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Gemeinderat, 16. Sitzung vom 23.06.2026, Wörtliches Protokoll  -  Seite 76 von 118

 

befragt werden. (GR Klemens Resch: … schon!) Sie wollen aber als Grätzelexpertinnen und -experten ernst genommen werden und sehen, dass ihre Meinung auch einen Unterschied macht.

 

Als Paradebeispiele dafür kann man, glaube ich, zwei Verfahren nennen. Eines beim Enkplatz ist schon abgeschlossen. Das andere Verfahren beim Franz-Jonas-Platz ist noch im Laufen. Man merkt, dass dabei nicht nur für die Menschen, sondern auch mit den Menschen geplant worden ist. So viel also zu der Beteiligung, die Sie immer einfordern, wenn es Ihnen in den Kram passt. (Beifall bei der SPÖ.)

 

Weil wir schon kurz darüber gesprochen haben, möchte ich abschließend schon noch festhalten: Es macht einen Unterschied, wer die Verantwortung in dieser Stadt trägt oder wer sie teilweise immer nur kommentiert. Das ist natürlich einfacher.

 

Deswegen möchte ich bei der Gelegenheit auch ein Dankeschön aussprechen, allen voran an unsere Amtsf. StRin Ulli Sima, die dabei ist, Probleme schon zu lösen, während andere noch darüber diskutieren. - Liebe Ulli, wir wissen, du scheust auch nicht davor zurück, einmal die sogenannten heißen Eisen in unserer Stadt anzugreifen. Du hast auch im letzten Jahr wieder sehr viele Projekte toll auf den Boden gebracht. (Beifall bei SPÖ und NEOS.)

 

Ein großes Dankeschön natürlich auch an unsere Dienststellen, allen voran die MA 18 und die MA 19, die ich vorhin erwähnt habe, denn sie arbeiten für die Zukunft unserer Stadt, damit wir auch in Zukunft gerne in Wien zu Hause sind. Das ist ganz, ganz wichtig.

 

Last but not least möchte ich natürlich auch unserem Ausschussvorsitzenden Omar sowie allen Kolleginnen und Kollegen aus meiner Fraktion, aber auch aus der Fraktion unseres Koalitionspartners für die gute Zusammenarbeit danken. Es ist eine tolle Zusammenarbeit. Darauf können wir stolz sein. - Vielen herzlichen Dank. (Beifall bei SPÖ und NEOS.)

 

Vorsitzende GRin Marina Hanke, BA: Das waren sieben Minuten tatsächliche Redezeit; die fraktionelle Restredezeit beträgt 31 Minuten.

 

Als Nächste ist Frau StRin Greco zu Wort gemeldet. Die selbst gewählte Redezeit betrug drei Minuten. Die fraktionelle Restredezeit beträgt sieben Minuten. Die stelle ich auch ein. - Bitte, Frau Stadträtin.

 

17.13.28

StRin Dr. Katarzyna Greco, MIEM|: Sehr geehrte Frau Vorsitzende, sehr geehrte Frau Stadträtin!

 

Weil Sie da sind, werde ich heute ein bisschen mehr als meine drei Minuten ausschöpfen. Denn wahrscheinlich wundert sich der eine oder die andere: Ich spreche sehr selten, und ich glaube das erste Mal in diesem Plenum zum Thema Verkehr und Mobilität.

 

Jetzt könnten die einen oder anderen meinen, es geht vielleicht um das riesengroße unkoordinierte Verkehrsbaustellenchaos in meinem Heimatbezirk Währing. Aber nein, das ist es nicht. Es geht mir um ein Beispiel dafür, wie Bürgerbeteiligung nicht funktioniert. Es geht mir um ein Beispiel für all diese Umbauten, die großartig sein können, aber nicht unbedingt dringend notwendig sind. Es geht mir hier ganz konkret um die geplante Umgestaltung des Aumannplatzes im 18. Wiener Gemeindebezirk.

 

Denn wenn wir vom Aumannplatz sprechen, dann sprechen wir nicht nur von einer Grätzelverschönerung. Wir sprechen nicht nur davon, einen Platz oder den Verkehr neuzugestalten. Wir sprechen über weit mehr als über ein Bezirksprojekt. Wir sprechen über Prioritätensetzung. Wir sprechen darüber, wie man Steuergelder richtig einsetzt, sowie über einen Punkt, den ich heute noch gar nicht gehört habe: über die wohnortnahe Versorgung und darüber, wie diese durch diese Umbauten sehr oft auch negativ beeinflusst wird. (Beifall bei der ÖVP.)

 

Niemand ist gegen Grätzelgestaltung. Niemand ist gegen eine attraktive und zukunftsorientierte Gestaltung des öffentlichen Raumes, aber die bestehende Verkehrslösung zum Beispiel am Aumannplatz funktioniert dort seit Jahrzehnten. Eine Aufwertung des Parks erfordert nicht automatisch eine teure Änderung einer funktionierenden Verkehrslösung.

 

Ja, der Platz ist lange nicht umgebaut worden. Er ist sehr grün, aber das Grün darf erneuert werden. Es darf dort eine Sanitätsanlage hinkommen. Es darf mehr Platz sein. Es dürfen dort Wasserspiele sein. Es muss aber nicht zwanghaft ein Teil der Währinger Straße, eine der Hauptschneisen, die Währing mit dem Rest der Stadt verbindet, abgesperrt werden. (Beifall bei der ÖVP.)

 

Diese geplante Sperre der Währinger Straße wird die Gentzgasse, also die Parallelstraße, und somit auch den öffentlichen Verkehr zusätzlich belasten: mehr Stau, längere Fahrzeiten, keine Attraktivierung. Einmal mehr - ich kann es nicht oft genug wiederholen: Es geht mir vor allem um die wohnortnahe Versorgung.

 

Währing ist einer der ältesten Bezirke, wenn wir uns die Demografie und die Bevölkerung ansehen. Wir brauchen dort viele Ärztinnen und Ärzte, weil auch die Bevölkerung diese braucht, ebenso Apotheken, Gesundheitsdienstleister und Orthopädiebetriebe. Wir haben einige davon. Die Menschen, die dort hingehen, können nicht über die Plaza Aumann dort hinschwirren. Sie können nicht mit dem Rollator, mit dem Infusionsständer oder mit großen Packungen über den Aumannplatz gehen. Sie brauchen Zufahrtmöglichkeiten. Wenn wir diese wegnehmen, dann verlieren wir die wohnortnahe Versorgung. Dann verlieren wir diese Erreichbarkeit. Das schadet den Menschen und hilft genau niemandem im Bezirk. (Beifall bei der ÖVP und von GR Maximilian Krauss, MA.)

 

Ein weiterer Punkt, der wirklich ganz wichtig ist - wir haben es in der Gesundheitsdebatte gehört, wir haben es in der Generaldebatte gehört: Die Versorgung soll aus dem intramuralen Bereich, aus den Krankenhäusern, immer mehr in den niedergelassenen Bereich, in die Grätzel, in die Nähe der Menschen, kommen. Umso wichtiger ist es, dass genau diese Gesundheitseinrichtungen und die Betriebe, die für die Gesundheit im Alltag sorgen, auch besser erreichbar werden und nicht gestört werden. Das heißt, die wohnortnahe Versorgung hat höchste Relevanz.

 

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