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Gemeinderat, 16. Sitzung vom 23.06.2026, Wörtliches Protokoll  -  Seite 95 von 118

 

Als Nächste zu Wort gemeldet ist GRin Keri. Selbst gewählte Redezeit: zehn Minuten.

 

19.17.11

GRin Sabine Keri (ÖVP)|: Vielen Dank. - Sehr geehrte Frau Vorsitzende, sehr geehrte Stadträtin, liebe Kolleginnen und Kollegen, werte Zuseher!

 

Bevor ich zum Debattenbeitrag komme, möchte ich gleich Anträge einbringen, die wir zurückgezogen haben. Aber auf Grund dessen, dass wir besprochen haben, dass wir sie zuweisen, möchte ich sie wieder einbringen. Es betrifft den Antrag "Frauen und Mädchen vor Einsamkeit schützen" - der soll dem Gemeinderatsausschuss für Wohnen und Soziales zugewiesen werden - und zwei Anträge zur "flächendeckenden Gewaltprävention zur Stärkung von Mädchen in Schulen" und zur Thematik städtischer "Ganztags-Kindergartenplätze". Wie besprochen, hier einzubringen, aber dann bitte dem Bildungsausschuss weiterzuleiten. Danke. (Beifall bei der ÖVP.)

 

Nächster wichtiger Punkt, den ich jetzt beginne, bevor ich zum Debattenbeitrag komme, ist, dass ich mich schon bedanken möchte. Ich möchte mich erstens dafür bedanken, dass wir im Ausschuss ein sehr wertschätzendes Miteinander haben, liebe Waltraud, liebe Frau Stadträtin. Ich möchte mich auch beim Büro der Stadträtin bedanken: Danke, dass ihr immer ein offenes Ohr habt. Ich möchte mich auch bei der Laura Wimmer vom Frauenservice herzlich bedanken, die immer auf meine Fragen geduldig Antwort gibt. Marina, dir ein herzliches Dankeschön als meinem Gegenüber bei der SPÖ. Dolores, natürlich auch dir herzlichen Dank. Und jetzt ist sie nicht da, die Angelika, der sage ich dann auch noch Danke schön. Ah, da ist sie. Entschuldige! Julia, dir auch ein herzliches Dankeschön. So, jetzt ist es aber genug, jetzt fangen wir an. Da ist sie, die Marina. Danke.

 

Ich möchte wie gewohnt heute eigentlich über frauenpolitische Themen sprechen, weil ich einfach der Meinung bin, dass wir viel zu wenig über frauenpolitische Thematiken sprechen, und deswegen widme ich meine Zeit der Frauenpolitik. Ich möchte Sie da gleich einladen, mit mir die Anna zu besuchen. Ich habe die Anna kennengelernt, sie ist eine Mutter von zwei Kindern, arbeitet in Wien, versucht immer, alles unter einen Hut zu bringen. Sie hat mich zu sich eingeladen, und wir haben so über das Leben philosophiert und über das gesprochen, was sie so bewegt. Sie hat mich für diese Rede inspiriert, nicht, weil das Gespräch ein lautes war oder weil sie aggressiv war oder Sonstiges, sondern einfach, weil sie einen Satz gesagt hat, den ich heute mitgebracht habe und den wir uns sehr wohl für unsere politische Arbeit immer vor Augen halten sollten.

 

Der Satz, den sie mir gesagt hat, war: Ich habe das Gefühl, immer alles richtig machen zu müssen, und trotzdem reicht es nie. - Das ist etwas, glaube ich, das wir alle hier herinnen kennen, und nicht nur wir herinnen. Wir können nachvollziehen, warum Frauen so denken. Also wir sind in der Küche am Tisch gesessen, und die Anna hat mir dann erzählt, dass das sozusagen ihre Ruheoase ist, wo sie immer sitzt und dann, wenn die Kinder schlafen und die Waschmaschine noch rennt, so zum Nachdenken anfängt und die Gedanken so rattern. Aber da geht es nicht um Politik, sondern da geht es einfach um das Leben: Was ist mit der Wohnung? Wie schaut es mit der Zukunft aus? Wie schaut es mit der Zukunft ihrer Kinder aus? Wie schaut es mit ihrer Zukunft aus?

 

Die Anna - weil wir gerade über Wohnen gesprochen haben - sucht eine Wohnung, weil die Kinder immer größer werden. Sie sagt, jetzt bräuchte eigentlich jedes Kind ein eigenes Zimmer. Die Anna nennt das: Die Kinder brauchen Raum zum Atmen. - Das ist eigentlich ein sehr schönes Bild. Was diese Familie braucht, ist kein Luxus und kein Penthouse, sondern einfach nur ein weiteres Zimmer. Da kommt schon auch die Politik zum Zug, denn da müssen wir uns überlegen: Wie baut Wien für Familien? - Da gibt es ganz viele Fragen, denen wir uns stellen müssen. Da geht es nicht nur um die Frage, wie viele Wohnungen gebaut werden, sondern es geht auch um die Frage, wie die Wohnungen gebaut werden. Da geht es um die Wohnungsgrößen, um die Grundrisse. Es geht darum, ob 85 Quadratmeter für eine vierköpfige Familie reichen. Es geht um Diskussionen, wie viele Zimmer man überhaupt einer Familie mit wie vielen Köpfen zur Verfügung stellt. Es geht auch um die Frage: Ist vielleicht ein Balkon möglich? - Das sind alles Themen, und das sind alles Gedanken und Fragen, die wir in unserer Wohnungspolitik sehr wohl diskutieren sollten. (Beifall bei der ÖVP.)

 

Eine moderne Wohnbaupolitik muss nämlich schon die Lebensrealitäten von Familien ernst nehmen, muss auch Antworten geben können, so zum Beispiel mit Blick auf die Bedürfnisse, die in der Wiener Frauenbefragung genannt wurden. Gerade Vier-Zimmer-Wohnungen sind für Familien mit mehreren Kindern notwendig, aber oft nicht leistbar. Auch beim geförderten Wohnbau ist da noch ganz viel Luft nach oben. (Beifall bei der ÖVP.)

 

Die Sorgen der Anna enden aber nicht vor der Wohnungstür, sondern da geht es dann ja auch noch weiter. Wir haben dann auch darüber geredet, dass sie sich eigentlich schon Sorgen um die Sicherheit ihrer Töchter macht. Wenn man so die Debatten und Diskussionen hört, dass der öffentliche Raum immer unsicherer wird: Wie weit kann man die Mädels gehen lassen? Wann müssen sie zu Hause sein? Sie möchte sie auch nicht die ganze Zeit überwachen. Sie möchte ihnen eigentlich ein Sicherheitsgefühl geben, hat es dann aber selber nicht. Was kann man vermitteln? Es geht um Mobbing in der Schule, es ging auch um Hass im Netz. Also es sind so viele Bereiche, die sie als Mutter beschäftigen, in denen sie ihren Töchtern keine Sicherheit geben kann.

 

Deswegen haben wir auch einen Antrag eingebracht, dass wir die ganze Thematik rund um Gewaltprävention ... Das ist das, was wir brauchen. Wir hatten ja auch vor einigen Wochen einmal eine Debatte hier, in der wir draufgekommen sind: Eigentlich wissen viele gar nicht, wo Gewalt beginnt. Also müssen wir dafür sorgen, dass es ganz viel Gewaltprävention in dieser Stadt gibt. Und ja, die Stadt Wien macht viel, aber wir müssen auch immer wieder schauen, ob es an den richtigen Stellen ankommt. Deswegen bringen wir hier einen Antrag ein.

 

Ich möchte noch etwas dazusagen, nämlich: Neben dem Elternhaus sind auch die Schulen ein total wichtiger

 

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