Gemeinderat, 18. Sitzung vom 23.09.2026, Wörtliches Protokoll - Seite 63 von 147
22, 23 - alles nur SPÖ-Funktionäre. (GR Ing. Udo Guggenbichler, MSc: Eine halbe Milliarde!)
Also bitte tun Sie nicht so, als hätten (Zwischenruf bei der FPÖ: Die müssen gescheit sein! - GR Mag. Josef Taucher: Ja. Danke für die Anerkennung!) die Volkshochschulen nichts mit der SPÖ zu tun. Nein, das ist einfach ein rotes Postenkarussell und eine Versorgungsmaschinerie für Ihre Politiker. Dafür sollten Sie sich schämen, sehr geehrte Damen und Herren. (Beifall bei der FPÖ.)
Aber ich möchte auch dem Kollegen Ellensohn ausdrücklich zustimmen, es gibt hunderte Mitarbeiter bei den Wiener Volkshochschulen, die wirklich hervorragende Arbeit leisten. Von denen wenden sich auch sehr viele an uns und berichten uns genau von diesen Missständen, die in diesen Häusern herrschen.
Ja, es gibt auch dieses anonyme Schreiben an den Aufsichtsratsvorsitzenden Christian Deutsch, wo Mitarbeiter von einem Schmierentheater und von Freunderlwirtschaft und von Postenschacherei sprechen. (GR Maximilian Krauss, MA: Das ist eh schöngefärbt.) Da finde ich es wirklich völlig unverständlich und despektierlich, dass der Herr Deutsch hier vorgestern herausgeht und davon spricht, dass dieses Schreiben ein reines Fake-Schreiben sei. Das ist respektlos gegenüber den ehrlichen Mitarbeitern bei den Volkshochschulen, die dort keine roten Bonzen sind, sondern Missstände anprangern, die sich im roten Umfeld abspielen. (Beifall bei der FPÖ.)
Genau diese fleißigen und ehrlichen Mitarbeiter haben nämlich Angst vor Konsequenzen und Ihrer roten Macht und vor existenziellen Vernichtungsfeldzügen. Wir Freiheitlichen stellen uns schützend vor diese Mitarbeiter bei den Volkshochschulen, die diese rote Freunderl- und Misswirtschaft satthaben, sehr geehrte Damen und Herren. (Beifall bei der FPÖ.)
Eines ist klar: Wien braucht auch bei den Volkhochschulen einen dramatischen Kurswechsel zurück zur Volksbildung, zum Wiedereinstieg ins Berufsleben, zur Effizienz und besonders zur Sparsamkeit statt zur Verschwendung. Raus mit der Parteipolitik, Schluss mit dieser Versorgungsanstalt für SPÖ-Funktionäre, Wertschätzung für die unabhängigen Mitarbeiter, die das Ludwig-System unterdrückt. Diesen Kurswechsel wird es nur mit der FPÖ und einem Bgm Dominik Nepp geben. (Beifall bei der FPÖ.)
Vorsitzender GR Armin Blind: Als Nächster zu Wort gemeldet ist GR Baxant. - Bitte, Herr Gemeinderat, Sie sind am Wort.
GR Petr Baxant, BA (SPÖ): Herr Vorsitzender, meine sehr geehrten Damen und Herren, sehr geehrte Frau Stadträtin, sehr geehrte Frau Berichterstatterin!
Vielleicht vorweg noch kurz: Es wurden von meinen Vorrednern einige Namen aufgezählt, und es wurden Parteizugehörigkeiten erwähnt. Ich möchte darauf eingehen, vor allem beim Förderverein.
Alle Menschen, die dort tätig sind, sind ehrenamtlich tätig. Ich finde, dafür muss man sich nicht schämen. Dafür gebührt eher Respekt, wenn Menschen sich in ihrer eigenen Freizeit für eine so wichtige Arbeit wie die Erwachsenenbildung engagieren, wenn sie ihre eigene Freizeit investieren und dafür einfach unglaublich viel Energie aufwenden. Das ist nicht etwas, wofür man sich schämen sollte. Ja, es gibt sehr viele Menschen aus der Sozialdemokratie, von den GRÜNEN meines Wissens auch, von den NEOS und von der ÖVP, aber auch viele Menschen von der FPÖ, die ehrenamtlich irgendwo tätig sind. (Zwischenruf bei der SPÖ: Wo? - GR Michael Stumpf, BA: Ja, ja.) Bitte tun wir uns nicht gegenseitig fertigmachen dafür, dass wir in unserer Freizeit auch noch eine zivilgesellschaftliche Arbeit übernehmen. Ich bin dort nicht, aber ich habe selbst auch sehr viele ehrenamtliche Tätigkeiten, und ich (Zwischenruf von GR Michael Stumpf, BA.) bin den Leuten eher dankbar, wenn sie in ihrer eigenen Freizeit so viel Wichtiges für unsere Gesellschaft tun. (Beifall bei SPÖ und von GRin Dr. Maria In der Maur-Koenne.)
Lassen Sie mich jetzt vielleicht über das Wesentliche sprechen. Wir sprechen hier über Erwachsenenbildung. Bildung endet nicht in der Schule, Bildung endet nicht mit der Ausbildung und auch nicht mit einem Studium. Menschen lernen ihr ganzes Leben, weil sie sich beruflich verändern wollen, weil sie eine Sprache lernen wollen, weil sie einen Abschluss nachholen möchten, oder einfach, weil sie neugierig auf Neues sind. Dafür gibt es die Volkshochschulen. Das ist eine unglaublich tolle Institution, und offensichtlich gibt es dafür auch einen großen Bedarf.
Ein paar Zahlen: Im vergangenen Jahr haben 194 000 WienerInnen, das sind ungefähr 10 Prozent der Wiener Bevölkerung, am Angebot der VHS partizipiert. 2025 wurden 29 000 Kurse und Veranstaltungen angeboten, heute gibt es 31 Standorte und neun spezialisierte Einrichtungen in Wien. Die VHS ist eine unglaublich wichtige Bildungsnahversorgerin. Ich glaube, genau das ist der entscheidende Punkt. Es geht nicht nur um die große Zahl unterschiedlicher Kurse. Es geht darum, Bildung möglichst einfach zugänglich zu machen, in den Bezirken, in der Nähe des Wohnortes.
Stichwort Bildungsnahversorgerin. Das ist ganz wichtig. Das gibt es, glaube ich, in wenigen anderen Bundesländern, so wie es das bei uns gibt, und schon gar nicht im europäischen Ausland - in den Bezirken, in der Nähe des Wohnortes und auch für Menschen, die sich viele andere Bildungsangebote nicht leisten können. Das ist auch ein wesentlicher Bestandteil dieses Angebotes.
Besonders deutlich wird das bei der Basisbildung. Was ist Basisbildung? - Lernen, Schreiben und Rechnen erscheinen uns hier selbstverständlich. Sie sind es aber nicht für alle Menschen. Wer damit Schwierigkeiten hat, stößt im Alltag permanent an Grenzen und wird ausgegrenzt. Deshalb gibt es an den Wiener Volkshochschulen kostenlose Basisbildung. In den vergangenen zehn Jahren waren es rund 1 800 Kurse und 17 000 Teilnahmen. 17 000 Menschen haben eine zusätzliche, bessere Perspektive fürs Leben geliefert bekommen. Oder nehmen wir Menschen, die keinen Pflichtschulabschluss haben. Auch da bietet die VHS einen zweiten Bildungsweg, kostenlos und erwachsenengerecht. Seit 2016 wurden mehr als 250 Lehrgänge durchgeführt und rund
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