Landtag, 12. Sitzung vom 20.05.2026, Wörtliches Protokoll - Seite 6 von 43
sehr zuversichtlich, dass wir hier sehr bald eine Lösung finden. Und ja, auch ich kriege diesbezüglich viele Zuschriften.
Präsident Ing. Christian Meidlinger: Vielen Dank für die Beantwortung. - Die 2. Zusatzfrage kommt von Herrn Abg. Blind. - Bitte.
Abg. Armin Blind (FPÖ): Guten Morgen noch einmal, Frau Vizebürgermeisterin! Sie haben gerade den Reformbedarf und auch die geplanten Reformen angesprochen. Ich darf vielleicht nur festhalten, dass natürlich Kindergartenpersonal nicht unendlich vermehrbar ist. Sie haben jetzt in den Raum gestellt, durch Entlastungen - ich gehe davon aus, durch Assistenzpersonal - die KindergärtnerInnen - im Wesentlichen sind es Frauen; aber natürlich alle Pädagogen dort - von administrativen Aufgaben zu entlasten.
Können Sie uns nur gerade vor dem Hintergrund eines geplanten zweiten Kindergartenjahres darstellen, wie Sie sowohl strukturell, infrastrukturell, als auch personell diese Betreuung, die Sie jetzt zugesagt haben, weiter garantieren wollen?
Präsident Ing. Christian Meidlinger: Frau Vizebürgermeisterin, ich bitte um Beantwortung.
Lhptm-Stv.in Mag. Bettina Emmerling, MSc: Danke für die Frage. Wie schon angesprochen: Der Personalbedarf und der Personalmangel sind ein Thema, das uns im Bereich des Kindergartens massiv beschäftigt. Wir haben mittlerweile verschiedenste Ausbildungsformen im Bereich der Elementarpädagogik. Das ist gut. Da hat sich in den letzten Jahren viel getan.
Man hat doch in den letzten Jahrzehnten sehr darauf gesetzt, dass sich 14-Jährige dafür entscheiden, in eine fünfjährige BAfEP zu gehen, und erwartet, dass sie mit 19 in diesen Beruf gehen. Das ist leider nicht im entsprechenden oder ausreichenden Ausmaß erfolgt, weil mit 19 die Welt dann oft anders ausschaut, man andere Pläne hat. Mittlerweile gibt es unterschiedlichste Wege: vom Hochschulstudium über ein Studium an den Fachhochschulen bis zu Quereinstiegsprogrammen und Kollegformaten. Das heißt, dadurch kommen wesentlich mehr Ausgebildete in dieses Berufsfeld.
Was ich schon sehe, ist, dass es, wenn wir Rahmenbedingungen im Kindergarten per se verbessern, natürlich auch die Personalsituation entlastet, nicht nur dadurch, dass das im Kindergarten arbeitende Personal entlastet ist, sondern auch dadurch, dass das Berufsfeld Kindergarten wieder attraktiver ist. Und das sind genau die zwei Schrauben.
Was Sie auch noch angesprochen haben, ist administratives Unterstützungspersonal. Wie kann man Aufgaben quasi besser verteilen? Das ist genau Ziel und Aufgabe der Reform "Kindergarten neu denken", deren erste Schritte wir auch bald präsentieren werden. Es sind viele Hebel und Maßnahmen, an die da gedacht wird, die alle zusammen ein größeres Bild ergeben, aber man kann in diesem Bereich nicht sagen: Das ist das eine, und das bringt uns die Erleichterung, und die Elementarpädagoginnen und -pädagogen rennen uns die Türe ein! - Das wird so nicht passieren. Es braucht viele, viele kleine Schritte, um ein System zu schaffen, das verbessert ist, das für die Kinder die besten Möglichkeiten und Chancen bietet und das dem Personal wieder die Perspektive gibt, dass das ein Berufsfeld ist, das erstens attraktiv ist, wo es sich weiterentwickeln kann und wo es schlussendlich auch wieder sehr, sehr gerne arbeitet. (Beifall bei NEOS und SPÖ.)
Präsident Ing. Christian Meidlinger: Danke schön. - Die 3. Zusatzfrage wird von der Frau Abg. Keri gestellt. - Bitte.
Abg. Sabine Keri (ÖVP): Vielen Dank. Frau Landesrätin, ich möchte gerne wieder zu dem Thema zurückkommen, und ich freue mich, dass jetzt auch die GRÜNEN das Thema sozusagen entdeckt haben.
Seit 15 Jahren zirka - auch am Anfang, als die NEOS noch in der Opposition waren - haben Sie auch mit uns immer wieder gefordert, dass diese Regelung aufgelöst wird. Also das Thema ist jetzt nicht neu, und Christoph Wiederkehr hätte es ja auch machen können.
Wenn Sie erzählen, man weiß nicht genau, wie man es rechtlich macht und so weiter: Ich glaube, Sie können mit den privaten Trägern reden, weil die das seit ewigen Zeiten so machen, und die haben viel weniger finanzielle Ressourcen als ein städtischer Kindergarten. Und ich glaube, da könnten Sie sich ganz schnell und ganz unbürokratisch austauschen, wie man das umsetzen kann. Aber ich verstehe auch, dass Sie natürlich diesen Passus gerne in Ihrer großen Kindergartenreform dann ankündigen wollen. Wir sind ja nicht alle Anfänger in der Politik.
Ich möchte jetzt gerne noch einmal auf die Geschäftsordnung zu einem anderen Punkt kommen. Da ist zu lesen, dass ein Kind in ein Krisenpflegezentrum kommt, wenn es nicht rechtzeitig abgeholt wird. Was passiert dann mit dem Kind? Also meine Frage ist jetzt: Ist es wirklich so, wenn ein Kind nicht rechtzeitig am Abend beim Schließen ... Also wenn der Kindergarten um 17 Uhr schließt und das Kind ist bis irgendwann nicht abgeholt, dann - das steht drinnen - wird das Kind bei einem Krisenzentrum sozusagen abgegeben. Aber wie geht dann dieses Prozedere?
Also ich habe mir das durchgelesen, und ich weiß, bei Privaten ist es so: Wenn man zu spät kommt, zahlt man eine Art Zusatzgeld. Aber wie ist das im städtischen Kindergarten? Gibt es das dann, dass es heißt, wenn man jetzt eine Stunde, zwei Stunden zu spät kommt, zahlt man eine Art Zusatzgeld? Oder wie funktioniert das wirklich? Ab wann wird das Kind bei einem Krisenzentrum abgegeben? Und ist es dann ein automatischer Lauf, dass dieses Kind sechs Wochen in dem Krisenzentrum zur Gefährdungsabklärung untergebracht ist? Ich frage so, weil das nicht geklärt ist. Es steht einfach ganz unklar in der Geschäftsordnung.
Präsident Ing. Christian Meidlinger: Frau Vizebürgermeisterin, bitte.
Lhptm-Stv.in Mag. Bettina Emmerling, MSc: Das war schon eine sehr spezifische Frage. Ich möchte vielleicht auf das Erste zuerst eingehen. Sie sagen, man kann es sich einfach bei den Privaten abschauen. - Ich glaube, Sie wissen, dass gerade im städtischen Bereich die Personalsituation sehr angespannt ist, dass die Kinder
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