Gemeinderat, 16. Sitzung vom 23.06.2026, Wörtliches Protokoll - Seite 94 von 118
Gemeindebau leisten; und auch die Mieterhilfe mit ganz vielen Unterstützungsleistungen in Mietrechtsfragen.
Eine ganz zentrale Rolle für den Wohnbau in unserer Stadt übernimmt auch der Wohnfonds Wien. Dort ist auch der Qualitätsbeirat angesiedelt. Da geht es nicht nur um die Bevorratung von Grundstücken, sondern da geht es auch darum, dass hohe Standards im Wohnbau sichergestellt werden und dass große Stadtentwicklungsprojekte koordiniert werden. Ebenfalls beim Wohnfonds angesiedelt ist die Hauskunft. Von Wortspielen bin ich persönlich immer ein Fan. Die Hauskunft ist eine ganz zentrale Anlaufstelle für Private, wenn sie sanieren oder umbauen wollen.
All diese Einrichtungen sind jetzt nicht neu und trotzdem geht ihre wichtige Arbeit weiter. Was ich damit sagen will, ist, dass hinter diesen Budgetzahlen ganz konkrete Leistungen und Einrichtungen für unsere Stadt stehen, die im Hintergrund einen ganz wesentlichen Beitrag zur Lebensqualität und auch zur Gestaltung unserer Stadt leisten, auch wenn wir sie vielleicht nicht regelmäßig abfeiern. (Beifall bei der SPÖ.)
Weil die Gemeindebausanierungen angesprochen wurden, ganz kurz zum Kollegen Mayer von der ÖVP: Sie haben die Zahl 67 Jahre angesprochen, also den Sanierungszyklus von 67 Jahren. Die Zahl stammt, soweit ich das gesehen habe, aus einem Rechnungshofbericht aus dem Jahr 2021. Aktuell beträgt der Sanierungszyklus im Gemeindebau 52 Jahre. (GR Lorenz Mayer: 22 Jahre entfernt!) Das zeigt, dass die Sanierungsoffensive greift. Ich meine, das ist eine Verbesserung, da können wir uns wohl einig sein.
Wenn man es sich jetzt anschaut: Im Jahr 2025 hat Wiener Wohnen 23 Sanierungsprojekte neu gestartet, abgeschlossen wurden elf Projekte, und insgesamt haben wir gerade 99 Sanierungen mit einem Volumen von 1,16 Milliarden EUR in der Bauphase. Es stimmt schon, da können wir uns schon einig werden: Der Sanierungszyklus soll weiterhin gesenkt werden. Was ich damit nur verdeutlichen möchte, ist: Er wurde bereits gesenkt. Es ist eine Richtung, glaube ich, die stimmt. Weiterhin muss das Ziel natürlich sein, diesen Sanierungszyklus auf die Zielzahl von 30 Jahren zu senken. (Beifall bei SPÖ und NEOS.)
Auch abseits vom Gemeindebau investiert die Stadt in Sanierungsförderung. Da, habe ich mir gedacht, nehme ich auch noch ein paar Zahlen mit: 46 Sockel- und Totalsanierungen wurden letztes Jahr gefördert, wobei nicht nur saniert wurde, sondern auch 246 neue Wohnungen - Stichwort Nachverdichtung - geschaffen wurden. Die thermische Sanierung von 128 Gebäuden wurde im letzten Jahr ebenso gefördert. Das ist nicht zuletzt auch ein Beitrag dazu, das Ziel der Klimaneutralität zu erreichen.
Ein Projekt aus dem letzten Jahr möchte ich stellvertretend für die vielen anderen jetzt besonders hervorgreifen, weil ich finde, es zeigt wirklich gut, wie Sanierung, Neubau und Stadtentwicklung zusammenspielen können. Das ist das Projekt "sophie 7". Das Projekt springt einem auch optisch gleich ins Auge, wenn man auf dem neuen Stückchen Gürtelradweg auf der Höhe vom Westbahnhof vorbeiradelt. Das ist übrigens ein Stückerl, über das ich mich jedes Mal freue, wenn ich mit dem Rad dort fahre. Und zwar wurden da historische Spitalspavillons saniert und mit modernen Neubauten verbunden. 222 geförderte Wohnungen sind dort neu entstanden, 46 Gemeindewohnungen NEU, ein Kindergarten, ein Volkshochschulstandort, ein SeniorInnentreff und ein öffentlich zugänglicher Park mit wertvollem alten Baubestand, der erhalten werden konnte - und das mitten in der Stadt. Ich finde, das ist wirklich ein gelungenes Projekt. (Beifall bei SPÖ und NEOS.)
Zur Wohnbeihilfe, die ebenso angesprochen wurde: Im Jahr 2025 wurden knapp 72 Millionen EUR für die Wiener Wohnbeihilfe aufgewendet. Das sind 36 000 unterstützte Haushalte. Zum Vergleich: 2024 waren es noch 58,2 Millionen EUR an Wohnbeihilfe, die ausbezahlt worden sind. Also ja, es wurde ursprünglich mehr budgetiert, weil der Bedarf schwer abschätzbar war. Daher gibt es diese Differenz einfach. Auf die Schnelle habe ich mir da jetzt ein bisschen schwergetan, die angesprochene Zahl aus dem Jahr 2006 einzuordnen. Das ist 20 Jahre her, damals hat das gesamte Sozialsystem vielleicht ein bisschen anders ausgeschaut, haben sich Leistungen vielleicht anders ergänzt. Wie gesagt, da habe ich mir schwergetan, das einzuordnen.
Was ich vergleichen möchte, sind der Status vor der Reform und der Status nach der Reform. Da ist einfach Fakt: Es wurde mehr Wohnbeihilfe ausbezahlt, und es sind mehr Menschen, die seit dieser Reform des Wiener Wohnbeihilfegesetzes davon profitieren können. Und nicht nur das, sondern zusätzlich hat man die Wohnbeihilfe auch noch wertgesichert, die steigt nun mit der Inflation. Dass es hier einen Anstieg gab, sieht man auch, wenn man sich die Durchschnittsbeträge anschaut. Und zwar waren es vor der Umstellung 117 EUR, die durchschnittlich ausbezahlt worden sind, nach der Reform - beziehungsweise habe ich die Zahlen von heute mitgebracht - ist der Durchschnittsbetrag bei 258 EUR. Wenn man sich anschaut, wie viel Alleinerziehende bekommen - da ist der Betrag sogar noch höher: 335 EUR. Ich glaube, das ist dann wirklich ein Beitrag, der ankommt, wo er gebraucht wird. (Beifall bei SPÖ und NEOS.)
So, ich möchte auch schon zum Ende kommen. Die Liste der Projekte und Maßnahmen, die allein im letzten Jahr umgesetzt wurden, ist natürlich noch viel länger. Dahinter stehen viele engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt, die mit ihrer Arbeit unsere Stadt erst zu dem machen, was sie ist. Dafür gebührt ihnen auch unser großer, großer Dank. Es stand dahinter in den letzten Jahren aber auch eine Frau, nämlich Kathrin Gaál, die wirklich voll und ganz für ihre Themen gebrannt hat und die immer mit vollem Einsatz dahinter war, wenn es darum gegangen ist, Dinge voranzutreiben und Dinge umzusetzen. Ich bin mir sicher, dass das mit ihrer Nachfolgerin, mit dir, liebe Elke, genauso weiterhin gewährleistet sein wird. - Danke schön. (Beifall bei SPÖ und NEOS.)
Vorsitzende GRin Dr. Jennifer Kickert: Tatsächliche Redezeit waren neun Minuten.
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