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Landtag, 9. Sitzung vom 21.01.2026, Wörtliches Protokoll  -  Seite 43 von 53

 

muss, dass unsere Kinder in Schutz und Geborgenheit aufwachsen können.

 

Die Ausbildungsschiene vom waff, die wir ins Leben gerufen haben, funktioniert auch sehr gut. Wir haben zusätzliche Kolleginnen und Kollegen, die wir dadurch in den Krisenzentren und Wohngemeinschaften einsetzen können. Das hat uns vor allem im städtischen Bereich massiv geholfen, dem Personalmangel zu begegnen. Damit wir es insgesamt schaffen, auch im privaten Bereich ausreichend Personal dauerhaft zu finden, wird es darüber hinaus noch etwas brauchen. Da möchte ich schon auch an die Zuständigkeit vom Bund erinnern. Wir machen unseren Teil in Wien, aber es braucht auch im tertiären Bereich zusätzliche Ausbildungsplätze. Das Potenzial dafür ist jedenfalls da. Wir merken Jahr für Jahr, dass beispielsweise am FH Campus deutlich mehr Anmeldungen für die Ausbildungen vorhanden sind als Plätze. Da muss noch mehr passieren. Mir ist es da jetzt eigentlich egal, wer in der Bundesregierung zuständig ist und ob wir da drinnen sind oder nicht. Es ist einfach Faktum, dass wir hier eine geteilte Zuständigkeit haben und dass es wichtig ist, dass alle Bereiche ihren Teil dazu beitragen.

 

Wir stärken den Kinderschutz weiter, wir haben eine Gesetzesnovelle in der Pipeline, die Kinderschutzkonzepte und Kinderschutzbeauftragte vorsieht und gleichzeitig auch den Zugang zur sozialpädagogischen Arbeit für weitere geeignete Berufsgruppen öffnet, auch, um hier neue Möglichkeiten zu schaffen, dem Personalmangel im privaten Bereich zu begegnen.

 

Sie sehen also, uns sind die Herausforderungen bewusst, sehr bewusst, wir arbeiten daran. Wir lösen sie Schritt für Schritt und unterstützen die Kolleginnen und Kollegen bei ihrer äußerst fordernden und schwierigsten Arbeit aus tiefster Überzeugung, weil wir den größten Respekt vor ihnen haben. - Danke sehr. (Beifall bei SPÖ und NEOS.)

 

Präsident Anton Mahdalik: Die Restredezeit beträgt zehn Minuten.

 

Als nächste Rednerin hat sich Frau Abg. Arapović gemeldet. - Bitte sehr.

 

17.16.50

Abg. Dipl.-Ing. Selma Arapović (NEOS)|: Herr Präsident, werte Kolleginnen und Kollegen, liebe Landeshauptmann-Stellvertreterin, liebe Zuseherinnen und Zuseher!

 

Ja, wir reden heute wirklich über ein wichtiges Thema, wir reden über die Kinder- und Jugendhilfe. Und wenn wir über die Kinder- und Jugendhilfe sprechen, dann sprechen wir tatsächlich über Kinder und Jugendliche, die keine starke Lobby hinter sich haben. Wir reden über Kinder, die Gewalt erlebt haben, die oft leider vernachlässigt wurden, die Verlust erlebt haben. Wir reden über die Kinder, die nicht bei ihren Eltern leben können, aus ganz unterschiedlichen, oft aber auch sehr tragischen Gründen. Wir reden über Kinder, die all unsere Unterstützung brauchen. Und genau hier übernimmt die Kinder- und Jugendhilfe wirklich eine wichtige Aufgabe und ganz viel Verantwortung. Sie greift ein, wenn Kinder in Gefahr sind, sie unterstützt Familien, wenn Krisen drohen oder bereits eskaliert sind. Sie schafft Schutz und Stabilität, wenn ein Aufwachsen in eigener Familie nicht möglich ist.

 

Dabei geht es immer um eines, den Kindern Sicherheit zu geben und ihnen Perspektiven zu ermöglichen. Perspektiven, in Geborgenheit aufzuwachsen, Vertrauen zu entwickeln und in ihrer Bildung und Weiterbildung, in der Ausbildung auch begleitet zu werden, damit sie Schritt für Schritt in ein selbstständiges Leben finden.

 

Ja, es gibt Herausforderungen in diesem höchst sensiblen Bereich, und ja, es gibt auch Überlastungen. Ja, es gibt Herausforderungen nicht nur in diesen Krisenbereichen, wir kennen das auch alle aus unseren Familien, aus unserem täglichen Tun, auch aus unserer Erziehungs- und Betreuungsarbeit, dass wir oft an Grenzen stoßen. Und in diesen noch komplexeren Bereichen ist das durchaus auch oft der Fall. Oft ist es auch verständlich, aber wir sind auch sehr zuversichtlich, dass die Kinder und Jugendlichen auch die notwendige und nötige Hilfe bekommen. (Beifall bei den NEOS sowie von Abg. Thomas Mader und Abg. Mag. Josef Taucher.)

 

Wer hier so tut, als ob es einfache Lösungen gäbe oder dass man es sich hier als Stadt als MA 11 einfach macht, der macht es sich schon sehr leicht, muss ich ehrlich sagen. Wer über die Symptome spricht, ohne die Lebensrealitäten dieser Kinder und Jugendlichen zu kennen, der hilft niemandem. Wer aber die Verantwortung ernst nimmt, der weiß, was diese Arbeit braucht.

 

Diese Arbeit braucht vor allem Zeit, diese Arbeit braucht die Fachlichkeit, diese Arbeit braucht sehr viel Haltung und ganz viel Ausdauer. Denn Kinder- und Jugendhilfe, das ist kein Reparaturbetrieb. Ja, manchmal ist Feuer löschen notwendig, aber sie sind auch keine Feuerlöscherinnen und keine Feuerlöscher. Kinder- und Jugendhilfe bietet ganz viel Beziehungsarbeit. Sie bedeutet hinschauen, begleiten, stabilisieren, oft über ganz viele Jahre. Sie verlangt Fachlichkeit, sie verlangt Kontinuität, und sie verlangt beziehungsweise wird auch getragen von unserer aller politischen Verantwortung, die wir hier übernehmen. Deswegen war uns in der Koalition auch von vorneherein ganz klar - wir haben das auch vorher gehört, die budgetäre Lage ist keine rosige und keine einfache -, bei der Bildung und bei der Kinder- und Jugendhilfe wird nicht gespart. Darüber hinaus wird in diesen Bereich, weil er so sensibel ist, auch investiert. Denn wir wissen ganz genau, wenn hier gespart wird, wird später ein umso höherer Preis bezahlt, nicht nur gesellschaftlich, sondern vor allem menschlich. (Beifall bei den NEOS sowie von Abg. Safak Akcay und Abg. Thomas Mader.)

 

Verantwortung zu übernehmen, heißt aber auch, nachhaltig zu handeln und nicht nur auf Krisen zu reagieren - was oft, wirklich oft notwendig ist -, sondern auch bei den Strukturen Verbesserungen zu ermöglichen und an den Verbesserungen zu arbeiten. Daher haben wir auch vorher gehört, was wir alles in unser Koalitionsprogramm hineingeschrieben haben, was wir uns vorgenommen haben, weil wir gerade diese Arbeit, diese Verantwortung sehr ernst nehmen. In Kinder- und Jugendhilfe greift für mein Verständnis auch sehr viel hinein. Wenn wir sagen, wir wollen Kindergärten ausbauen und stär

 

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