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Gemeinderat, 16. Sitzung vom 23.06.2026, Wörtliches Protokoll  -  Seite 58 von 118

 

Berührung mit Kultur. Und mit Programmen wie CASH.FOR.CULTURE oder GO.FOR.CULTURE werden auch junge Menschen und Lehrlinge an Kunst und Kultur herangeführt.

 

Besonders erfreulich sind auch die Zahlen für die Wiener Volkshochschulen. Erstmals seit der Gründung der GmbH wurden mehr als 300 000 Teilnahmen verzeichnet, und sie erreichen mittlerweile fast 10 Prozent der Wiener Bevölkerung. Ich glaube, das ist eine schöne Zahl. 90 Prozent der Angebote finden in Präsenz statt, der Bedarf an Sprachen, Gesundheit und Bewegung ist groß. Mit der neuen Volkshochschule am Sophienpark wurde außerdem die modernste VHS Wiens fertiggestellt. Das ist dort überhaupt besonders spannend, weil MEZEKERE dort untergebracht ist. Es gibt dort einen Gemeindebau und eben die VHS - besser kann es einfach gar nicht sein, Kultur und Bildung direkt vor der Haustür der Menschen.

 

Vor kurzem wurde auch in der Attemsgasse im Stadtquartier Rote Emma eine neue VHS in der Donaustadt eröffnet. Schon der erste Tag hat gezeigt, dass das eine gute Entscheidung war, denn der Bedarf ist wirklich hoch. Die Volkshochschulen sind nicht nur Orte der Bildung, sie sind auch wichtige Orte der Kultur. Hier wird einfach eine Brücke von der Bildung zur Kultur geschlagen. Das zeigt sich etwa bei der Kleinen Galerie, die demnächst ihren 80. Geburtstag feiert. Dort wird Kunst nicht gezeigt, dort wird Kunst vermittelt. Daher sind Institutionen wie diese einfach unverzichtbar für diese Stadt, denn Bildung heißt nicht nur Fakten zu lernen, Bildung heißt auch, die Welt lesen zu lernen, und die Kultur, das wurde heute schon erwähnt, ist etwas für unser Herz. (Beifall bei der SPÖ.)

 

Gerade in einer Zeit, in der Antisemitismus und demokratiefeindliche Tendenzen wieder zunehmen, ist Erinnerungskultur besonders wichtig. Mit dem Call "Zeitgemäße Formen des Erinnerns" wurden neun Projekte unterstützt. Besonders spannend ist, dass Geschichte hier nicht nur erzählt, sondern gemeinsam erforscht und künstlerisch bearbeitet wird. Denn Erinnerung ist nichts, was einmal erledigt ist, jede Generation muss neu lernen, wohin Ausgrenzung, Hass und autoritäres Denken führen können. (Beifall bei der SPÖ.)

 

Zur Erinnerungskultur gehört aber auch der Erhalt unseres kulturellen Erbes, Kollege Weber hat es heute schon erwähnt. Die Sanierung des Stadttempels ist besonders wichtig, denn er ist Symbol für jüdisches Leben in Wien, für die Geschichte dieser Stadt und für unsere Verantwortung. Und wer aus all diesen vielen, vielen Projekten, von denen wir heute schon gehört haben, eine ideologische Einseitigkeit konstruiert, der übersieht die tatsächliche Breite dieser Stadt. Wien ist groß genug für das Wienerlied und für die zeitgenössische Kunst, für Operette und Performance. Wien ist nicht entweder Tradition oder Innovation, nicht entweder Hochkultur oder freie Szene, nicht entweder Innenstadt oder Bezirk. Wien ist all das. Und all das hat dazu beigetragen, dass möglichst viele Menschen Zugang zu Kunst und Kultur haben, denn Wien spielt alle Stücke. (Beifall bei SPÖ und NEOS.)

 

Ich möchte mich an dieser Stelle auch herzlich bedanken beim Büro von Veronika Kaup-Hasler. Danke, dass ihr uns immer so gut unterstützt und durchträgt. Danke auch an die MA 7, an den Patricio Canete und an den Daniel Löcker, danke an die MA 8 und an die MA 9, an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Volkshochschulen, und danke auch an den Vorsitz, danke an dich, Petr. Und danke auch an die Ewa Johler, die derzeit ja nicht bei uns sein kann, aber ich hoffe, sie hört zu. Wir wünschen dir alle noch eine gute Mama-Zeit. (Beifall bei SPÖ und NEOS.)

 

Und ich darf jetzt nur sagen, wir stimmen diesem Rechnungsabschluss zu und hoffen, Sie tun das auch. - Danke schön. (Beifall bei SPÖ und NEOS.)

 

Vorsitzender GR Armin Blind: Das waren jetzt acht in Anspruch genommene Minuten. Restredezeit der sozialdemokratischen Fraktion daher sieben Minuten. Ich darf diese einstellen.

 

Als Nächster ist GR Gerhard Schmid zu Wort gemeldet. - Bitte, Herr Kollege, Sie haben das Wort.

 

15.10.26

GR Prof. Mag. Dr. Gerhard Schmid (SPÖ)|: Sehr geehrter Herr Vorsitzender, Frau Stadträtin, geschätzte Kolleginnen und Kollegen!

 

Also wie breit der Kulturbegriff ist, zeigt sich schon daran, dass wir von der Musik bis zur Einbindung der Pornografie sogar in einem medizinischen Zusammenhang hier diskutieren. Es hätte noch ein bisschen die Pornografie in der Weltliteratur gefehlt, aber da wird uns wahrscheinlich auch noch einiges einfallen. (Zwischenruf von StRin Dr. Katarzyna Greco, MIEM.) - Nein, nein, da fällt uns schon was ein. Lesen Sie Heinrich Heine in Paris, der schreibt über die ersten Präservative aus Seide, die bekanntlich nicht sehr sicher waren. (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.)

 

Meine Damen und Herren, kommen wir zum Rechnungsabschluss zurück. Wir haben das Kalenderjahr 2025 zu bewerten und zu beurteilen. Wir haben hier gegenüber 2024 eine Budgetsteigerung, wir haben bei 368 Millionen EUR über 90 Prozent in Förderungen, rund 8 Prozent im Personal, das ist schon eine sehr erfolgreiche Quantität. Wir haben heute über Wissenschaft gesprochen, da ist wirklich nur ein kleiner Teil im Kulturresort beheimatet, da Wissenschaft ja in allen Disziplinen vertreten ist, vor allem im Bereich der Wirtschaft, aber auch im Bereich des Gesundheitswesens. Es ist aber nicht alles, was man tut und leistet, immer in Geld zu bewerten, sondern man kann ja auch Akzente, Impulse setzen, für ein wissenschaftsfreundliches Klima sorgen und damit auch Begegnungen fördern - und das tut ja die Stadt, - die zum wissenschaftlichen Austausch führen und diesen auch wirklich fördern.

 

Erlauben Sie mir in den wenigen Minuten, die mir zur Verfügung stehen, dass ich heute auf die Wiener Symphoniker eingehe, das Orchester der Stadt Wien, das 2025 mit 21 Millionen EUR kalkuliert wurde. Die Gesamtkalkulation, also mit Ausnahme der Einspielungen, war bei 29 Millionen EUR. Die Wiener Symphoniker haben 2025 nicht nur ein großartiges Programm vorgelegt, es war ja das Festjahr 125 Jahre nach der Gründung der Wiener Symphoniker mit ihrem noch relativ

 

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