Gemeinderat, 16. Sitzung vom 23.06.2026, Wörtliches Protokoll - Seite 98 von 118
dafür sorgen, dass Frauen schnell und unbürokratisch niedrigschwellig Unterstützung erhalten, und andererseits immer schon einen Schritt voraus sind. Das heißt, hier immer das Mantra Prävention vor Intervention zu leben, etwa ganz stark im Bereich der Jugendarbeit, wo es zum Beispiel die FPÖ ist, die stets gegen "Respekt: Gemeinsam stärker", bei dem es genau um diese Prävention geht, stimmt, um nur ein Bespiel zu nennen, bei dem es Ihnen ja wurscht ist, wenn es um Aufbrechen von Rollenklischees geht, wenn es darum geht, eben genau das zu verhindern, was ich hier gerade erwähnt habe. Oder aber auch bei der Täter- und Präventionsarbeit, mit der ich Sie vielleicht kurz in die Vergangenheit zurückholen möchte, bei der wir im Vergleich zum Anfang der ersten Legislaturperiode die Männerarbeit mittlerweile um das Sechsfache aufgestockt haben, um eben auch dieses Bewusstsein zu schaffen.
Wir haben unterschiedlichste Bewusstseinskampagnen gestartet, vieles Weitere mehr getan, um schon früh anzusetzen, nämlich eben beim großen Schlüssel für all das, nämlich bei der Gleichberechtigung, bei der Gleichstellung von Männern und Frauen. Und ja, da gibt es schlicht und ergreifend wirklich, wirklich viel zu tun. Denken wir nur an die Carearbeit, die noch immer viel zu oft als weiblich gedacht wird! Denken wir an die Teilzeitarbeit, die - das muss man einfach offen so sagen - in vielen, vielen Fällen zu ökonomischer Abhängigkeit führt, zu Altersarmut führt! Dafür ist unbedingt Bewusstsein notwendig. Wir sind der Ansicht, dass es hier echte Wahlfreiheit braucht, nämlich eine Wahlfreiheit, wenn es darum geht, hier Beruf und Kind, wenn man es so salopp formulieren möchte, unter einen Hut zu bekommen.
Was mich heute sehr schockiert hat, ist, es gab heute eine Online-Pressekonferenz von ExpertInnen, die Folgendes gesagt haben: Dass Familien sich entscheiden können, ob sie ihre Kinder selbst betreuen oder aber in den Kindergarten geben, bleibt in Österreich ein Mythos. Bis heute ist es ein Mythos, dass sich das ausgeht. Nur 60 Prozent der Plätze für Kinder unter drei Jahren seien mit der Berufstätigkeit beider Eltern so vereinbar. Das, sehr geehrte Damen und Herren, ist sicherlich keine Wahlfreiheit, weil Wahlfreiheit dort beginnt, wo es tatsächlich eine Wahl gibt - wir sprechen hier nicht von Wien, sondern vom Rest Österreichs -, und Wahlfreiheit nicht dort beginnt, wo schlicht und ergreifend Platz fehlt. (Beifall bei NEOS und SPÖ.)
Während anderen Herdprämien für Mütter, die ihre Kinder zu Hause betreuen sollen, vorschweben, damit sie schön brav - wir wissen das alle aus der Manosphere und so weiter - das Frauenbild aus dem letzten Jahrhundert erfüllen, wird bei uns - und das gehört ganz stark zu dieser DNA in dieser Stadt - die Kinderbetreuung weiter ausgebaut, gerade eben für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Das sage ich ganz bewusst, nämlich weil wir das Bundesland mit den geringsten Schließtagen sind, mit den längsten Öffnungszeiten, das mit der besten Bildung, wie ich es heute schon in einer anderen Geschäftsgruppe gesagt habe, aber allem voran auch mit einer modernen Familienpolitik, einer modernen Frauenpolitik. Das macht uns einfach auch aus, und das macht den Unterschied zwischen uns und konservativen Kräften in diesem Land aus. Während andere nämlich auf dem Rücken von Frauen das Bild der 1950er Jahre hochleben lassen, ermöglich wir in dieser Stadt tatsächlich, indem wir Dinge schaffen und die Ärmel hochkrempeln, echte Wahlfreiheit für Frauen in Wien. Das ist etwas, worauf ich wirklich, wirklich, gerade auch als frauenpolitische Sprecherin, sehr stolz bin.
Ich möchte zu guter Letzt, weil meine Zeit schon zu Ende ist, ebenso ein großes Dankeschön aussprechen, und das allen voran an die ehemalige StRin und VBgm.in Kathrin Gaál. Ich möchte aber auch ein großes Dankeschön an dich, liebe Elke, aussprechen, an dein gesamtes Büropersonal, das heute anwesend ist, an die MA 57, an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die genau das, wovon ich heute gesprochen habe, überhaupt erst ermöglichen und die einen selbstverständlichen Teil dieser Stadt und dieser Arbeit in dieser Stadt ausmachen, und natürlich allen voran - und da möchte ich mich auch meiner Vorrednerin anschließen - an alle frauenpolitischen Sprecherinnen aller Parteien. Es ist wirklich ein tolles Gefühl, zu wissen, dass man überall, in jeder Partei, Verbündete hat. - Herzlichen Dank. (Beifall bei NEOS und SPÖ.)
Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Die Redezeit der NEOS ist damit erschöpft.
Als Nächste zu Wort gemeldet: GRin Mag. Malle, zwölf Minuten Redezeit. - Bitte schön.
GRin Mag. Mag. Julia Malle (GRÜNE): Sehr geehrter Herr Vorsitzender, sehr geehrte Frau Stadträtin, liebe KollegInnen, liebe Zuseher und Zuseherinnen!
Der Budgetabschluss ist immer so ein bisschen ein politisches Signal. Er zeigt auch, was uns wichtig ist und was uns weniger wichtig ist. Aber bevor ich dazu komme, möchte ich mich auch noch einmal bedanken. Und zwar möchte ich mich ganz explizit bei den MitarbeiterInnen der Magistratsabteilungen bedanken, bei dem Büro der Stadträtin und auch bei Ihnen, Frau Stadträtin. Was ich schon sehr geschätzt habe, ist - und ich habe das zum ersten Mal so erlebt -, dass sofort das persönliche Gespräch mit der Opposition gesucht wurde und wir gleich ein vertrauensvolles Vieraugengespräch hatten. Ich weiß, dass Sie das mit anderen Parteien auch gemacht haben, auch mit meinem Kollegen Georg Prack. Dafür möchte ich mich bedanken, weil das überhaupt keine Selbstverständlichkeit ist. (Beifall bei den GRÜNEN sowie von GRin Dipl.-Ing. Selma Arapović und GR Thomas Mader.) Das stimmt mich auch hoffnungsvoll für die Zukunft, dass wir hier weiter gut kooperieren.
In dem Sinne möchte ich mich dem Dank an die Frauensprecherinnen der Parteien anschließen. Auch da habe ich ein ziemlich gutes Gefühl, dass das in eine gute Richtung geht, bin sehr zuversichtlich und freue mich auch auf gemeinsame Projekte, die entstehen werden, da bin ich mir sicher.
Dennoch ist unsere Aufgabe als Opposition auch, hinzuschauen und dort hinzuschauen, wo es möglicherweise einige Schwachstellen gibt. Wir müssen schon auch klar ansprechen, dass in Wien die Förderungen für Frauen- und Mädchenpolitik, Kollegin Bakos, die Sie
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