Gemeinderat, 16. Sitzung vom 23.06.2026, Wörtliches Protokoll - Seite 71 von 118
dort jetzt flanieren, sitzen und Rad fahren. Die Straße und die Umgebung haben dadurch wahnsinnig gewonnen. Favoritenstraße, Julius-Tandler-Platz und Simmeringer Hauptstraße wurden erwähnt. Natürlich der Naschpark beim Naschmarkt, falls Sie noch nicht dort waren - Gibt es jemanden, der sich das noch nicht angeschaut hat? -, unbedingt hinschauen! Es ist beeindruckend, wie aus einem Parkplatz ein Park wurde. Es ist auch sehr schön, zu sehen, wie die Leute das annehmen. Es ist ein klimafitter Aufenthaltsraum geworden, mit Pergolen, Sitzgelegenheiten, Picknicktischen, Hängematten, Liegewiesen, Brunnen, es gibt Wasserspiele für die Kinder, Balanciergeräte und Ähnliches. Und natürlich auch ganz wichtig: der getrennt geführte Radweg.
Kurze Replik an Kollegin Sequenz von den GRÜNEN zum Heldenplatz: Ja, ich finde auch, der würde umgestaltet gehören, auch dort ist es natürlich elend, in so einer wunderbaren Lage einen Parkplatz zu haben. Allerdings ist das eine Bundessache (GRin Mag. Heidemarie Sequenz: Habe ich gesagt!) und gehört zum Wirtschaftsministerium. Ich erinnere daran, dass die GRÜNEN vor gar nicht allzu langer Zeit in der Bundesregierung waren. Also warum haben Sie es damals nicht umgesetzt? Vielleicht schaffen wir es jetzt, ich würde mich darüber freuen. Aber es uns vorzuwerfen, ist ein wenig kurz gedacht. (Beifall bei den NEOS.)
2025 wurde das Konzept für die Low-Traffic-Grätzel erarbeitet. Low-Traffic-Grätzel sind eine schnelle und günstige Möglichkeit, mit Tactical-Urbanism-Maßnahmen, also zum Beispiel mit dem Aufstellen von Pollern als Modalfilter oder von Blumenkisteln, Grätzelverkehr zu beruhigen, um den KFZ-Durchzugsverkehr zu unterbinden, die Zufahrt aber weiterhin zu ermöglichen. So kann man Grätzel, vor allem Wohngrätzel, Grätzel, wo es Schulen und Kindergärten gibt, beruhigen, die Aufenthaltsqualität dort steigern, Schulwege sicherer machen und einfach insgesamt für mehr Lebensqualität sorgen. Das ist gerade in Zeiten der Budgetkonsolidierung natürlich wichtig, weil man so günstig schnell etwas umsetzen kann. Der Klimawandel macht natürlich nicht halt, wenn wir Budgetprobleme haben, deshalb müssen wir weitertun, denn nichts zu tun, wäre noch viel teurer.
Dann gibt es noch Projekte in Forschung und Entwicklung, an denen sich die Stadt Wien beteiligt: im Mobilitätsbereich das Projekt C-ITS, das steht für Cooperative Intelligent Transport Systems, wo die Stadt Wien im Rahmen der europäischen C-Roads-Plattform an der Ausrollung mitarbeitet. Es geht darum, dass die Straßeninfrastruktur mit den Fahrzeugen kommuniziert. Das führt einerseits zu mehr Sicherheit für Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer, kann aber, wie hier im konkreten Fall, auch dazu eingesetzt werden, um den öffentlichen Verkehr zu priorisieren.
2025 wurde der neue Dienstleistungskonzessionsvertrag für den Ausbau der öffentlichen E-Ladeinfrastruktur erarbeitet und mittlerweile auch abgeschlossen. Also auch für die Autofahrerinnen und Autofahrer tun wir etwas - für die, die klimafreundlich mit einem E-Auto unterwegs sind.
Last but not least möchte ich noch kurz den Retentionsraum Wienfluss erwähnen. Ich erinnere an das Hochwasser 2024, wo wir in Wien sehr glimpflich davongekommen sind, aber auf Grund der Klimakatastrophe müssen wir natürlich mit häufigeren und womöglich auch noch stärkeren Hochwässern und Überflutungen rechnen. Deshalb bringen wir die Stadt, insbesondere den Wienfluss, jetzt schon in Stellung, um damit zurechtzukommen. Die Ufersicherungen werden in Stand gesetzt und neu gebaut, und das Retentionsvolumen des Beckens wurde erhöht.
Mit all diesen und vielen weiteren Projekten haben wir in Wien auch 2025 gezeigt, wie wir es lebenswerter, gesünder und klimaresilienter machen können. Es ist uns, glaube ich, viel Tolles gelungen. Es bleibt noch viel zu tun, und wir bleiben dran. - Danke schön. (Beifall bei NEOS und SPÖ.)
Vorsitzende GRin Marina Hanke, BA: Tatsächliche Redezeit war neun Minuten, fraktionelle Restredezeit ist zwei Minuten.
Als Nächster zu Wort gemeldet - mit einer selbst gewählten Redezeit von zwölf Minuten - ist Herr GR Kilian Stark.
GR Kilian Stark (GRÜNE): Danke schön, Frau Vorsitzende. - Sehr geehrte Frau Stadträtin, sehr geehrte Damen und Herren!
Der Erstredner der SPÖ hat es ja gesagt, diese Geschäftsgruppe umgibt uns sehr viel in der Stadt. Es ist aus meiner Sicht definitiv das Zukunftsressort für diese Stadt, denn sie entscheidet sehr maßgeblich darüber, ob Wien in der Klimakrise funktioniert. Es geht nicht nur um Zahlen, es geht nicht nur um Bauprogramme oder um Zuschüsse, sondern es geht darum, ob Wien in Zukunft kühler oder heißer wird, ob Menschen in Zukunft ohne eigenes Auto mobil sein können und ob die Öffis auch im Sommer gut funktionieren.
Rechnungsabschluss ist immer eine Zeit der Bilanz. Da muss man leider Gottes sagen, dass wir in vielen der zentralen Fragen in die falsche Richtung rennen. Wir rennen in die falsche Richtung beim Schutz von urbanen Hitzeinseln. Wir rennen in die falsche Richtung beim Modal Split, bei den Klimazielen und auch beim Hitzeschutz in den Öffis.
Es ist ja nicht gesagt, dass gar nichts passiert. Es passieren viele Dinge, die in die richtige Richtung gehen. Bei vielen haben Sie unsere Unterstützung, aber wir sind nun einmal in einer Situation, in der man sich nicht nur fragt, ob wir in die richtige Richtung gehen, sondern auch, ob es reicht. Da muss man sagen, beim Hitzeschutz reicht es nicht, bei der Verkehrswende reicht es nicht und beim Klimaschutz reicht es nicht.
Zu meinem ersten Punkt, zur Stadtplanung und dem Schutz der Kaltluftschneisen: Da muss man sagen, dass der Stadtentwicklung jetzt eine ganz zentrale Rolle zukommt. Die Frage ist auch, wie sich die Stadt in genau solchen Phasen wie jetzt, in Hitzephasen, verhält. Da ist es ganz wichtig, was wir mit unseren Frisch- und Kaltluftschneisen machen, weil die darüber entscheiden, wie stark die vom Tag überhitzten Grätzel in der Nacht abkühlen können. Deshalb sind diese Kaltluftschneisen
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