Projektleitung: Christina Bässler und Denise Schulz-Zak

Der frühe Schwangerschafts-Verlust in den ersten 12 Wochen einer Schwangerschaft ist ein gesellschaftliches Tabuthema. Durch Apps, Eisprungbeobachtung und Zyklustracking werden Schwangerschaft und damit allfällige Unregelmäßigkeiten zunehmend früher bemerkt, unabhängig davon, ob es sich um eine geplante oder ungeplante Schwangerschaft handelt. Um Frauen und ihr Umfeld für den frühen Schwangerschafts-Verlust in den ersten 12 Wochen zu sensibilisieren, wurden in den letzten beiden Jahren sechs verschiedene Freecard-Sujets mit zentralen Botschaften erarbeitet. Ergänzend dazu wurde ein Info-Folder in den Sprachen Deutsch, Englisch, Arabisch und Türkisch gestaltet, der Antworten auf häufige Fragen von Betroffenen zu folgenden Bereichen beantwortet:

  • Ablauf eines frühen Schwangerschafts-Verlusts

  • Möglichkeiten bei einem frühen Schwangerschafts-Verlust

  • Stärke und Aussehen der Blutung

  • Aussehen und Größe des Embryos

  • Anlaufstellen und Beratung

Fortbildungsmaßnahme für Fachpersonen

2024 wurde aufbauend auf den bisherigen Maßnahmen eine Fortbildung für Hebammen und anderes medizinisches Personal angeboten. Inhaltlich wurde im Online-Seminar für Fachpersonen darauf eingegangen, wie der frühe Schwangerschafts-Verlust als Physiologie im Frauenleben betrachtet werden kann. Es wurde diskutiert, ob die Erfahrung des Todes an sich oder der Umgang damit traumatisierend ist. Aufgaben und neue Ansatzpunkte für Fachpersonen wurden aufgezeigt. Das große fachliche Interesse – knapp 100 Teilnehmerinnen – war Anlass, dieses Format auch im Folgejahr fortzuführen.

Workshops im Rahmen der Feminale

  • Ein Online-Seminar des Vereins 12 Wochen bot für Betroffene und Interessierte neben Informationen auch Raum für Austausch und Vernetzung. Dieses Seminar wurde im Rahmen der „Feminale. 30 Tage Frauengesundheit“ angeboten, wo auch der frühe Schwangerschafts-Verlust ein Themenschwerpunkt war.

  • Beim Gesundheitstag „Frauengesundheitsstraße“, der vom Wiener Programm für Frauengesundheit konzipiert wurde, konnten Betroffene und Zugehörige individuelle Beratung durch Hebammen des Vereins 12 in Anspruch nehmen.

  • Im Nanaya – Zentrum für Schwangerschaft, Geburt und Elternschaft wurde im ausgebuchten Workshop „Ein Platz für das verstorbene Baby“, der sich sowohl an Betroffene als auch an professionelle Begleiter*innen richtete, der Fokus auf Trauerarbeit gelegt.

  • Mit dem Verein Regenbogen wurde ein Bildervortrag zur Rolle von Fotografie in der Schmerzbewältigung und Trauerbegleitung sowie ein Kreativ-Nachmittag für betroffene Eltern angeboten.

Zu sehen ist ein Tisch, an dem Infomaterialien aufliegen und eine Person sitzt, die gerade mit zwei anderen spricht.
Beratung bei der Frauengesundheitsstraße, © Katharina Schiffl

Zudem wurde aufgrund der großen Nachfrage der Info-Folder in den Sprachen Arabisch, Englisch und Türkisch nachgedruckt.