Gemeinderat, 16. Sitzung vom 23.06.2026, Wörtliches Protokoll - Seite 32 von 118
Zu guter Letzt unterstützt beziehungsweise organisiert das Marktamt auch ganz viele Veranstaltungen: Halloween am Schlingermarkt, "Comic Am Markt" am Karmelitermarkt, das Familienfest am Schlingermarkt, den Krampuslauf am Karmelitermarkt oder den Designmarkt am Schlingermarkt. Auch verschiedene Sommerkino-Darbietungen finden auf Märkten statt. Auch all das ist da, um Grätzel zu beleben und Orte in der Stadt zu schaffen, wo Kultur stattfindet, wo Einkaufen stattfindet und wo interessante Dinge passieren.
Der Höhepunkt jedes Jahr ist die Lange Nacht der Wiener Märkte, die heuer mit 227 000 Menschen einen BesucherInnenrekord hatte. Für alle, die noch nicht dabei waren: unbedingt hingehen. (Beifall bei SPÖ und NEOS.)
Ein letzter wichtiger Hinweis von meiner Seite auch an alle Zuhörerinnen und Zuhörer: Es gibt eine eigene Wiener-Märkte-App. Es gibt auch eine wirklich fantastische Facebook-Seite und jetzt sogar eine Instagram-Seite. Dort kann man den Wiener Märkten folgen und ganz sichergehen, dass man zukünftig nichts mehr versäumt.
Jetzt zu meinem Kernthema, der MA 56, Wiener Schulen: Im Zusammenhang mit Wiener Schulen denken wir ganz oft an Schulbau. Wir denken an Renovierungen. Wir denken an Umstellungen von halbtägigen auf ganztägige Schulen. Ich möchte meinen Schwerpunkt diesmal ein bisschen anders setzen.
Über ganztägige Schulen habe ich schon sehr oft gesprochen. Wir haben hinsichtlich der Anzahl der Schülerinnen und Schüler zwischen vorletztem Jahr und diesem Jahr wieder eine Steigerung von 3,9 Prozent gehabt. Das sind Herausforderungen, die bewältigt werden müssen. Sie werden gut bewältigt.
So hatten wir im Schuljahr 2024/25 noch 94 ganztägig verschränkte Schulen und 64 offene Schulen. Im Schuljahr 2025/26 waren es schon 96 ganztägig verschränkte Volksschulen und 69 offene Schulen. Das sind wichtige Maßnahmen, die auch für Familien immens wichtig sind, weil Berufstätigkeit und Familie dadurch kein Widerspruch mehr ist. Wir wissen, dass die Kinder ganztägig pädagogisch gut begleitet, betreut und unterstützt werden. (Beifall bei SPÖ und NEOS sowie von GRin Mag. Mag. Julia Malle.)
Wir haben so viel über Teuerung und über soziale Probleme gesprochen. Deswegen möchte ich den Schwerpunkt diesmal eben ein bisschen woanders setzen, nämlich auf die Zweckzuschüsse für den Ankauf von Unterrichtsmaterialien sowie Lehr- und Lernmittel.
Ich habe schon einmal darüber gesprochen. Das ist der sogenannte Warenkorb. So wird das umgangssprachlich genannt. Es ist eine immense Erleichterung für Eltern, dass ihre Kinder die notwendigen Schulunterrichtsmaterialien auch in der Schule bekommen. Sie haben die passenden Materialien. Das ist eine wirkliche finanzielle Entlastung für Familien.
Des Weiteren ist es für Lehrerinnen und Lehrer an Pflichtschulen und Berufsschulen auch wirklich eine super Möglichkeit, die Materialien zu kaufen, die sie auch tatsächlich für ihren Unterricht benötigen, um diese passgenau zur Verfügung zu stellen. Dafür wurden heuer rund 8 178 000 EUR an Barmitteln und Materialien sowohl für die Pflichtschulen als auch für die Berufsschulen zur Verfügung gestellt. Das ist ganz klar eine soziale Entlastung.
Das Thema Inklusion hat uns heute auch schon beschäftigt. Hinsichtlich Inklusion möchte ich sagen, dass wir I-Plus-Kräfte angestellt haben, um die inklusive Beschulung von Kindern mit erhöhtem Förderbedarf zu ermöglichen. Diese I-Plus-AssistentInnen unterstützen Kinder bei Dingen des alltäglichen Lebens.
Wir haben 2023 damit gestartet. Es waren damals zehn Personen in Vollzeit. Im Jahr 2025/26 sind es bereits 40 AssistentInnen, die ermöglichen, dass Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf ganztägige Volksschulen besuchen können. So haben wir mittlerweile 120 Kinder in 40 Klassen zusätzlich inklusiv beschult.
Eine wesentliche Erleichterung ist auch der Fahrtendienst für Kinder mit Beeinträchtigungen. Die Stadt Wien gewährleistet, dass in Wien wohnende SchülerInnen einer öffentlichen Wiener Pflichtschule, die auf Grund einer Behinderung keine öffentlichen Verkehrsmittel benutzen können und nicht zuverlässig zur Schule kommen können, einen Fahrtendienst bekommen. Es waren im Schuljahr 2024/25 rund 2 928 SchülerInnen, die so in die Schule und nach der Schule beziehungsweise der schulischen Tagesbetreuung auch wieder nach Hause befördert wurden. Auch das ist eine wirklich einzigartige Sache, die eine unglaubliche Entlastung für Familien darstellt. (Beifall bei SPÖ und NEOS sowie von GRin Mag. Mag. Julia Malle.) - Ja, das verdient wirklich einen Applaus.
Ein letztes Wort zur Deutschförderung - ich zitiere aus dem "Kurier": "Am höchsten war der Anteil der Volksschulkinder, die wegen Problemen mit der Unterrichtssprache Deutsch eine Förderklasse besuchen mussten, in Wels mit 25,4 Prozent, in Traun mit 22,4 Prozent und in Linz mit 21,8 Prozent. Auch Steyr ist noch vor Wien."
Jetzt kann man sagen: Alles gut und schön, wir leben nicht im Vergleich. Dieser Meinung bin ich auch. Ich finde, wir müssen in die Deutschförderung investieren. Ich bin wirklich der Meinung, dass wir nicht zuschauen können, wenn Kinder nicht gut Deutsch lernen. Wenn aber die ÖVP das sagt und Kollege Zierfuß dann anfängt, Rosinen zu picken und Bezirke herauszusuchen, damit Wien ja schlechter ist - man muss ja einen Weg finden, dass Wien schlechter ist -, dann verstehe ich ihn manchmal wirklich nicht. Ich weiß, warum ich in der tollsten Stadt der Welt lebe. Er weiß es anscheinend nicht. (Beifall bei SPÖ und NEOS.)
Wenn sich die ÖVP, solange sie im Bildungsministerium in Verantwortung gewesen ist, ein bisschen um die Deutschförderung gekümmert hätte und darauf geschaut hätte, dass wir nicht gedeckelt werden, dann würden wir heute vielleicht noch besser dastehen. - Vielen herzlichen Dank. (Beifall bei SPÖ und NEOS.)
Vorsitzender GR Armin Blind: Das waren jetzt 13 in Anspruch genommene Minuten. Damit ist die Fraktionsredezeit erschöpft.
Stadt Wien | Geschäftsstelle Landtag, Gemeinderat, Landesregierung und Stadtsenat (Magistratsdirektion)
Kontaktformular