020

Höherwertige Dienstposten

620

752

678

Andere Dienstposten

1.719

1.688

1.536

Inserate von Mitarbeiter*innen

51

50

71

Magistratsinterne Jobbörse 2018-2020 Anzahl bekanntgemachter Jobs

Personalreserve-Pool

Der elektronische Personalreserve-Pool ist ein wichtiges Unterstützungsinstrument im Umgang mit unterschiedlichen Arten von Personalreserven. So werden beispielsweise mit diesem Tool Mitarbeiter*innen erfasst, für die aufgrund organisatorischer Änderungen ein Jobwechsel erforderlich ist. Auch bei Rückkehrer*innen aus längeren Abwesenheiten wie z.B. Elternkarenz oder Präsenz- bzw. Zivildienst kann eine Vermittlung über den Personalreservepool notwendig werden, wenn mangels Einsatzmöglichkeiten in der bisherigen Dienststelle eine Versetzung in einen anderen Bereich vereinbart wurde. Alle Dienststellen können bei Personalbedarf mit den im Personalreservepool erfassten Bediensteten Kontakt aufnehmen.

JobSTART

JobSTART ist eine Online-Plattform im Intranet der Stadt Wien, welche die Übernahme von Lehrlingen mit abgeschlossener kaufmännischer Ausbildung auf entsprechende Dienstposten in der Stadt Wien unterstützt. Dienststellen sind verpflichtet, passende freie Stellen auf der JobSTART-Plattform zu veröffentlichen. Lehrlinge haben die Möglichkeit, sich mit ihrem Qualifikationsprofil auf dieser Plattform zu präsentieren und so Dienststellen, die auf der Suche nach geeigneten Bewerber*innen sind, auf sich aufmerksam zu machen. Eine „Matching“-Funktion ermöglicht den Abgleich des Qualifikationsprofils des Lehrlings mit den Anforderungen der bekannt gemachten Stelle anhand definierter Kriterien.

Recruiting-Software

Mit dem Einsatz einer Recruiting-Software geht die Stadt Wien einen weiteren wichtigen Schritt hin zu einem zeitgemäßen und modernen Recruiting.

Nach einer öffentlichen Ausschreibung zur Beschaffung einer Recruiting-Software erfolgte 2019 der Zuschlag für die Software TalentLink der Fa. SABA Lumesse (wurde 2020 von der Fa. Cornerstone übernommen), einer cloud-basierten Software-Lösung. Auf Grundlage des mit den Dienststellen entwickelten Standard-Recruiting-Prozesses unterstützt die Software TalentLink den externen Recruiting-Prozess der Stadt Wien.

Seit Juni 2020 wurde TalentLink in Form eines Pilotbetriebs bei 6 Dienststellen im Magistrat eingesetzt. Durch den Einsatz der Recruiting Software wurde eine zeitgemäße Bewerber*innenansprache, ein transparenter, rascher Bewerbungsprozess und eine Entlastung der Mitarbeiter*innen im Personalbereich von Routinetätigkeiten ermöglicht.

Gleichzeitig mit dem Beginn des Pilotbetriebs wurde die externe Karriereseite der Stadt Wien (jobs.wien.gv.at) gestartet.

Externe Karriereseite – jobs.wien.gv.at

Im Zuge der Einführung einer modernen Recruiting Software wurde auch das Internet Jobportal der Stadt Wien überarbeitet und völlig neu gestaltet. Die neue externe Karriereseite hat die Adresse jobs-wien.gv.at und informiert Jobinteressent*innen über aktuelle Stellenangebote. Darüber hinaus sind Informationen zur Rolle der Stadt als Arbeitgeberin, zu den Berufsfeldern, sowie zu Lehre und Praktika verfügbar. Bereits auf der Startseite werden die Benefits einer Beschäftigung bei der Stadt Wien und der Ablauf des Bewerbungsprozesses dargestellt. Die Stellenausschreibungen werden digital mit Hilfe der Recruiting Software auf der externen Karriereseite publiziert.

Im Jahr 2020 wurden in den Monaten Juni bis Dezember durchschnittlich mehr als 57.000 Besuche und rund 215.000 Seitenaufrufe pro Monat verzeichnet. Dabei erfolgte der Zugriff jeweils etwa zur Hälfte mittels PC oder mittels Smartphone.

Fußnoten

  1. Wechsel in eine andere Bedienstetengruppe derselben Verwendungsgruppe

  2. Wechsel in eine andere Verwendungsgruppe

  3. Wechsel in ein höheres Gehaltsband derselben Berufsfamilie

  4. Wechsel in ein gleich hohes Gehaltsband einer anderen Berufsfamilie

  5. Wechsel in ein niedrigeres Gehaltsband derselben Berufsfamilie

  6. Bei der Bewertung von Dienstposten unterscheidet man zwischen grund- und höherbewerteten Dienstposten. Die Höherwertigkeit kann in der Führungsverantwortung oder bei einer Expert*innentätigkeit durch die fachliche Verantwortung begründet sein.