Magistratsabteilung 10 - Kindergärten
Die Magistratsabteilung 10 – Kindergärten sorgt für qualitätsvolle elementare Bildung für Kinder in Wien
- durch den Betrieb eigener Kindergärten und Horte,
- durch die Förderung privat organisierter Einrichtungen (Kindergärten, Horte, Kindergruppen, Tagesmütter und -väter),
- durch Beratung und Information zu freien Plätzen in städtischen und privaten elementaren Bildungseinrichtungen,
- durch die Vergabe städtischer elementarer Bildungsplätze,
- durch die Ausbildung und Fortbildung von Elementar- und Hortpädagog*innen, Assistenzpädagog*innen und Sprachförderkräften.
Weiterführende Informationen zum Inhalt: Zur Fachabteilung • Kontaktadressen
Projekt und Schwerpunktüberblick
Über die Abteilung
Die Zukunft der Stadt geht in den Kindergarten! Als erste Bildungseinrichtung schafft der Kindergarten den Rahmen für kindgerechte Lernprozesse. Kinder lernen gemeinsam mit anderen, aktiv ihre Welt zu verstehen und zu gestalten.
Eine der größten Herausforderungen für die Abteilung ist nach wie vor der Fachkräftemangel. Durch die Zusammenarbeit mit dem AMS und dem waff sowie die Teilnahme an diversen Berufs- und Bildungsmessen sowie Vortragstätigkeiten an Bildungsanstalten für Elementarpädagogik konnte sich die Abteilung als attraktive Dienstgeberin präsentieren sowie die stadteigene Bildungsanstalt für Elementarpädagogik (bafep21) vorstellen.
Im Jahr 2025 konnten 1.183 Mitarbeiter*innen neu aufgenommen werden. Sie verstärken das Team der größten Magistratsabteilung. Insgesamt arbeiten in der Abteilung mittlerweile rund 9.500 Mitarbeiter*innen an rund 350 Standorten an der Bereitstellung des Bildungsangebotes für über 100.000 Kinder in Wien.
Wiederaufnahmen von bereits im Ruhestand befindlichen ehemaligen Kolleg*innen sind bereits ab 10 Wochenstunden möglich und erfreuen sich steigender Beliebtheit. Die Abteilung hat 35 Standorte als Zivildienstausbildungsstellen genehmigt und übernimmt jährlich nach wie vor 35 Zivildienstleistende.
Ausbau
Um die Bildung und Begleitung der Wiener Kinder im elementarpädagogischen Bereich sicherzustellen wurde im Jahr 2025 ein weiterer Kindergartenstandort in Betrieb genommen und der Ausbau privater Einrichtungen gefördert.
Ausbildung im elementarpädagogischen Bereich
Die stadteigene bafep21 ist Österreichs größte Bildungseinrichtung für Elementarpädagogik. Mit einem engagierten Team von rund 90 Lehrkräften wird eine fundierte Ausbildung in vier verschiedenen Ausbildungsgängen angeboten.
Am aktuellen Standort wird im Rahmen des Neubauprogramms für Bildung der Stadt Wien ein neues Schulgebäude gebaut, um zukünftig mehr Fachkräfte auszubilden. Von Beginn an wurde dabei das pädagogische Raumkonzept gemeinsam mit Lehrenden, Schüler*innen und Studierenden entwickelt und in einem partizipativen Prozess umgesetzt.
Die neue räumliche und inhaltliche Struktur stärkt den Theorie-Praxis-Transfer. Studierende erleben pädagogische Konzepte direkt im Alltag, beobachten Lernprozesse in authentischen Situationen und können ihr Wissen unmittelbar anwenden. Dadurch entstehen in Wien ein moderner Bildungsort und eine innovative Infrastruktur für eine Ausbildung mit Zukunft für insgesamt 1.000 Schüler*innen und Studierende.
Sprachliche Bildung
2025 kann als Jahr der sprachlichen Bildung bzw. Sprachförderung gelten, wenn die öffentliche und politische Aufmerksamkeit betrachtet werden. Auch inhaltlich hat sich viel bewegt: Sprachförderkräfte unterstützten an etwa 370 Standorten über 10.000 Kinder mit erhöhtem Sprachförderbedarf. Um Kinder weiterhin in der sprachlichen Bildung zusätzlich begleiten zu können, wurden 76 neue Sprachförderkräfte ausgebildet. Zudem wurde auch der Bereich der Sprachberatung ausgebaut: Acht Sprachberater*innen stärken nunmehr das Fachpersonal. Gemeinsam mit dem Wiener Roten Kreuz wurden fast 100 Lesepat*innen ausgebildet und an elementare Bildungseinrichtungen vermittelt. Unter dem Titel „Das ist Wien – hier wohne ich“ wurde im Sommer ein Projekt für die intensive Förderung der Bildungssprache Deutsch ins Leben gerufen. An einigen städtischen elementaren Bildungseinrichtungen starteten die Schwerpunktwochen Sprache. Umfangreiche Materialpakete dazu können weiterführend für die Förderung der Kinder im verpflichtenden Kindergartenjahr verwendet werden. Die bereits seit 2017 bestehende enge Kooperation zwischen dem Sprachförderzentrum der Bildungsdirektion Wien und dem Kompetenzbereich Sprachliche Bildung der Stadt Wien – Kindergärten wurde mit fünf Vernetzungsveranstaltungen weitergeführt.
Platzvergabe und Information an Kund*innen
Mit Herbst 2025 wurde die „Informationsplattform Kindergärten, Kindergruppen und Horte suchen“ um die Tageseltern ergänzt. Diese vervollständigen nun gleichberechtigt die Darstellung des wienweiten städtischen und privaten elementaren Bildungsangebots sowie der Horte.
Förderung privater elementarer Bildungseinrichtungen
Rund 2/3 der Plätze in elementarpädagogischen Bildungs- und Betreuungseinrichtungen werden von privaten Trägerorganisationen angeboten. Um diese Träger*innen infolge der allgemeinen Teuerung zu unterstützen, wurden auch im Jahr 2025 Sonderförderungen ausgeschüttet.
Das Fördermodell „Beitragsfreier Kindergarten“ sieht sich stetig zunehmenden Herausforderungen ausgesetzt, weshalb es einer Evaluierung unterzogen und eine Überarbeitung der Fördersystematik angestrebt wurde. Im Wege der Evaluierung wurde etwa eine Online-Befragung von rd. 330 Trägereinrichtungen durchgeführt, um ein allgemeines Stimmungsbild zu erheben. Zusätzlich wurden nationale und internationale Fördersysteme untersucht, um Vergleichswerte für die zugrundeliegenden Rahmenbedingungen zu gewinnen. Hierzu wurde auch Kontakt zu den jeweiligen Förderstellen aufgenommen, um einen regelmäßigen Austausch zu ermöglichen.
Die Etablierung einer durch künstliche Intelligenz unterstützten Prüfung konnte in Teilbereichen stark vorangetrieben werden, befindet sich aber nach wie vor in Umsetzung.
Digitale Elternkommunikation – Wiener Bildungspost (WIBI)
Seit September 2025 steht das neue Kommunikationstool „WiBi“ flächendeckend an allen Kindergarten- und Hortstandorten zur Verfügung. Die Anwendung wurde gezielt entwickelt, um den Arbeitsalltag des pädagogischen Personals zu entlasten und eine effiziente sowie transparente Kommunikation zu fördern.
Sowohl die Teams an den Standorten als auch die Familien haben jederzeit Zugriff auf relevante Inhalte und können wichtige Mitteilungen sowie Termine schnell und unkompliziert austauschen.
Inklusionsunterstützung durch Kooperationen
Durch den Einsatz von Assistenzkräften zweier externer Fachvereine wird Kindern mit intensivem bzw. erhöhtem Betreuungsbedarf die aktive Teilhabe am pädagogischen Alltag ermöglicht. Gleichzeitig erfahren die pädagogischen Teams eine gezielte Unterstützung im Gruppengeschehen. Die Zusammenarbeit mit dem Verein pro mente sowie der Autistenhilfe stellt dabei eine wertvolle Ergänzung dar.
Zudem hat die Förderung von Inklusion – eine Initiative zur Gewährleistung der bestmöglichen Bildung und Teilhabe von Kindern mit erhöhtem und wesentlich erhöhtem Betreuungsbedarf in „Regelgruppen“ Wirkung gezeigt und es haben rund 550 Kinder sowohl einen Platz als auch individuelle Unterstützung in privaten Einrichtungen erhalten. Die Förderung stellt eine zusätzliche finanzielle Unterstützung dar, um den erhöhten finanziellen Aufwand abdecken zu können, wie zum Beispiel die Kosten für zusätzliches Personal, Therapeut*innen, Umbauarbeiten oder spezielle Fördermaterialien.
Optimierung der Standortreinigung
Im Zuge der erfolgreichen Umsetzung des Reinigungsprojekts wurden die Reinigungsleistungen an den Standorten an zwei externe Dienstleistungsunternehmen übertragen. Diese strukturelle Neuausrichtung führt zu einer spürbaren Entlastung der Teams vor Ort. Insbesondere die Assistent*innen können die Elementarpädagog*innen nun intensiver in der Begleitung und Betreuung der Kinder im Alltag unterstützen.
GEKO - Den digitalen Wandel im Kindergarten menschenzentriert gestalten
Die Digitalisierung ist längst in den Wiener Kindergärten angekommen und beeinflusst weit mehr als nur technische Abläufe. Sie prägt die Beziehungen und Interaktionen zwischen Kindern, Beschäftigten und Bildungspartner*innen. Mit dem Innovationsprojekt „GEKO – Gestaltungskompass digitaler Raum im Kindergarten“ wurde ein wegweisender Ansatz etabliert, der die Technik nicht als Selbstzweck betrachtet, sondern den Digitalen Humanismus ins Zentrum rückt. Das Ziel ist klar: Die Digitalisierung ist ein gestaltbarer Prozess, bei dem der Mensch und seine Bedürfnisse die Richtung vorgeben.
Partizipation als Erfolgsfaktor: An sechs über ganz Wien verteilten Pilotstandorten wurde erprobt, wie die gemeinsame Gestaltung des digitalen Raums gelingen kann. In einem partizipativen Setting wurden alle Beteiligten miteinbezogen und der Fokus bewusst auf die Sichtbarmachung von Bedürfnissen gelegt. Ein wesentlicher Mehrwert liegt in der Diversitätssensibilität: GEKO versteht den digitalen Raum als einen Ort der Teilhabe für alle, unabhängig von individuellen Hintergründen oder Fähigkeiten.