7. Gewalt und Gesundheit

7.1 Folgen von Gewalt im Gesundheitssystem

Projektleitung: Alexandra Grasl-Akkilic

Gewalt gegen Frauen betrifft unser Gesundheitssystem mehrfach: Der professionelle Umgang mit gewaltbetroffenen Frauen und Mädchen ist keine Routinehandlung. Es braucht dafür Know-how, Sensibilität sowie Zeitressourcen – eine Herausforderung für Krankenhäuser und ärztliche Ordinationen.

Die gesundheitlichen Akut- und Langzeitfolgen, die Gewalt gegen Frauen verursacht, manifestieren sich in hohen volkswirtschaftlichen Kosten: für die medizinische Versorgung – Stichwort Doctor-Shopping, für Pflege und Therapie, für Beratungs- und Schutzeinrichtungen, Polizei und Justiz, für den Ausfall von Arbeitskraft, für bleibende Behinderungen bis zum Todesfall. Sekundärprävention bei der Betreuung gewaltbetroffener Patient*innen bedeutet somit:

  • Früherkennung bei gewaltbetroffenen Patient*innen zu leisten,

  • qualitätsvolle Spurensicherung und Verletzungsdokumentation anzubieten und durchzuführen,

  • ein Gespräch anzubieten und die Patient*innen über Gewaltschutzeinrichtungen zu informieren.

Das Wiener Programm für Frauengesundheit war auch 2024 im Bereich Information und Sensibilisierung von Fachpersonal tätig, sei es durch Fortbildung, Know-how-Transfer und Vernetzung, und arbeitete dabei mit vielen Kooperationspartner*innen zusammen.