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Landtag, 9. Sitzung vom 21.01.2026, Wörtliches Protokoll  -  Seite 47 von 53

 

Stadt schuldig - nämlich allen Kindern und Jugendlichen, und den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen der MA 11.

 

Bei denen will ich mich im Übrigen abschließend noch einmal bedanken, nicht nur bei denen, die direkt für die MA 11 arbeiten, in den WGs, in den Krisenzentren, in den Regionalstellen, sondern eben auch in den vielen wichtigen und gut arbeitenden Trägerorganisationen. Ihre Arbeit ist unendlich wichtig, und wir arbeiten daran, die Rahmenbedingungen dafür kontinuierlich zu verbessern. - Danke. (Beifall bei SPÖ und NEOS.)

 

Präsident Prof. Mag. Dr. Gerhard Schmid: Ich danke der Frau Abgeordneten für die Wortmeldung.

 

Als Nächster ist der Abg. Ellensohn zu Wort gemeldet, und ich erteile es ihm. - Bitte.

 

17.43.07

Abg. David Ellensohn (GRÜNE)|: Herr Präsident, meine Damen und Herren!

 

Zuerst einmal Danke an alle, die in den Krisenzentren wirklich sehr, sehr schwere Arbeit leisten, das offensichtlich gerne machen, und das sind viele Leute, die das gerne machen. Da kann man nur Danke sagen, jetzt unabhängig davon, wie glücklich und nett und wie anstrengend, und wie oft sie auch Wünsche anmelden, aber zuerst einmal großen Dank an alle, die sich in den Krisenzentren um diese Kinder und Jugendlichen kümmern. Vielen Dank. (Beifall bei den GRÜNEN sowie von Abg. Dipl.-Ing. Selma Arapović und Abg. Astrid Pany, BEd, MA.)

 

Man könnte die Diskussion jetzt teilen und über die finanziellen Auswirkungen reden, das mache ich jetzt nicht, angesichts dieses Themas. Überall dort, wo jemand irgendwie Geld nimmt, das ihm nicht zusteht, möge man es holen, weil man es nämlich brauchen würde, um gescheite Sachen zu machen. Ja, auch dazu gibt es Beispiele im Stadtrechnungshofbericht, wo man genauer hinschauen soll, wo man zu viel ausgegeben hat, wo Leute die Situation ausnutzen. Ja, das sollte man holen, denn jeder Tausender, den man zurückbekommt, hilft woanders, aber darum geht's nicht.

 

Wenn man Berichte wie die Stadtrechnungshofberichte liest, muss man sich schon zuerst immer vergegenwärtigen, worüber wir eigentlich reden. Wir reden über Babys, wir reden über Zweijährige, wir reden über Jugendliche, über Teenager und Teenagerinnen, aber wir reden eben auch über ganz, ganz Kleine, Ein- und Zweijährige, und dann spüre ich bei ein paar Leuten gar nichts. Und das ist für Politiker und Politikerinnen echt hart, wenn ich zuhöre und dann kommen irgendwelche Fantasien daher und Budgetzahlen. Das tut mir wirklich weh beim Zuhören. Hören Sie sich einfach Ihre Reden selber an. Wenn man redet über Leute und wenn man das kennt, wenn man wirklich weiß, wie die Leute arbeiten, was es für die Kinder bedeutet und auch für alle Familien, dann kann man nicht über Budgetzeilen alleine reden, aber ein bisschen mehr Empathie - (Zwischenruf von Abg. Armin Blind.) - nein, das muss man eben auseinanderhalten können - mit einem Zweijährigen wenigstens, der endgültig nichts dafürkann wie es ihm geht, nicht einmal das. Sogar dort machst du (in Richtung Abg. Armin Blind.) einen Zwischenruf, das ist wirklich zum Kopfschütteln. (Beifall bei den GRÜNEN sowie von Abg. Patricia Anderle und Abg. Mag. Marcus Gremel, MBA.)

 

Ich nehme auch Marcus Gremel und Stephanie Vasold alles voll ab, was ihr gesagt habt, natürlich, und ich bin auch ganz sicher, dass der größte Teil in dem Raum das so sieht. Da muss man helfen, das muss man so gut wie möglich machen. Trotzdem, was nicht helfen wird, ist, wenn wir uns alle einig sind, dass man das tun sollte und es ein bisschen zu wenig macht, sage ich. In einem Text, der im "Standard" erscheinen ist, "Wenn die Krisenpflege in der Krise steckt", sagen dann ExpertInnen wie der Dachverband Österreichische Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung, die Personalvertreter, die Kinder- und Jugendanwaltschaft in Wien, die Volksanwaltschaft und Experten noch und nöcher: Das System ist knapp vorm Kollabieren, und man muss handeln.

 

Ich werde Ihnen nicht die ganzen Stadtrechnungshofberichte zitieren, denn die sind zehn Jahre alt - fangen vor zehn Jahren an und gehen bis heute - und es wird was Ähnliches beschrieben. Es wird leider nie besser, sondern es kommt immer noch ein bisschen ein größeres Problem. Die eine Zahl, die man schon im Kopf behalten muss, ist - Judith Pühringer und Ursula Berner haben es ausgeführt - 125 Prozent. Das heißt halt einfach: 100 Prozent, und ich komme kaum aus mit meiner Arbeit - und ein Viertel mehr. Man möge es sich nur für alle anderen Jobs auf der Welt vorstellen, man muss einfach 25 Prozent mehr machen, als du eh machst, wenn du dich voll anstrengst. Dann ist das zu viel. Das heißt, statt acht Kinder, damit man es auch in den Köpfen hat, sind es zehn. Und die Acht ist jetzt nicht die Glückszahl, und dann ist alles easy beim Arbeiten, und dann ist es ein einfacher Job, das glaube ich nicht. Aber zehn ist halt noch einmal um ein Stück schlechter und das ist mittlerweile der Durchschnitt, mit steigenden Zahlen.

 

Also wunderbar, wenn wir uns alle einig sind oder viele im Haus einig sind - zum Glück diejenigen, die zuständig sind -, dass hier viel geschehen soll. Das hätte Ihnen ein Quick Fix schon längst sagen sollen. Es sind von uns auch Lösungsvorschläge gekommen und andere: Kann man nicht die MA 11 als Plattform für alle nutzen, die sich um Kinder kümmern? Soll man nicht die frühen Hilfen noch mehr ausbauen, da gibt es ja ein Vorbild aus dem Bundesland, in dem ich am Anfang aufgewachsen bin? Soll man nicht bei den Krisenpflegeltern - wenn ich es richtig im Kopf habe, haben wir aktuell 34 oder irgendwas bisschen über 30, also ganz wenig, die sich um Null- bis Dreijährige kümmern - mehr finden, die das machen, da das trotz allem eine günstigere Unterbringung als in eigenen Einrichtungen ist und dem Kind ja tatsächlich auch etwas nützen könnte? - Die Zahl ist immer schon so niedrig gewesen, wir sind 2 Millionen Leute - ich weiß, dass ein Abgeordneter, der früher da war, der Christian Oxonitsch, es immer wieder selber macht; ich weiß jetzt nicht, ob er aktuell eines hat, aber es war auch schon einmal eines hier im Raum - und sollten schauen, dass man mehr gewinnt bei den ganzen Werbeaktionen, die man macht, vielleicht auf das einmal schauen und was anderes auslassen. Ich glaube natür

 

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