Landtag, 9. Sitzung vom 21.01.2026, Wörtliches Protokoll - Seite 49 von 53
das ist alles explodiert. Woher kommen diese explosiven Fallzahlen? Woher kommen diese veränderten Verhaltensmuster? Woher kommen diese pathologischen Zustandsbilder, die wir in dieser Zahl früher nicht hatten? - Und wie gesagt, dieser Verdacht liegt sehr verdichtet nahe, und dieser Verdacht wird sich aufklären. Aber dazu brauchen wir weder Ihre Tipps noch Ihre Häme, sondern wir brauchen eine neutrale, emotionslose Diskussion, die Probleme faktisch anspricht und dann zielgerichtet Lösungen sucht. Und dazu tragen Sie und auch die Kollegin Vasold mit Ihrer Rede absolut nichts bei, der Kollege Ellensohn im Übrigen auch nicht, meine Damen und Herren. (Beifall bei der FPÖ.)
Das heißt, hören Sie mit Ihrem Bashing auf die FPÖ auf, die halt unangenehme Fakten anspricht, die vielleicht nicht in Ihr Weltbild passen, aber schlussendlich auch von allen Wienern getragen werden müssen. Wir repräsentieren einen ganz erklecklichen Anteil derjenigen, die das Ganze auch zahlen müssen und daher auch ein Recht auf Kontrolle haben, da sind wir wieder bei der Frau Kollegin Vasold, Ihrer Finanzmittel, die hier verwendet werden. Das werden wir uns von (in Richtung der Sitzreihen von SPÖ, NEOS und GRÜNEN) Ihnen, von Ihnen und von Ihnen auch nicht nehmen lassen. (Beifall bei der FPÖ.)
Präsident Prof. Mag. Dr. Gerhard Schmid: Ich danke dem Kollegen Blind für seine Wortmeldung.
Zu Wort ist dazu niemand mehr gemeldet. Die Debatte über die Beantwortung der Dringlichen Anfrage ist damit beendet.
Es liegt zu dieser Dringlichen Anfrage ein Antrag der GRÜNEN-Fraktion vor zum Betreff Neuaufbau der Kinder- und Jugendhilfe. Ich ersuche alle, die für diesen Antrag stimmen, um ein Zeichen der Zustimmung. - Diese sehe ich bei der ÖVP und bei den GRÜNEN gegen die Stimmen der FPÖ, der SPÖ und der NEOS, und somit ist der Antrag mehrheitlich abgelehnt.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, nachdem die Dringliche Anfrage beendet ist, kommen wir wieder zur Postnummer 1 der Tagesordnung, zum Tätigkeitsbericht der Wiener Umweltanwaltschaft.
Es wurde Ihnen bereits mitgeteilt, dass der Herr Amtsf. StR Czernohorszky ab 16 Uhr verhindert ist. An seiner Stelle wird die Frau Abg. Mag. Abrahamczik als Ausschussvorsitzende jetzt die Funktion der Berichterstatterin übernehmen.
Ich darf auch noch bekanntgeben, dass der Abg. Gara ab 17.45 Uhr für den Rest der Sitzung entschuldigt ist.
Als Nächster ist der Herr Abg. Harald Stark zu Wort gemeldet. - Herr Abgeordneter, Sie sind am Wort.
Abg. Harald Stark (FPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident, sehr geehrte Frau Vorsitzende, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, geschätzte Umweltanwältin!
Vorab vielen Dank für Ihren Tätigkeitsbericht 2024, wobei ich es sehr schade finde, dass uns dieser Bericht erst im Jahr 2026 präsentiert wird. Wie die Berichte der Jugendanwaltschaft oder auch der Patientenanwaltschaft soll ja auch Ihr Bericht auf unsere Entscheidungsfindung und unser politisches Handeln wirken. Das heißt, je schneller wir einen Bericht haben, desto besser ist es. So hinken wir de facto hinterher und sollen auch über Punkte sprechen, die nicht mehr relevant sind.
In Ihrem Bericht schreiben Sie auf Seite 24: Die Wiener Umweltanwaltschaft unterstützte den Verein "Arbeitsgemeinschaft Papageienschutz" bei der Gestaltung eines Schmetterlings- und Wildbienenpfades am Gelände des ehemaligen Biozentrums der Universität Wien. Heute wissen wir, dass der Verein nach Simmering übersiedeln musste, der Gebäudekomplex abgerissen wird. Der von Ihnen miterrichtete Naturpfad war eben nicht für die Schmetterlinge, nicht für die Wildbienen, sondern eigentlich für die Fisch. Und das ist schade. (Beifall bei der FPÖ.)
Ein Absatz, den ich nicht nachvollziehen kann, findet sich auf Seite 22. Dort heißt es: Die Wiener Umweltanwaltschaft hat sich auf Grund wesentlicher negativer Einflüsse auf den Landschaftshaushalt des Landschaftsschutzgebietes Penzing gegen die Errichtung einer künstlichen Schiwiese ausgesprochen. Das Projekt wurde zurückgewiesen. - Ich kenne dieses Projekt nicht. Das einzige, was mir bekannt ist, ist, dass die Wiener Skiwiesn 2024 auf der Hohen Wand Wiese deutlich erweitert wurde.
Wenn wir schon beim Skifahren sind, dann muss auch erwähnt werden, dass es neben der Mattenpiste in Penzing auch einen Skilift in Hietzing gibt. Wenn es aber schneit und wie in den letzten Wochen jeder einzelne Wiener Hügel voll von Rodlern, Bobfahrern, spielenden Kindern und Erwachsenen ist, dann steht dieser Skilift auf der Dollwiese still. Das ist absurd, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei der FPÖ.)
Ein weiterer Punkt, den ich nicht nachvollziehen kann, ist der Wunsch nach Beibehaltung des Wolfes nach Anhang II des Berner Artenschutzabkommens, also als streng geschütztes Tier, das weder gefangen, getötet, gehandelt oder gestört werden darf. Das bedeutet, dass ein Wolf, der sich zum Beispiel in den Schwarzenbergpark im 17. Bezirk verirrt, nicht vertrieben, nicht betäubt, nicht eingefangen und nicht wieder ausgesetzt werden dürfte.
Es gibt wirklich viele Argumente der unterschiedlichsten Interessenvertretungen für und gegen den besonderen Schutz des Wolfes. Man wird auch künftig sehr, sehr viel über ihn diskutieren. Aus Wiener Sicht - die vertreten Sie als Wiener Umweltanwältin auch - hat der Wolf in unserem Stadtgebiet aber keinen Platz. (Beifall bei der FPÖ.)
Lobend möchte ich erwähnen, dass Sie den Bereich "Vogel- und Insektenschutz - von der Insel der Artenvielfalt" über Vogelanprallschutzprojekte, wo Sie verschiedene Folien austesten, bis zur sinnvollen Planung von Windkraftanlagen sehr umfangreich und breit behandeln, anstatt nur projektbezogen tätig zu werden.
Im Jahr 2024 haben Sie zwölf Mitarbeiter beschäftigt, 1 344 Geschäftsfälle abgehandelt, 328 Anfragen und Beschwerden bearbeitet, 3 500 Kinder und Jugendliche erreicht und Medienarbeit geleistet. Sie konnten auch Projekte und Studien in Auftrag geben, wie zum Beispiel am Institut für Bodenforschung der Wiener Boku. Es ist
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