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Gemeinderat, 18. Sitzung vom 23.09.2026, Wörtliches Protokoll  -  Seite 65 von 147

 

holen, die ich schon vorgebracht habe und die nicht geändert worden sind.

 

Also, die Institution VHS unter dem jetzigen Geschäftsführer und dem Aufsichtsrat ist eine Institution, die strukturell sexistisch ist. Frauen werden mit Erreichen des Pensionsantrittsalters gekündigt. Das wird in Berichten verbrämt als natürlicher Abgang. Stimmt nicht. Es werden bitte auch jene Frauen hinausgehaut, die gerne weiterarbeiten würden und können. Weil es jetzt ums Können geht im hohen Alter: Zufällig sind das natürlich Frauen in Leitungsfunktionen, denn wenn man nicht gerade Hausarbeiter oder Hausarbeiterin oder Putzfrau oder Reinigungskraft ist, ist man mit 60 oder 61,5 Jahren noch nicht fertiggefahren und will möglicherweise die Verdienstentgänge, die man durch das Studium oder Kinderbetreuung auf sich genommen hat, ausgleichen. - Niente, passiert bei der VHS nicht.

 

So. Übrigens sagt der Geschäftsführer zu dieser Vorgangsweise, sie ist vom Aufsichtsrat gedeckt. Dieser Vorwurf, schon vorgebracht seit 2018, noch einmal in einer Gemeinderatssitzung im Jänner 2023 von mir, ist immer noch nicht, in keiner Art und Weise, wie soll ich sagen, überprüft und vielleicht geändert. Stattdessen gibt es einen Geschäftsführer, der nicht nur sein Pensionsantrittsalter erreicht hat, sondern darüber hinaus noch für drei weitere Jahre wegen ach so guter, erfolgreicher Arbeit beschäftigt wurde. Nicht nur, dass er jetzt nach drei Jahren erst in Pension geht, er kriegt darüber hinaus auch noch einen Beratervertrag. Das ist aus meiner Sicht so ein klassisches Beispiel nicht nur von struktureller Ungleichheit, sondern von einer Bevorzugung, dass es mir eigentlich ganz schön … also ich finde nicht einmal einen umgangssprachlichen Ausdruck dafür.

 

So. Es gibt vieles andere, was ich im Jänner 2023 an konkreten Vorwürfen gebracht habe. Nichts davon hat sich geändert.

 

Jetzt gehen wir zu dem Tagesordnungspunkt und zu dem, was heute dran ist: die Jahresberichte der VHS und wie man mit Zahlen und Statistiken verschleiert und manipuliert. Wir haben zwei Jahresberichte, 2024 und 2025. Die Zahlen des Jahres 2024 sind das. (Die Rednerin hält ein Blatt Papier mit zahlreichen Ziffernbeträgen in die Höhe.) Habe ich mir nicht angeschaut, es tut mir leid, aber wenn es um eine Förderung von mehreren zig Millionen Euro geht, ist so ein Zahlenfriedhof, wie der, echt nicht akzeptabel. Das habe ich mir nicht angeschaut. (Beifall bei den GRÜNEN.)

 

So viel zur Transparenz. Womit ich mich beschäftigt habe, sind die Zahlen des Berichtes 2025. Wenn man die Summe der Zuschüsse für die VHS im Jahr 2025 weiß - die waren 45 Millionen EUR -, kann man auf der einen Seite herausfinden versuchen, wie viel da reingegangen ist in die verschiedenen Angebote. Was wir in diesem Bericht haben, ist ein Paradebeispiel für a. semantische Verschleierung und b. Manipulation mit Zahlen.

 

Semantische Verschleierung: Zur Frage der Absagequote werden aufgezählt: Abgehaltene Angebote. Angebote sind Kurse und Veranstaltungen. Dem wird entgegengehalten: Abgesagte Angebote. Veranstaltungen, Vorträge werden nicht abgesagt, weil es keine MindestteilnehmerInnenanzahl gibt. Das heißt, bei der Statistik Abgesagte Angebote kann es sich nur um Kurse handeln.

 

Wenn ich mir jetzt überlege, was da an diesen verschiedenen Prozentzahlen stimmt, kann ich Ihnen sagen, ich habe viel gerechnet. Also - und ich mach Pi mal Daumen, nicht die genauen Zahlen: Von 22 000 abgehaltenen Angeboten, das sind Kurse und Veranstaltungen, wurden 8 000 Angebote abgesagt, also nur Kurse. Das heißt, wir haben ungefähr 30 000 Angebote pro Jahr. Ich behandle diesen Punkt deswegen, weil das die einzigen absoluten Zahlen im gesamten Bericht sind, und wenn man sich an irgendetwas halten will, dann an absolute Zahlen.

 

Jetzt komme ich mit den Prozentzahlen. Von diesen 30 000 Angeboten waren 44 Prozent Vorträge, also ungefähr 13 000 Vorträge. Wenn ich jetzt von den 30 000 Angeboten gesamt die Vorträge, nämlich die 13 000 Vorträge und Veranstaltungen, abziehe, komme ich auf ungefähr 17 000 Kurse pro Jahr. Davon gab es 8 000 Absagen, bleiben über, Pi mal Daumen - immer zum Vorteil der VHS hochgerechnet -, 9 000 Kurse, die tatsächlich durchgeführt wurden. Beim Zuschuss von 45 Millionen EUR kann man dann sagen, jeder Kurs wird mit ungefähr 5 000 EUR bezahlt. Jeder Kurs. Das ist vielleicht polemisch, aber Leute, das ist nicht mehr wirtschaftlich. (Beifall bei den GRÜNEN.)

 

Mein zweites ganz konkretes Beispiel für semantische Verschleierung, die dann zu einer statistischen Manipulation führt und letzten Endes dazu, dass Fakten geschaffen sind, die falsch sind, sind die Teilnahmen.

 

Es hat einen Grund, warum da Teilnahmen steht und nicht TeilnehmerIn. Im Jahr 2025 gab es - und jetzt rechne ich wieder ein bisschen hoch, damit es leichter ist - 313 000 Teilnahmen. So. Wir wissen, dass Teilnahmen nicht gleich TeilnehmerInnen ist. Denn ein Kurs, nehmen wir einen Gymnastikkurs im Frühjahrssemester, wird seit 2022 geteilt. Also im Frühjahrssemester ist die Teilnahme am Gymnastikkurs - und zwar die Teilnahme an Teil 1 und an Teil 2. Wenn ich dann noch weitermache im Herbst, gibt es wieder Teil 1 und Teil 2. Das heißt, ich als Teilnehmerin nehme am Jahreskurs 2025 Gymnastik teil und werde als einzelne Person mit vier Teilnahmen gezählt. Ich zähle jetzt nicht weiter. Ich könnte noch im Sommer einen Workshop zur Gymnastik besuchen oder etwas anderes, dann wären es wieder mehrere Teilnahmen, das macht es alles nur viel komplizierter. Wir bleiben also bei den vier.

 

Wenn ich jetzt diese 313 000 Teilnahmen durch vier dividiere, komme ich auf rund 80 000 TeilnehmerInnen. Na, das ist schon eine etwas realistischere Zahl. Theoretisch müsste sich die VHS nicht für 80 000 TeilnehmerInnen genieren, wenn es nicht einen Auftrag gäbe, eine Leistungsvereinbarung. In dieser Leistungsvereinbarung steht: Die Aufgabe der VHS ist es, mindestens 5 Prozent der Bevölkerung zu erreichen.

 

Wie schaut es jetzt im Jahresbericht aus? - Im Jahresbericht stehen da die 313 000 Teilnahmen und auf der anderen Seite wird gesagt, jö, wir erreichen

 

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