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Landtag, 12. Sitzung vom 20.05.2026, Wörtliches Protokoll  -  Seite 4 von 43

 

dass die quasi herangezogen wurden: Nein, das war ein freiwilliges Engagement und eine freiwillige Aktion der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Und ich kann hier noch einmal darlegen, dass diese MitarbeiterInnen in Absprache auch mit der MA 2, also Personal, und mit der Magistratsdirektion in Sonderurlaub gegangen sind und in einem Sonderurlaub das Gehalt wie bei einer sonstigen Anstellung auch weiterbezahlt wird und es dementsprechend auch zu einer, wenn Sie so wollen, Mehrauszahlung kam.

 

Dieser Einsatz als Krisenpflegeeltern war zeitlich befristet. Das sind keine Krisenpflegeeltern, die sonst auch quasi in diesem Pool vorhanden sind. Das ist nicht etwas, was die als ihren eigentlichen Beruf ausführen. Und dementsprechend kann ich mir auch nicht vorstellen und mir ist es nicht zugetragen worden, dass andere Krisenpflegeeltern sich darüber ..., dass man in einer Notsituation aushilft, wie es in diesem Fall passiert ist.

 

Präsident Ing. Christian Meidlinger: Danke. - Die 2. Zusatzfrage kommt von der Frau Abg. Berner. - Bitte.

 

9.08.20

Abg. Mag. Ursula Berner, MA (GRÜNE): Vielen Dank für diese Ausführungen! Ich möchte jetzt gar nicht auf diese Gelder eingehen. Was mich mehr interessiert, ist: Wir wissen, dass es Kleinstkinder-WGs gibt beziehungsweise dass Sie welche etabliert haben. Wir wissen aber auch, dass sich leider schon wieder Personalprobleme auch bei den Kleinstkinder-WGs ergeben. Das heißt, wir können sehr schnell wieder an den Punkt kommen, dass es keine Plätze für die Kleinkinder, also sprich für Kinder unter sechs, gibt.

 

Deshalb die Frage: Welche Strategien haben Sie, um solche Notsituationen wie die gerade von der Kollegin Keri beschriebene in Zukunft zu vermeiden? Oder gibt es da eine Strategie, damit man nicht wieder auf die vorhandenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zurückgreifen muss, die ja dann für den normalen Dienst für sechs bis acht Wochen ausfallen? Also das ist ja insgesamt für die MA 11 schon auch schwierig, wenn das eh schon belastete Personal dort wegfällt und die anderen zusätzlich dessen Arbeit übernehmen müssen. Also gibt es da einen Plan? - Danke.

 

Präsident Ing. Christian Meidlinger: Frau Landesrätin, bitte.

 

Lhptm-Stv.in Mag. Bettina Emmerling, MSc: Danke für die Frage. Ich möchte hier noch einmal festhalten, dass man auf die nicht zurückgreifen müssen hat, sondern dass das eine freiwillige Aktion, ein freiwilliges Engagement der jeweiligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter war, weil diese Kinder sonst in einem Krisenpflegezentrum untergebracht worden wären, genauso, wie Sie es sagen: Kleinkindkrisenpflegeplätze. Das ist nämlich nicht die optimale Unterbringung für Kleinkinder - ich glaube, das ist uns allen klar -, aber der Situation geschuldet, dass wir auf der einen Seite hohe Bedarfe, immer steigende Bedarfe haben, auf der anderen Seite natürlich dem allgemeinen Personalmangel. Die Ressourcen, wie wir sie, ich sage einmal, im Best Case ... In der besten Welt brauchen wir das gar nicht, ja - das ist wieder eine andere Geschichte - aber ich glaube, das ist von der Situation und von der Gemengelage her klar.

 

Kleinkindkrisenplätze sind also eine Unterbringungsform, die, würde ich mal sagen, sowieso nicht die beste ist, im Notfall aber herangezogen werden muss. Die Strategie ist es, Pflegeltern und Krisenpflegeeltern weiter anzuwerben, weil das wirklich noch die beste Form der Unterbringung von Kindern ist, die nicht in ihren Familien bleiben können.

 

Da werden unterschiedlichste Maßnahmen gesetzt, auch diesbezüglich, dass wir auch im Regierungsprogramm festgeschrieben haben, dass wir diese Anstellungsmodelle, das Ansprechen der Krisenpflegeeltern weiterentwickeln, umso mehr anzusprechen. Aber trotzdem: Ja, bei Bedarf wird es den weiteren Ausbau der Plätze auch in Krisenpflege-WGs beziehungsweise auch für Kleinkinder geben.

 

Präsident Ing. Christian Meidlinger: Danke für die Beantwortung. - Die 3. Zusatzfrage wird vom Herrn Abg. Blind gestellt. - Bitte.

 

9.09.59

Abg. Armin Blind (FPÖ): Guten Morgen, Frau Landesrätin! Ich kann mich gleich der Frage von der Kollegin Berner anschließen. Sie haben dargestellt, im Regierungsprogramm ist das geplant. Haben Sie schon konkrete Vorstellungen, wie das dann effektuiert werden soll? Wird es Werbekampagnen geben, wird es Zielgruppenansprachen geben, wird in einschlägigen Berufsfeldern, die für solche Krisenpflegeeltern ganz besonders in Frage kommen, anscheinend zumindest, gezielte Programme geben, um hier weitere Personen zu gewinnen, und mit welchem Zeithorizont dürfen wir da rechnen?

 

Präsident Ing. Christian Meidlinger: Frau Landesrätin, bitte.

 

Lhptm-Stv.in Mag. Bettina Emmerling, MSc: Danke für die Frage. Wir haben im Jahr 2023 schon eine Evaluierung der Anstellungsmodelle vorgenommen. Da gab es dann auch eine Änderung in den Anstellungsmodellen für die Pflegeeltern und Krisenpflegeeltern. Da haben wir uns vorgenommen, dass wir das weiter evaluieren und weiterentwickeln, das ist der erste Punkt.

 

Und zum Zweiten: Also diese Werbekampagnen, regelmäßigen Informationsveranstaltungen - das ist etwas, das permanent passiert. Also ich möchte vielleicht da ein bisschen was davon auch vorlesen. Also die Werbe- und Recruiting-Aktivitäten für Krisenpflegeeltern wurden in den letzten Jahren deutlich verstärkt. Es werden unter anderem aktive Tageseltern auch gezielt angesprochen und angeschrieben. Es wurde auch gemeinsam mit dem Wiener Arbeitnehmer*innen Förderungsfonds, mit dem waff, ein spezielles Recruiting-Programm für Krisenpflegeeltern gestartet.

 

Die Wiener Kinder- und Jugendhilfe führt eine Pflegeelternkampagne um über die Tätigkeit zu informieren, um InteressentInnen anzusprechen. Das sind direkte Werbemaßnahmen, das sind Printmedien, das sind Werbeflächen, das sind Live-Auftritte im TV zu themenbezogenen Beiträgen, um die Tätigkeit zu beschreiben und InteressentInnen einfach zu informieren. Darüber hinaus hat auch die MA 53, also Kommunikation und Medien, 2024 und 2025 jeweils drei Wochen vor den dreimal jährlich stattfindenden Pflegeelterninfoabenden

 

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