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Landtag, 8. Sitzung vom 21.01.2026, Wörtliches Protokoll  -  Seite 6 von 28

 

bauen kann, mit dem man bei 2 000 Kindern innerhalb von einem Jahr messen kann, ob sie Deutsch können oder nicht? Also ganz offen gesagt: Da geht es nicht um irgendeinen Test, für den man wo hingehen muss, da kann man sich auch überlegen, wie man das bei den Kindern spielerisch testet. Es geht darum, ob diese Kinder Grundfertigkeiten in der Sprache haben, ob sie sich mit drei Jahren altersadäquat verständigen können. Bei 2 000 Kindern wird man das ja bitte in einer Zwei-Millionen-Stadt feststellen können, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP.)

 

Dann gibt es immer die Debatte über die Deutschförderkräfte in Wiens Kindergärten: Da kommen dann irgendwelche Jubelmeldungen: Wir stellen dieses Jahr 50 neue Deutschförderkräfte an! - Blöd nur, dass wir das in den Zahlen halt nachher nicht sehen. Wenn wir uns anschauen, wie die Entwicklung der Deutschförderkräfte ist, dann haben Sie mit 300 gestartet - Vollzeitkräfte waren es irgendwie 215 oder so, weil ja viele davon in Teilzeit sind -, und jetzt sind wir immer noch bei rund 300 Vollzeitkräften. Statt den 500, die Sie schon in der letzten Periode versprochen haben - die wäre ja jetzt dann auch schon aus, aber man kann sich nicht einmal herausreden, dass ein halbes Jahr fehlt -, sind es 300 geworden. Das ist die Realität. Sie schaffen es nicht, aufzustocken - und zwar aus einem ganz simplen Grund, nämlich weil diesen 50 Neuanstellungen - auch das haben Sie uns in einer Anfragebeantwortung beantwortet - in etwa 50 Kündigungen pro Jahr gegenüberstehen. Wenn man also 50 neu anstellt und 50 kündigt, dann ist das keine große Personaloffensive, dann schaffen Sie es, dass dieser kleine Anteil bleibt. Wenn aber 70 Kinder mit Sprachproblemen auf eine Deutschförderkraft kommen, ja wie soll denn das funktionieren? Kommen Sie also in die Gänge, wir brauchen 1 000 Deutschförderkräfte! Der Bürgermeister hat es im Wahlkampf selber gefordert: Wir brauchen endlich diese 1 000 Deutschförderkräfte für Wiens Kindergärten! (Beifall bei der ÖVP und von Abg. Felix Stadler, BSc, MA.)

 

Ich sehe, die Beratungen gehen schon los, wie man dann nachher all diese Sachen beantwortet. Ich bin gespannt darauf.

 

Aber wenn man dann weiterschaut: Wie schaut es mit dem Personal in den Kindergärten aus? - Wir hatten ja gestern schon die Debatte über die MA 10 und das Fördermissbrauchsschema im Bereich Minibambini und vieler anderer. Aber wie steht es um das Personal? - Bei Minibambini gab es Personal - und es ist der siebtgrößte Partner der Stadt Wien gewesen -, das keine Ausbildung hatte. Das hat man der MA 10 teilweise sogar gemeldet, aber über Jahre hinweg ist nichts passiert, obwohl man wusste - amtskundig bekannt -, dass dort Personal ohne Ausbildung im Kindergarten steht. Dort war Personal, das nicht einmal Deutsch konnte. Ja, und dann fragen wir uns, warum die Kinder nicht Deutsch können! Es muss doch das Selbstverständlichste sein, dass Kindergartenpersonal verpflichtend Deutsch kann - und zwar nicht nur die Pädagogen, sondern auch das Assistenzpersonal, das einspringt und mit Kindern arbeitet. C1-Niveau ist also für alle, die im Kindergarten arbeiten, auch in dieser Stadt notwendig. (Beifall bei der ÖVP.)

 

Sie haben in Ihrer Grundsatzrede angekündigt, dass man den Fachkraft-Kind-Schlüssel verbessern muss. Ich glaube, da sind wir uns ja alle einig hier im Haus, dass da etwas passieren muss. Die Frage ist nur, wie man das macht. Und ja, ich weiß, das ist nicht einfach, das wird nicht von heute auf morgen gehen, aber der Kindergarten ist ja der einzige Bereich in Österreich, wo wir keinen Fachkräftemangel per se haben. Es gibt genug, die die Ausbildung haben, sie wollen nur nicht in den Beruf gehen. Es sind ja in etwa nur 25 Prozent derer, die die BAfEP abschließen, die dann nachher wirklich in den Beruf gehen. Es gibt also ein Reservoir an Leuten, die man gewinnen kann, die die fertige Ausbildung haben, um im Kindergarten arbeiten zu gehen. Wie schafft man es, die auch entsprechend anzulocken? - Da geht es um einen Stufenplan, der Hoffnung weckt, nämlich dass der Fachkraft-Kind-Schlüssel, wenn ich mich beteilige, wenn ich in den Kindergarten gehe, jedes Jahr um ein Kind besser wird. Und dann braucht es einmal ein Bekenntnis dieser Stadt, die dann nicht einen Stufenplan ankündigt, der gar keiner ist. Ich erinnere mich zurück an jenen von Christoph Wiederkehr, der dann sagte: Na ja, wir haben jetzt die Reinigungstätigkeiten in städtischen Kindergärten ausgelagert, und das ist Teil des Stufenplans! - Ich finde, das ist schon nett, wenn man die Reinigungstätigkeiten auslagert. Wohlgemerkt, städtische Kindergärten sind ein Drittel, die kosten eh schon viel, viel mehr Geld, als die privaten Förderungen bekommen. Aber sei es drum, es ist ein guter Schritt. Aber das ist doch kein Stufenplan, der den Namen verdient. Wir brauchen endlich einen Stufenplan, der nachhaltig den Fachkraft-Kind-Schlüssel verbessert, damit auch die Arbeit im Kindergarten für die, die dort arbeiten, besser wird. Die sind frustriert, weil sie nicht das machen können, was sie pädagogisch wollen. Und auf der anderen Seite, um mit diesen Kindern Deutsch zu lernen, da braucht es Mut, dass Sie einen echten Stufenplan entwerfen, gerne auch mit der Opposition. Wenn ich da in die Reihen der GRÜNEN schaue, kann ich mir gut vorstellen, dass Julia Malle und Felix Stadler gerne involviert sind. Ich beteilige mich auch gerne daran, dass wir gemeinsam daran arbeiten, wie wir das schaffen können, damit nicht immer nur leere Ankündigen und Worthülsen von dieser NEOS-PR-Maschinerie kommen, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei ÖVP und GRÜNEN.)

 

Schauen wir uns auch die Kindergartenkontrollen an - Minibambini habe ich ja leicht angeschnitten. Also was da alles beim siebtgrößten Partner der Stadt Wien im Argen war, wo nicht einmal auffiel, dass Millionen über irgendwelche Scheinfirmen in die eigene Tasche gesteckt wurden, wobei ja mittlerweile die Betreiber von diesem Kindergarten untergetaucht sind! Das muss man sich einmal vorstellen, die sind für die Justiz nicht einmal mehr auffindbar! Das war damals der siebtgrößte Partner der Stadt Wien, wo Sie jahrelang weggeschaut haben, damals die SPÖ noch und dann die NEOS. Wo es den Stadtrechnungshof gebraucht hat, dass man draufkommt, dass jedes halbe Jahr die Scheinfirma wechselt.

 

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