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Gemeinderat, 16. Sitzung vom 23.06.2026, Wörtliches Protokoll  -  Seite 55 von 118

 

ein, der null Euro Förderung bekommen hat. Dort waren alle Schauspielerinnen und Schauspieler mit mir gemeinsam ehrenamtlich unterwegs. (Zwischenruf von StR Stefan Berger.) Wir haben fünf bis sechsmal die Woche für die großen Auftritte geprobt. An zwei Wochenenden waren wir freitags, samstags und sonntags voll ausgebucht. Die Leute haben gerne mit ihrem Eintritt bezahlt. Dort war nichts gratis, dafür haben sie aber hochqualitative Aufführungen erhalten, von Lessing, Kishon, Raimund oder Goethe. Das war wirklich hohe Kultur, toll mit ganz viel Herzblut von den Menschen dargestellt. Dabei hat man gesehen: Man muss nicht immer alles zu Tode fördern. Die Leute kommen, wenn ein Angebot gut ist. (GR Lukas Brucker, MA: Jawohl!) Und darauf war ich sehr stolz! (Beifall bei der FPÖ.)

 

Öffentliche Förderung muss sich daher auch am öffentliche Interesse orientieren, und nicht an einer linken Szenepolitik, an ideologischer Selbstdarstellung, und auch nicht an Projekten, die nur einen sehr engen Kreis erreichen und dann als gesellschaftlich besonders wertvoll verkauft werden. Es geht um eine Kulturpolitik, die verbindet, um eine Kulturpolitik, die die Identität stärkt, statt sie ständig in Frage zu stellen, um eine Kulturpolitik, die den Menschen dient und nicht einer abgehobenen linken Förderblase. Daher ersuchen wir um Zustimmung zu diesem Antrag.

 

Zum Abschluss darf ich auch darauf hinweisen: Wer sich die von mir angesprochenen Theaterstücke anschauen will, bei denen ich nicht mehr mitspiele, weil mir als Vollzeit-Berufspolitiker dafür mittlerweile die Zeit fehlt, empfehle ich gerne den Verein Berghoamat in 1030 Wien: Dort werden regelmäßig tolle Stücke von ganz vielen ehrenamtliche Menschen aufgeführt, die mit Herzblut für die Kultur brennen und nicht am Gängelband der Stadtregierung hängen. (Beifall bei der FPÖ.)

 

Vorsitzende GRin Marina Hanke, BA: Die tatsächliche Redezeit war neun Minuten. Die fraktionelle Restredezeit ist drei Minuten.

 

Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr GR Reindl. Selbst gewählte Redezeit: acht Minuten. - Bitte.

 

14.46.32

GR Mag. Thomas Reindl (SPÖ)|: Sehr geehrte Frau Vorsitzende, sehr geehrte Frau Stadträtin!

 

Von meinem Vorredner haben wir gerade gehört, was Kunst und Kultur sind und was Kunst und Kultur können, nämlich alle Schichten in einer Bevölkerung ansprechen und für alle Schichten in der Bevölkerung da sein. Dabei soll nicht unterschieden werden, ob es einem gefällt oder einem nicht gefällt, sondern Kunst und Kultur ist ein Universalmittel und für alle.

 

Dass das bei rechten Regierungen nicht sehr gut ankommt, sieht man in der Slowakei, in Ungarn, in Polen und jetzt in Tschechien, wo als Erstes sofort in den Kunst- und Kulturinstitutionen eingegriffen wird. (Zwischenruf von StR Stefan Berger.) Dort werden unwillige Theaterdirektoren oder Fernsehdirektoren gekündigt beziehungsweise rausgeschmissen und ganze Branchen rausgehaut. In Ungarn werden sogar Universitäten aus dem Land rausgeschmissen. Das ist natürlich das Vorbild für die FPÖ. Das würden sie gerne auch in Österreich machen, wenn sie einmal die Chance dazu bekommen. (StR Stefan Berger: So ein Blödsinn!) Ich hoffe, dass das nie der Fall sein wird! (Beifall bei SPÖ und NEOS. - Zwischenrufe bei der FPÖ.)

 

Eigentlich wollte ich ja über Film und die Bilanz des Filmes vom vorigen Jahr reden, ich muss jetzt aber sehr wohl auf meine Vorredner ein wenig eingehen. (Zwischenruf von StR Stefan Berger.)

 

Wenn hier jetzt schon das Theater im Prater verteufelt wird, bevor es überhaupt noch fertig ist und begonnen wird … GR Brucker hat es gesagt: Weil es eine Konkurrenz für die anderen Bühnen in Wien ist. (GR Lukas Brucker, MA: Das stimmt doch gar nicht!)

 

Dem kann ich nur entgegnen: Ja! Gut so! Konkurrenz belebt das Geschäft. Ich hoffe, dass auch durch das Theater im Park, das eine große Herausforderung für die Wiener Bühnen ist, weil es natürlich eine gewisse Qualität bieten wird. Diese bieten zwar auch wir mit unseren jetzigen Bühnen, aber Konkurrenz belebt das Geschäft. Ich bin gespannt, wie das ausgeht. Ich glaube auch, dass hier durchaus die eine oder andere Anpassung noch kommen wird, aber gegen 100 Millionen EUR Wertschöpfung im Jahr kann man auch bei der FPÖ nicht sein.

 

Es wird auch im Hinblick auf die Festwochen kritisiert, dass selbsternannte Wunderheiler agieren. - Mich erinnert diese Aktion von Milo Rau in erster Linie einmal an Marina Abramović, die 736 Stunden im Museum of Modern Art eine Aktion gemacht hat. Bei "The Artist is Present" saß sie an einem Tisch mit einem leeren Sessel, auf den man sich setzen konnte und 15 Minuten nicht durch Sprechen, sondern ganz einfach durch Ansehen kommunizieren konnte. (Zwischenruf von GR Lukas Brucker, MA.)

 

Das ist ganz interessant. Schauen Sie sich das auf YouTube an, wenn Sie so viel Zeit haben! Ich würde mir nur ein paar bestimmte Stellen anschauen, dabei lernen Sie etwas!

 

Dieser selbsternannte Wunderheiler bei den Festwochen ist aber vielleicht auch eine Antwort auf Herrn Kickl während der Corona-Zeit, der im Prater den Menschen in Österreich Pferdewurm-Mittel und Ähnliches empfohlen hat, damit sie von Corona geheilt werden. (Zwischenruf von StR Stefan Berger.) Vielleicht denken Sie einmal darüber nach! (Beifall bei SPÖ und NEOS. - Zwischenruf von StR Stefan Berger.)

 

Heute wurde von GR Brucker der kulturpolitische Sündenfall der FPÖ von 1995 wiederholt, als nämlich in Wien plakatiert wurde: "Lieben Sie Scholten, Jelinek, Häupl, Peymann, Pasterk… oder Kunst und Kultur? "(GR Lukas Brucker, MA: Sie haben es nicht verstanden!) Dieser Sündenfall wird heute von einem Redner der FPÖ wiederholt, indem er sagt: Rau raus! - Das ist schändlich! Schämen Sie sich dafür! (Beifall bei SPÖ und NEOS. - GR Lukas Brucker, MA: Herr Vorsitzender, Sie haben den Kontext nicht verstanden!)

 

Es ist ein Tabubruch der Sonderklasse, dass Sie so etwas machen! (Zwischenruf von StR Stefan Berger. - Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)

 

Zum Thema Film möchte ich kurz erwähnen, dass das vorige Jahr ein sehr erfolgreiches Filmjahr für Wien

 

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