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Gemeinderat, 16. Sitzung vom 23.06.2026, Wörtliches Protokoll  -  Seite 60 von 118

 

verbindet. Uns verbindet der Kampf für die Kultur. Das heißt, wir haben eigentlich das Jahr der größtmöglichen Resilienz, auf das wir zurückblicken. Und dann gab es natürlich auch einen Bruch, das müssen wir auch sagen, und der hat auch etwas mit den Bundesregierungen der letzten Jahre zu tun, mit der Tatsache, dass Österreich europaweit so lange das Schlusslicht in der Inflationsbekämpfung war, denn das hat natürlich auch andere Gehaltsabschlüsse im öffentlichen Dienst zur Folge gehabt und diese haben als Brandbeschleuniger gewirkt und uns vor völlig neue Herausforderungen gestellt. Das 25er Jahr haben wir auch noch ganz gut hingekriegt, Gott sei Dank. Wir werden auch in Zukunft dafür sorgen, dass es weiter so geht.

 

Womit haben wir es denn zu tun? - Wir haben ein Kulturbudget von 368 Millionen, das war damals eine Steigerung von 13 Prozent gegenüber dem Jahr 2024. Wir haben damit einen Prozentsatz im städtischen Budget von 1,72 Prozent. Und wir haben gesehen, und da wollen wir auch ein Monitoring anregen, dass Kultur ein unglaublicher Wertschöpfungsmotor ist. Alleine - es gibt eine neue Studie - im Bereich der bildenden Kunst über 6 Milliarden EUR in Österreich. Das heißt, das ist wirklich ein Wirtschaftsmotor von Wien.

 

Und was haben wir gemacht? - Ich versuche jetzt nur große Felder zu erwähnen. Wir haben neue Institutionen geschaffen. Wir haben eine Institution geschaffen, die wirklich eine kulturpolitische Lücke geschlossen hat, nämlich das Fotoarsenal, ein langer Wunsch der Fotografieszene in Wien. Wir haben ein Areal in der Nähe vom Hauptbahnbahn besetzt. Es hat sich herausgestellt, das - obwohl viele gesagt haben, das ist so weit weg und so weiter - wirklich zu einem Publikumsmagnet geworden ist. Alleine beim Eröffnungswochenende haben sich dort über 7 000 Menschen getummelt. Das ist wirklich auch ein neuer Leuchtturm geworden, der uns gelungen ist. Wir haben den Spatenstich vom Atelierhaus gemacht, das ist diese andere Seite, wo wir sagen, wir kümmern uns auch um die Arbeitsverhältnisse, um Räume für bildenden Künstlerinnen und Künstler. Auch das ist ein Modell, da gibt es ein paar in Europa, aber jetzt werden wir Vorreiter in der Größe und in der Ausstattung sein. Das ist gelungen.

 

Wir haben zum Beispiel mit dem Koalitionspartner das QWIEN von Anfang an erdacht, erfunden, ein neuer wissenschaftlicher Ort, der sich um die Geschichte, aber auch um die Gegenwart queeren Lebens kümmert, eine Bibliothek hat, ein Veranstaltungsort ist, ein Versammlungsort. Wir haben unterschiedliche Aspekte damit abgedeckt.

 

Wir hatten 2025 das Johann-Strauss-Jahr. Sie können sich vorstellen, ich könnte eine solche Summe zu jetzigen Zeiten nicht mehr ermöglichen, aber das Johann-Strauss-Jahr war ein Motor, der vieles verbindet, der in die Breite gegangen ist, der die unterschiedlichsten Akteurinnen und Akteure aus der freien Szene miteingebunden hat. Es gab drei Säulen, klassische Aufführungen, Operetten von Johann Strauss im Theater an der Wien, aber dann eben auch in den Parks mit von Johann Strauss und seinerzeit inspirierten bis hin zu ganz frei assoziierten Veranstaltungen. Das ist wirklich gelungen. Und wir werden auch sehen, wenn die Bilanz und der Rechnungsabschluss fertig sind, dass sie auch gut gewirtschaftet haben. Wir hatten 400 000 BesucherInnen, 404 Aufführungen, 80 Projekte, 23 Bezirke. Johann Strauss war sozusagen wie ein Trampolin. Das ist Traditionspflege im besten Sinn, traditionelle Kunst zu nehmen und sie gleichzeitig als Inspirationsmoment zu benützen.

 

Dann haben wir die neue Institution MEZEKERE. Das ist ein neuer Kunstraum und auch ein Ausstellungsort im ehemaligen Sophienspital für Kunstpraktiken aus dem globalen Süden, von Menschen, die mit migrantischem Hintergrund hierherkommen, einfach ein lebendiger Community-Ort. Und ich weiß nicht, wer von Ihnen zum Beispiel Amoako Boafo kennt. Das ist ein Künstler aus Ghana, der in Wien studiert hat und in Venedig ist. Sein Vater war Fischer, seine Mutter war Köchin und die haben sich diesen Gang nach Europa vom Mund abgespart. Er hat hier studiert, und er ist ein Weltkünstler geworden. Leider kann sich die Stadt Wien kein Bild mehr leisten, der ist im MoMA und sonst wo ausgestellt. Das heißt, das ist eines der vielen Beispiele von gelungener Integration von Menschen, die aus unterschiedlichen Kontinenten, aus dem globalen Süden hier herkommen, die aber, weil sie die Chancen haben, einen Raum bekommen, vielleicht ein Stipendium bekommen, hier Weltkarriere machen. Und das sind Zeichen, die Wien als internationale Metropole setzen kann. Und ja, vielleicht schenkt er uns irgendwann einmal ein Bild oder wir könnten jetzt ganz gut Bilder brauchen, die wir verkaufen können. Aber es ist nur ein Zeichen dafür, solche Leute sollen in Wien auch eine Heimat finden können und exzellente Arbeiten machen. Das ist auch der Sinn von MEZEKERE, die eigentlich vom Kulturthema ausgegangen ist. (Beifall bei SPÖ und NEOS.)

 

Dann haben wir in der Klubkultur sehr viele von uns, vor allem die Jüngeren, ein gemeinsames Anliegen und haben zum Beispiel das Projekt Freespace ermöglicht. Freespace ist ein konsumfreier Raum unter einer Brücke beim Donaukanal. Was fließt da? - (Zwischenruf: Donaukanal!) - Ja, Donaukanal, dann ist das der Donaukanal. - Es ist jedenfalls einfach berauschend. Als ich unter der Brücke war, habe ich getanzt, es war großartig, was da für ein neuer Raum für junge Leute entstanden ist, das muss man auch mal feiern. Das war möglich mit diesem Budget.

 

Auch für die Wissenschaft - Stefan Gara hat das wunderbar gesagt, und ich weiß auch, dass wir mit dem GR Gorlitzer durchaus auf einer Schiene sind: Man kann nie genug Geld haben. - Das wissen wir alle, und wir kämpfen darum, aber man muss sagen, Wien fokussiert. Wir haben uns auf den digitalen Humanismus fokussiert und haben jetzt die zweite Ausgabe einer internationalen Konferenz, die ja letztes Jahr zum ersten Mal stattgefunden hat, gemeinsam mit der TU, gemeinsam mit den Unis, gemeinsam mit unterschiedlichen Stakeholdern, da der digitale Humanismus in einer Zeit, wo Digitalisierung sehr stark den demokratischen Raum betrifft und auch gefährdet, wichtig ist. Letztes Jahr hatte die Konferenz

 

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