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Gemeinderat, 18. Sitzung vom 23.09.2026, Wörtliches Protokoll  -  Seite 64 von 147

 

3 500 Abschlüsse erreicht. 3 500 echte Abschlüsse für 3 500 echte Menschen, das sind 3 500 echte Schicksale, die hier zum Besseren verändert wurden. Ich finde, dafür gebührt eigentlich ein Applaus und nicht, dass man den Leuten sagt, schämt euch dafür. (Beifall bei der SPÖ und von GRin Jing Hu, BA, MPharm.)

 

Bildungspolitik beginnt natürlich nicht erst im Erwachsenenalter. Mit der Wiener Lernhilfe gibt es mehr als zehn Jahre ein kostenloses, flächendeckendes Angebot für Schülerinnen und Schüler. Rund 23 000 Lernhilfekurse mit mehr als 176 000 Teilnahmen wurden bisher durchgeführt. Das ist nicht zuletzt eine Frage der Chancengerechtigkeit, die uns gemeinsam in Wien - oder?, also allen gemeinsam - unglaublich wichtig ist. Denn ob ein Kind Unterstützung beim Lernen bekommt, sollte nicht davon abhängen, ob sich seine Eltern private Nachhilfe leisten können. Leider ist das heutzutage immer noch so. In einem der reichsten Länder der Welt haben wir immer noch sehr viele Kinder, die ohne private Nachhilfe die Schule nicht machen können. Das ist meiner Meinung nach beschämend. (Beifall bei der SPÖ.)

 

Zur VHS gehört aber auch die ganz klassische Erwachsenenbildung: Sprachen, Gesundheit und Bewegung, Kultur, Kreativität, berufliche Weiterbildung und vieles mehr. Sie erfüllt dabei noch eine zweite Funktion. Rund 90 Prozent der Angebote finden nach Corona wieder in Präsenz statt. Menschen kommen zusammen, die einander sonst vielleicht nie begegnet wären. Die VHS ist also auch ein sozialer Schmelztiegel. Sie lernen gemeinsam, reden miteinander und verbringen Zeit miteinander. Auch das hat in einer Stadt mit zwei Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern einen Wert.

 

Natürlich - und da möchte ich kurz auf die Kritik eingehen - gilt für die Wiener Volkshochschulen wie für alle anderen Fördereinrichtungen, die öffentliche Mittel erhalten, dasselbe. Diese Mittel müssen verantwortungsvoll eingesetzt werden, Zahlen müssen nachvollziehbar sein, Strukturen müssen transparent sein, und Kontrolle muss möglich sein.

 

Ich möchte betonen, dass der Rechnungshof natürlich unsere VHS prüfen kann und prüft. Die Wiener Volkshochschulen haben sich freiwillig den Compliance Regeln der Stadt Wien unterstellt. Das heißt, es gibt durchaus auch die Möglichkeit, Volkshochschulen zu prüfen. Es gibt auch innerhalb der Volkshochschulen eine Kultur, und ich gehe davon aus, dass diese Kultur in Zukunft mit der neuen Geschäftsführerin Daniela Ecker-Stepp stärker wird, weil man natürlich weiß, dass man mit öffentlichen Geldern sehr, sehr sorgsam umgehen muss.

 

Aber diese Diskussion, die für uns ganz wichtig ist, weil wir hier die Gelder vergeben, sollte nicht den Blick auf das Ganze und auf das Wesentliche verstellen. Fast 194 000 WienerInnen in einem Jahr, 29 000 Kurse und Veranstaltungen, kostenlose Basisbildung, ein zweiter Bildungsweg, Lernhilfe für Kinder und Jugendliche und ein flächendeckendes Bildungsangebot in unserer Stadt - dafür stehen die Wiener Volkshochschulen.

 

Zum Abschluss möchte ich noch etwas Grundsätzliches sagen. In einer Zeit, in der wir alle gemeinsam tagtäglich durch soziale Medien - ich spreche lieber von asozialen Medien - penetriert werden, emotionalisiert, wütend gemacht, desinformiert, entbildet werden, ist eine analoge Bildungsinstitution wie die VHS Wien ein unglaubliches Asset und unglaublich wichtig. Orte, wo sich Menschen als Menschen begegnen, werden in unserer Zeit immer bedeutender. Deswegen ist es positiv - und dafür danke ich auch meinen Vorrednern, den beiden Herren, und ich glaube die Jenni (in Richtung der GRin Dr. Jennifer Kickert) ist da durchaus auch meiner Meinung -, dass wir uns trotz aller berechtigter Kritik eigentlich alle gemeinsam dazu bekennen, dass die VHS in Wien eine sehr wichtige und nicht wegzudenkende Bildungsinstitution ist. In diesem Sinne möchte ich auch noch der neuen Geschäftsführerin, der Dani Ecker-Stepp zu ihrem neuen Job gratulieren und ihr viel Erfolg wünschen. - Danke Ihnen für die Aufmerksamkeit. (Beifall bei SPÖ und NEOS.)

 

Vorsitzender GR Armin Blind: Als Nächste zu Wort gemeldet ist GRin Kickert. - Bitte, Sie sind am Wort.

 

15.36.50

†GRin Dr. Jennifer Kickert (GRÜNE)|: Sehr geehrter Herr Vorsitzender, sehr geehrte Frau Berichterstatterin, sehr geehrte Frau Stadträtin, sehr geehrte Damen und Herren vor dem Live-Stream, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen!

 

Es gibt einen einzigen Punkt, sehr geehrter Herr Kollege Baxant, wo wir übereinstimmen. Der ist nämlich, dass wir glauben, dass es die Institution Wiener Volkshochschulen als Bildungseinrichtung braucht, auch als sogenannten Bildungsnahversorger, als Institution, die es ermöglicht, dass Lehrabschlüsse, Weiterbildung und so weiter und so fort angeboten werden.

 

Was wir kritisieren, ist nicht die Institution. Ich weiß, dass ist eine der häufigsten Verteidigungslinien - übrigens vorgebracht vom Kollegen Deutsch vorgestern, als Missstände angeführt worden sind. Da wurde gesagt, die erfolgreiche Leistung der Institution und der MitarbeiterInnen wird diffamiert. Nein, ganz im Gegenteil, wird sie nicht. Die erfolgreiche Leistung der Institution und der MitarbeiterInnen wird durch die Missstände überdeckt. Ich werde sie Ihnen aufzählen.

 

Die zweite Verteidigungslinie ist: Der Missstand ist erst vor kurzem aufgetreten und es gibt keinen einzigen konkreten Vorwurf. Ich werde Ihnen heute ein paar konkrete Vorwürfe, die ich schon seit Jahren aufzeige und die bis heute nicht geändert worden sind, nennen und ein paar neue dazutun.

 

Ich möchte ganz explizit betonen: Meine Kritik richtet sich gegen die Geschäftsführung und gegen den Vorstand beziehungsweise den Aufsichtsrat als Kontrollorgan, weil sie ihre Aufgabe nicht entsprechend dem Fördervertrag, den die Stadt Wien mit der VHS unterschrieben hat, ausfüllt. Nur, dass das ganz klar ist.

 

Es gibt ein Buch, das heißt "Lügen mit Zahlen. Wie wir mit Statistiken manipuliert werden" von Gerd Bosbach und Jens Jürgen Korff aus dem Jahre 2011. Ich möchte zeigen, wie wir manipuliert werden. Und ich möchte davor noch ein paar konkrete Vorwürfe wieder

 

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