Gemeinderat, 16. Sitzung vom 23.06.2026, Wörtliches Protokoll - Seite 36 von 118
nächsten Maßnahmen stehen am Start, betreffen aber auch das Jahr 2026.
Wien ist eine junge Stadt, und unsere Angebote wachsen mit. Wir haben 2025 die Summer City Camps mit rund 34 500 Plätzen betrieben. Besonders stolz bin ich ebenso auf den Ausbau der Plätze für Kinder mit Behinderungen um 1 040 Plätze. Sie sind für die offene Kinder- und Jugendarbeit wirklich das verlässliche Rückgrat für die Kinder und Jugendlichen in dieser Stadt und leisten einen enorm wichtigen Beitrag.
Integration - nicht nur von Kindern und Jugendlichen, sondern auch von Zugewanderten - gelingt dort, wo Menschen Sprache, Bildung und eine Perspektive haben. Das ist auch unser Investitionsschwerpunkt 2025 gewesen. Über das Programm StartWien begleiten wir neu zugewanderte Menschen von Anfang an in den Themenbereichen Aufenthaltsrecht, Arbeitswelt und Bildungssystem. Neu hinzugekommen sind auch das Angebot "Leichter Deutsch lernen in Wien" sowie ein Konversationsclub, durch den Deutsch im Alltag leichter erlernt werden kann.
Vielleicht auch ganz wichtig: Mit der "Level Up - Erwachsenenbildung" haben wir 2025 rund 3,4 Millionen EUR in die Basisbildung und das Nachholen von Pflichtschulabschlüssen investiert. Wir haben im Jahr 2025 auch erstmals mit Sommerdeutschkursen für Schulneulinge begonnen, das heißt für Kindergartenkinder, die den Kindergarten verlassen und im Übertritt in die Schule sind. Wir verdreifachen dieses Angebot in diesem Sommer 2026, weil das sehr, sehr gut angenommen wurde. (Beifall bei NEOS und SPÖ.)
Die MA 35 hat auch im Jahr 2025 große Fortschritte gemacht, obwohl man natürlich auch da hergehen und alles schlechtreden kann. Was aber vollkommen klar ist: Die MA 35 ist eine Behörde, die mit enorm wachsenden Aufgaben konfrontiert ist und diese Aufgaben auch abarbeiten muss. Sie hat im Jahr 2025 insgesamt 143 000 Verfahren erledigt. Die durchschnittliche Verfahrensdauer sank allein in diesem einen Jahr wiederum auf 42 …, also um 7 Prozent, und im EWR-Bereich sogar um 39 Prozent.
Ich sehe, meine Zeit läuft aus. Das geht sich alles einfach nicht aus. (Heiterkeit bei GR Harald Zierfuß.) Ich war gerade letzte Woche erst wieder bei der MA 35, die selbst in diese Maßnahmen investiert und überlegt, wie sie effizienter und schneller werden kann. Wir haben dort eine Abteilung mit MitarbeiterInnen, die extrem stolz darauf sind, was sie in den letzten fünf Jahren gemeinsam mit der Verwaltung geleistet haben. Ich bitte Sie, dies auch anzuerkennen und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für das, was sie täglich leisten, Respekt zu zollen. (Beifall bei NEOS und SPÖ.)
Vorsitzender GR Armin Blind (unterbrechend): Bitte nur auf die Zeit zu schauen.
VBgm.in Mag. Bettina Emmerling, MSc (fortsetzend): Weil ich nur noch einen Satz habe und auf den Rest leider nicht mehr eingehen kann, möchte ich nur noch ganz kurz allen MitarbeiterInnen der Magistratsabteilungen, allen Pädagoginnen und Pädagogen im Kindergarten, in der Schule und in allen Bereichen, die meinen Geschäftsbereich betreffen, vor allem aber auch meinem Büro und allen MitarbeiterInnen meinen herzlichen Dank für dieses Jahr ausrichten. Wir haben zusammen, glaube ich, alles gegeben. Ich freue mich auf alles, was kommt. - Vielen Dank und Ihnen noch eine intensive Debatte. (Beifall bei NEOS und SPÖ.)
Vorsitzender GR Armin Blind: Zur Geschäftsgruppe Bildung, Jugend, Integration, Transparenz und Märkte liegen keine Wortmeldungen mehr vor.
Wir kommen daher nun zur Beratung der Geschäftsgruppe Kultur und Wissenschaft. - Grüße Sie, Frau Stadträtin. - Als erste Rednerin ist GRin Edelmann zu Wort gemeldet. Die selbst gewählte Redezeit ist zwölf Minuten. Diese sind eingestellt. - Sie sind am Wort.
GRin Ing. Judith Edelmann (ÖVP): Sehr geehrter Herr Vorsitzender, sehr geehrte Frau Stadträtin, liebe Kolleginnen und Kollegen!
Ich freue mich, dass ich heute hier zum Rechnungsabschluss sprechen darf, und fange gleich mit der Wiener Kammeroper an.
Bislang war die Kammeroper eine Spielstätte der Vereinigten Bühnen Wiens beziehungsweise gehörte sie zum Musiktheater an der Wien. Sie wirkte zentral für die Förderung junger Talente und diente als professionelle Auftrittsmöglichkeit von Wiener Musikstudierenden. Kurzum: Seit Generationen stellte die Kammeroper die Kaderschmiede unseres Opernnachwuchses dar.
Als Hauptspielort des Jungen Ensembles des Theaters an der Wien, genannt JET, bot sie Nachwuchskünstlerinnen und Nachwuchskünstlern eine Plattform für erste Karriereschritte, um intensive Bühnenerfahrung zu sammeln. Das Programm erfasste Raritäten, Barockopern und zeitgenössische Werke in einem intimen Rahmen, ideal für die musikpädagogische Erfahrung.
Bereits seit der Gründung durch Hans Gabor 1953 lag der Fokus auf der Nachwuchsförderung. Mit knapp über 300 Plätzen ermöglichte die Kammeroper eine direkte und intensive Begegnung zwischen Publikum und KünstlerInnen, was für deren Reifeprozess förderlich war. Der Spielplan war künstlerisch anspruchsvoll und breit gefächert. Die Kammeroper am Fleischmarkt diente somit als essenzielle Ausbildungs- und Präsentationsstätte für die nächste Generation von Opernschaffenden.
Was war vergangenen Freitag? - Ich sprach nicht umsonst in der Vergangenheit: Der letzte Vorhang fiel. Mit der letzten Vorstellung von Lady Magnesia in der traditionsreichen Wiener Kammeroper wurde der Spielbetrieb in dieser so wichtigen Wiener Talenteschmiede endgültig eingestellt, nachdem schon 2012 mit der Eingliederung in die Vereinigten Bühnen deren internationaler Gesangswettbewerb Belvedere Einsparungen zum Opfer gefallen war. Kurze Anmerkung: GewinnerInnen dieses Wettbewerbes wie Elīna Garanča wären ohne diese Einrichtungen nicht das, was sie heute sind. (Beifall bei der ÖVP.)
Es folgt nun das endgültige Aus dieser Talenteschmiede mit weltweitem Alleinstellungsmerkmal. Meine Aktion - jetzt darf ich das große Schild zeigen (eine Tafel mit der Aufschrift "Der letzte Vorhang fällt - Wien spart bei der falschen Kultur-Institution!" in die Höhe haltend) -
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