4.3 Wärme
Wärmeverbrauch nach Energieträgern
Die dargestellten Werte umfassen sowohl Wärme für Gebäude (Raumwärme, Warmwasser, Kochen) als auch Prozesswärmebedarfe von Industrie und Gewerbe. Der Einsatz von Kohle und Öl als Energieträger für den Wärmeverbrauch reduzierte sich stark zwischen 2005 und 2023. Ebenso kann bei Fernwärme und Gas eine Reduktion festgestellt werden.
Wärmenutzung nach Verbrauchskategorien
Für die Wärmenutzung nach Verbrauchskategorien reduzierte sich zwischen 2005 und 2023 die Prozesswärme und Raumwärme am stärksten.
Raumwärmenutzung nach Energieträgern
Zwischen 2005 und 2023 reduzierte sich die Nutzung von Kohle, Öl und Gas als Energieträger für Raumwärme und nahm die Nutzung von Umgebungswärme, biogenen Brenn- und Treibstoffen zu. Die Nutzung der Fernwärme schwank auf ähnlichem Niveau. In den letzten Jahren wurde weniger Energie für Raumwärme genutzt als in den Jahren davor.
Raumwärmenutzung nach Energieträgern, klimakorrigiert
Der Bericht bezieht sich zur besseren Beurteilung der Raumwärmenutzung auf das im jeweiligen Jahr herrschende Klima. Als Methode für diese „Klimakorrektur“ setzte sich die Heizgradtag- bzw. HGT-Bereinigung durch. Die angenommene Raumtemperatur von 20 °C minus dem Tagesmittelwert der Außentemperatur der Tage, bei denen die Außentemperatur unter der Heizgrenztemperatur (12 °C) liegt, ergibt die Gradtagzahl (Gt). Sie bildet eine ortsabhängige Kenngröße, die die lokalen klimatischen Bedingungen widerspiegelt.
Die klimakorrigierte Betrachtung der Raumwärmenutzung nach Energieträgern zwischen 2005 und 2023 zeigt einen verringerten Einsatz von Kohle, Öl und Gas als Energieträger und einen erhöhten Einsatz von Umgebungswärme, Fernwärme und biogenen Brenn- und Treibstoffen.
Raumwärmenutzung privater Haushalte
Private Haushalten verwendeten für die Raumwärme zwischen 2005 und 2023 weniger Kohle, Öl, Scheitholz und Gas. Sie nutzen verstärkt die Umgebungswärme, die biogenen Brenn- und Treibstoffe und die Fernwärme.
Raumwärmenutzung des produzierenden Bereichs
Die Raumwärmenutzung im produzierenden Bereich reduzierte sich maßgeblich zwischen 2005 und 2023. Die Nutzung der Energieträger Fernwärme und Öl verringerte sich stark und Scheitholz wird nicht mehr verwendet. Ebenso der Gasverbrauch konnte seit 2005 reduziert werden.
Die Kurve für die Raumwärmenutzung des produzierenden Bereichs sank für alle Energieträger zwischen 2012 und 2013 stark ab. Gründe dafür sind Änderungen in der Erhebung durch die Statistik Austria. Bis zum Jahr 2012 erhob die Statistik Austria Daten von allen Größenklassen der Industrie im Abstand von fünf Jahren bei einer Rückmeldungsquote von etwa 20 Prozent. Ab 2013 befragte sie nur noch Großbetriebe im jährlichen Abstand, jedoch bei einer deutlich höheren Rückmeldungsquote von etwa 40 Prozent. Dadurch sind die Daten nun aussagekräftiger.
Raumwärmenutzung des Dienstleistungsbereichs
Die gesamte Raumwärmenutzung im Dienstleistungsbereich reduzierte sich zwischen 2005 und 2023. Der Dienstleistungsbereich verwendet kaum Scheitholz und keine Kohle, keine brennbaren Abfälle oder kein Öl als Energieträger. Er setzte dieselbe Menge an biogenen Brenn- und Treibstoffen wie 2005 ein. Der Bereich verwendet hauptsächlich Fernwärme und Gas zur Raumheizung. Sowohl der Fernwärmeverbrauch als auch der Gasverbrauch reduzierte sich seit 2005.
Fernwärmenutzung privater Haushalte
Bei den privaten Haushalten stieg die Nutzung von Fernwärme zwischen 2005 und 2023 um etwa ein Drittel. In den letzten beiden Jahren verminderte sich jedoch der Verbrauch für Heiz- und Wassernutzung etwas.
Heizungsart in Hauptwohnsitzwohnungen
Die Gesamtanzahl der Heizungssystemen in Hauptwohnsitzwohnungen in Wien erhöhte sich zwischen den Jahren 2005/2006 und 2021/2022. Die Anzahl an Fernwärme- und Zentralheizungssystemen stieg merklich. Die Anzahl der Einzelöfen reduzierte sich stark.
Diese Erhebung fasst unter „zentral“ sowohl gebäudezentrale Heizungen als auch wohnungszentrale Heizungen (z.B. Etagenheizungen oder Gasthermen) zusammen. Letztere werden im Gegensatz zu Hauszentralheizungen häufig als „dezentrale“ Heizungen bezeichnet.
Diese Daten stehen nur alle zwei Jahre zur Verfügung.