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Gemeinderat, 16. Sitzung vom 23.06.2026, Wörtliches Protokoll  -  Seite 48 von 118

 

logie?, sondern: Was soll Technologie für den Menschen leisten? (Beifall bei NEOS und SPÖ.) Gerade bei künstlicher Intelligenz wird dieser Frage immer wichtiger, denn sie verändert nicht nur unsere Wirtschaft, sie verändert unser Bildungssystem, sie verändert Gesundheit. Aber eines darf man nie außer Acht lassen - und darum geht es beim digitalen Humanismus: Der Mensch steht immer im Mittelpunkt. Technologie muss dem Menschen dienen und nicht umgekehrt. Deswegen haben wir in Wien auch genau diesen Fokus auf den digitalen Humanismus gesetzt und werden morgen auch ein sehr großes neues Projekt ankündigen. Aber es geht hier nicht nur um Forschungsprojekte und internationale Konferenzen, es geht auch um diesen internationalen Austausch. Eines ist immer wichtig in dieser Diskussion: Technologischer Fortschritt braucht einen menschlichen Kompass. Den setzen wir.

 

Das, glaube ich, macht Wien wirklich stark. Wir sind eine europäische Wissenschaftsmetropole. Jetzt kann man immer wieder diskutieren: Andere Städte machen mehr, natürlich, andere Städte setzen auch unterschiedliche Schwerpunkte, aber wir sind eine anerkannte Wissenschaftsmetropole. Wir sind einfach schon mehr als nur die Stadt der Kultur, wie es gerne diskutiert wird. Ich glaube, wir haben uns hier einen sehr, sehr guten Namen geschaffen, und es ist auch kein Zufall, dass immer mehr Forscherinnen und Forscher nach Wien kommen.

 

Wir setzen diese Prioritäten. Ich habe es beim Complexity Science Hub gesagt, wir machen das auch bei der Ludwig Boltzmann Gesellschaft. Auch hier verändern wir natürlich Förderungen, weil neue Institutionen aufgebaut werden. Ein ganz, ganz großer Motor in dieser Forschungslandschaft ist der Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds, der WWTF - von dieser Seite herzlichen Dank an den Geschäftsführer Michael Stampfer und sein ganzes Team. Eines muss man sagen: Der Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds - und das ist uns besonders wichtig - hat sich auch einem internationalen Expertengremium gestellt, um einfach evaluieren zu lassen: Wie effektiv ist Forschung? - Hier geht es um Transparenz. Das Ergebnis war, dass der WWTF zu den erfolgreichsten regionalen Forschungsförderern Europas zählt. Das zeigt, Wien investiert nicht zufällig, Wien investiert strategisch. (Beifall bei NEOS und SPÖ.)

 

Talente folgen Ideen. Es war ein sehr spannender Schritt im letzten Jahr mit "Building Future in Vienna", als gemeinsam verschiedene Universitäten - von der Uni Wien, der TU Wien bis zur MedUni Wien - und der WWTF gezielt Spitzenforscherinnen und -forscher nach Wien geholt haben. Warum? - Weil Wissenschaft ein globaler Wettbewerb um Talente ist. Talente folgen Ideen, und Talente gehen dorthin, wo Wissenschaft geschätzt wird, und Wissenschaft wird in Wien geschätzt. Sie gehen dorthin, wo Freiheit herrscht, wo Zusammenarbeit möglich ist, wo Zukunft gestaltet wird. Jeder Spitzenforscher, jede Spitzenforscherin bringt neues Wissen, bringt neue Netzwerke ein. Davon leben die Wissenschaft, die Forschung und letztendlich auch die Innovation. Wissenschaftspolitik ist deswegen auch immer Standortpolitik.

 

Ein für mich sehr, sehr wichtiger Bereich, wo Wissenschaft schon sehr früh wirken kann: Wir müssen - und wir machen das auch - Bildung, Forschung und Innovation zusammen denken. Wer über Wissenschaft spricht, muss auch über Bildung sprechen, denn Innovation entsteht nicht erst im Labor. Innovation entsteht auch schon im Kindergarten, sehr früh, sie setzt sich in den Schulen fort, und sie entfaltet sich dann letztendlich auch an den Universitäten, Fachhochschulen und Forschungseinrichtungen.

 

Gerade im Zeitalter der künstlichen Intelligenz stehen unsere Schulen vor - wie ich einmal sage - historischen Aufgaben. Sie müssen technologische Kompetenzen vermitteln und gleichzeitig jene Fähigkeiten stärken, die Maschinen nicht ersetzen können. Es geht um Neugier, es geht um Kreativität, es geht um Empathie, es geht um Urteilsvermögen, und es geht auch um kritisches Denken. Genau das verfolgen wir auch mit dem Prinzip des Digitalen Humanismus.

 

Ich möchte jetzt ein konkretes Beispiel bringen, das nicht direkt mit dem Ressort der Frau Stadträtin zu tun hat, das aber zeigt, wie Wissenschaft, Forschung und Bildung hier gemeinsam gedacht werden. Gemeinsam mit der Stadt Wien und der TU Wien wurde auch heuer wieder der Digital Girls Hackathon veranstaltet. Dabei entwickeln junge Schülerinnen aus unterschiedlichen Schulen Wiens mit unterschiedlichem Background ganz einfach spannende digitale Anwendungen. Viele von denen können nicht sehr gut Deutsch, sie können sich aber bei einer gemeinsamen Sache verständigen, und dieses gemeinsame Verstehen führt auch zu gemeinsamem Lernen, und dabei lernen sie auch die Sprache.

 

Ich glaube, dieses integrative Lernen ist wichtig, also nicht nur Technologie zu konsumieren, sondern diese auch aktiv zu gestalten. Darum geht es nämlich. Es geht nicht nur darum, reine Programmierbefehle auszuführen, sondern es geht darum, Probleme kreativ zu lösen, mit dem sogenannten Ansatz des Creative Coding zusammenzuarbeiten, Fragen zu stellen, Verantwortung zu übernehmen. Kurz gesagt: Die jungen Menschen kommen vom Konsumieren zum Gestalten, und genau das brauchen wir im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz. (Beifall bei den NEOS.)

 

Ein letzter Gedanke: Wissenschaft braucht Freiheit, und Wien verfolgt genau dieses Prinzip. Das ist der Grund, warum viele Menschen nach Wien kommen, weil sie diese Freiheit haben. Die Zukunft - das ist mir ein wichtiger Punkt, und deswegen ist es so wichtig, in der Schule damit zu beginnen - gehört jenen Menschen, die sie auch selber gestalten. - Vielen Dank. (Beifall bei NEOS und SPÖ.)

 

Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Zum Wort gemeldet GRin Mag. Malle; acht Minuten. - Bitte schön.

 

14.02.19

GRin Mag. Mag. Julia Malle (GRÜNE)|: Sehr geehrter Herr Vorsitzender, sehr geehrte Frau Stadträtin, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, liebe ZuseherInnen zu Hause!

 

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