Gemeinderat, 16. Sitzung vom 23.06.2026, Wörtliches Protokoll - Seite 103 von 118
dich da, und sie macht sich für dich stark, denn Gewalt an Frauen hat in Wien keinen Platz.
Und das zeigen wir nicht nur durch Kampagnen, sondern durch Maßnahmen. 228 Frauenhausplätze bieten Frauen und ihren Kindern Schutz und Beratung. 54 Wohnungen unterstützen Frauen beim Übergang zu einem sicheren und unabhängigen Leben. 760 Frauen und 653 Kinder wurden 2025 vom Verein Wiener Frauenhäuser betreut.
Auch mit der 2025 beschlossenen Novellierung des Veranstaltungsgesetzes zeigt die Stadt, dass die Wienerinnen mit ihren Erfahrungen ernst genommen werden. Mit dem neuen Veranstaltungsgesetz verstärken wir den Schutz vor sexueller Belästigung und Übergriffen bei Surprise-Veranstaltungen. Clubs und Konzerte ab 300 Besucherinnen müssen mit 1. Juli Awareness-Konzepte einreichen und eine Rettungskette vorlegen. Gepaart mit dem Rettungsanker gewinnt die Stadt in Sachen Sicherheit in der Öffentlichkeit immer mehr Partnerinnen.
Der Einsatz für Gleichberechtigung beginnt eben auch dort, wo junge Mädchen empowered werden. Seit 25 Jahren ist der Wiener Töchtertag so ein Moment. Von Anfang an sollen alle Kinder alle Perspektiven der Ausbildungsmöglichkeiten und Jobperspektiven bekommen. Das bedeutet eben, Mädchen besonders in einer Gesellschaft zu fördern, die sie kleinhalten will. Vom Kindergarten bis zur Matura können Mädchen in technische, handwerkliche und naturwissenschaftliche Berufe schnuppern. Bei "Girls in Politics" können Mädchen und junge Frauen seit 2025 erstmals in den politischen Alltag eintauchen, denn obwohl Frauen die Hälfte der Bevölkerung ausmachen, sind sie nach wie vor in der Kommunalpolitik unterrepräsentiert. Und mit "Mädchen feiern Technik" lernen Mädchen, was die MA 39 so macht und wie sie sich mit Wasserhygiene, Strahlenschutz, Bautechnik und Bauphysik auseinandersetzen.
Einen sehr wesentlichen Bereich habe ich bisher ausgelassen, das ist die Frauengesundheit, die sogenannte Gendermedizin, also eine Betrachtung auf medizinische Leistungen, die Geschlecht eben nicht ausblendet. Denn wer Geschlecht - und zwar in seinem gesamten wissenschaftlichen Spektrum - ignoriert, sieht eben am Ende nur die Norm. Und die Norm, das sind aktuell durchschnittlich große, durchschnittlich schwere Männer, alle anderen Menschen werden in der Forschung und in den Behandlungen dann meistens vernachlässigt - und das kann lebensgefährlich werden. Deshalb hat die Stadt Wien 2023 mit dem Frauengesundheitszentrum FEM Med am Reumannplatz eine eigene medizinische Clearingstelle eingerichtet. 2025 wurde die Gesundheitsgreisslerei nach einem Ausbau neu eröffnet und damit ein neuer Meilenstein in der Suchthilfe gesetzt, denn sie richtet sich ausschließlich an suchtkranke Frauen. Ein multiprofessionelles Team aus Psychotherapie, Psychologie, Medizin, Sozialarbeit und Kunsttherapie bietet den Frauen ein Angebot, um sie aus der Sucht hinauszubegleiten. Die Rote Box wurde bereits erwähnt, ein gezieltes Angebot gegen Periodenarmut und gleichzeitig ein Zeichen der Endtabuisierung. Und mit der Kampagne gegen Schönheitsdruck im letzten Sommer hat die Stadt Wien ein Zeichen gegen diesen immensen Druck gesetzt, den Frauen gerade in Sachen Schönheitsideal erleben, ihrem Schönheitsideal nachzueifern, das wirklich gefährlich ist.
Zu guter Letzt darf ich noch das Frauenzentrum erwähnen. 2025 wurden insgesamt 6 751 Beratungskontakte verzeichnet. Die Themen, die dort Frauen beschäftigen, bestätigen die gesetzten Schwerpunkte: Trennung und Scheidung, psychische Gesundheit, Unterhalt und finanzielle Themen, Gewalt, Obsorge und Kontaktrecht. Das beschäftigt die Frauen in Wien. Das Frauenzentrum ist die erste Anlaufstelle für die Frauen.
Auf ganz vieles konnte ich leider im Detail nicht eingehen, ich will deshalb gleich zum Dank springen. Ein Dank gilt allen Mitarbeiterinnen der MA 57, des Frauenzentrums, des 24-Stunden-Notrufes, den Wiener Frauenhäusern, allen Vereinen und allen, die darüber hinaus mit an dieser Stadt der Frauen bauen. Die Marina ist vorhin extra zu mir heraufgekommen, damit ich ganz ausdrücklich allen Frauensprecherinnen im Namen unserer Fraktion für die Zusammenarbeit danke, und das richte ich hiermit natürlich sehr gerne aus. (Beifall bei der SPÖ.)
Ein Dank gilt auch unseren Frauenstadträtinnen, unserer ehemaligen Frauenstadträtin und VBgm.in Katrin Gaál und unserer amtierenden Frauenstadträtin Elke Hanel-Torsch und ihren Teams gemeinsam mit unserer Ausschussvorsitzenden. Waltraud Karner-Kremser sorgte dafür, dass in Wien vor allem Politik nicht in Frage gestellt wird, kein Nice-to-have, sondern Teil der DNA unserer Stadt ist. - Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ.)
Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Zu Wort ist GR Gudenus gemeldet, fünf Minuten Redezeit. (Zwischenruf von GR Clemens Gudenus.) - Ja, das hat dein Klub gemeldet. Na, versuch es.
GR Clemens Gudenus (FPÖ): Liebe Kollegen, sehr geehrte Frau Stadtrat!
Zuerst zum vorigen Thema, bevor ich zum Wohnbauthema gehe. Ja, Gewalt gegen Frauen hat keinen Platz, deswegen finde ich es eigentlich interessant, dass vor vier Tagen Herr StR Czernohorszky mit Ihnen, Frau Hanel-Torsch, ein Video auf Facebook veröffentlicht hat, mit dem neue Regeln gegen Belästigung in Wiener Bädern präsentiert wurden. Nur, das bringt nichts, diese Regeln zu veröffentlichen, denn die, gegen die es sich richtet, verstehen kein Wort. (Beifall bei der FPÖ.)
Das ist ein Eingeständnis Ihres Versagens. Die Stadt Wien investiert Milliarden … (Anhaltender Zwischenruf.) - Ja, beeindruckend, ja, ich weiß, das finden Sie dann lächerlich, ich weiß. Aber gestehen Sie es ein, ich weiß, Sie können eins und eins nicht zusammenzählen. Aber es gehört zusammen, wirklich. (Beifall bei der FPÖ.) Ja, gestehen Sie es endlich ein. Das ist der Grund, warum Sie immer weniger Prozente bei den Wahlen machen - Wahl für Wahl, bundesweit und wienweit. (Beifall bei der FPÖ.)
Die Stadt Wien investiert Milliarden in den Wohnbau, aber sie verliert zunehmend die Kontrolle darüber, was in vielen Wohnanlagen tatsächlich passiert. Während die
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