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Gemeinderat, 16. Sitzung vom 23.06.2026, Wörtliches Protokoll  -  Seite 19 von 118

 

Vorsitzende GRin Marina Hanke, BA: Tatsächliche Redezeit war acht Minuten. Fraktionelle Restredezeit ist elf Minuten.

 

Als Nächste zu Wort gemeldet - mit einer selbst gewählten Redezeit von ebenfalls acht Minuten - ist Frau GRin Vasold. - Bitte schön, Frau Gemeinderätin.

 

10.42.07

GRin Mag. Stefanie Vasold (SPÖ)|: Vielen Dank, Frau Vorsitzende. - Sehr geehrte Frau Stadträtin!

 

Kollege Saurer, sich hier herzustellen und zu sagen, es kommt in der Jugendarbeit kein Cent bei den Kindern und Jugendlichen an - ich muss Ihnen sagen, das weise ich wirklich zurück und empfinde das als Frechheit gegenüber der Kinder- und Jugendarbeit in Wien. (Beifall bei SPÖ, NEOS und GRÜNEN.)

 

Es ist auch gegenüber den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen eine Frechheit. (StR Stefan Berger: Na, na, na, na, na!) Ich weiß nicht, ob Sie schon jemals in einem Wiener Jugendzentrum waren, ob Sie sich schon einmal mit der Wiener Parkbetreuung ausgetauscht haben. Ich weiß nicht, ob Sie sich eine Sekunde damit befasst haben, was wir an ehrenamtlichen Jugendarbeitsstrukturen in dieser Stadt haben, von den Pfadfindern bis zur katholischen Jugend, all diese Menschen. Es sind 800 hauptamtliche und viele, viele, viele hundert ehrenamtliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in der Wiener Jugendarbeit. Das dermaßen, ohne einen Wimpernzucker vom Tisch zu wischen und madig zu machen, das ist wirklich unerhört. (Beifall bei SPÖ und NEOS.)

 

Auch Kollegin Malle, habe ich gemerkt, war ziemlich in Fahrt bei negativen Superlativen. Das bin ich eigentlich gar nicht gewohnt, normalerweise - habe ich das Gefühl - haben wir durchwegs eine differenzierte Debatte. Es ist ja in Ordnung, wenn Sie da manche Dinge auch kritisch sehen, aber Sie haben ja gar nicht aufgehört mit negativen Superlativen - von Tiefpunkten und was alles nicht passiert und dass nichts unterstützt wird. Das ist schlicht nicht wahr. (Zwischenruf von GRin Mag. Mag. Julia Malle.) - Nein, das muss ich schon auch in dieser Deutlichkeit sagen. Was heißt denn, nichts wird unterstützt? - Sie reden von Poika. Die bekommen erstens als Verein eine Jahresförderung. Da kann man sagen, okay, die bräuchten mehr, ja. Auch in der Jugendarbeit haben wir budgetäre Rahmenbedingungen, über die wir hier seit Tagen diskutieren, nämlich das größte Defizit in dieser Republik. Das heißt, viel nach oben geht derzeit nicht. Das ist die Situation. Das ändert nichts daran, dass der Verein Poika eine Grundförderung kriegt. Und es ändert nichts daran, dass wir mit den Bildungschancen das erste Mal ein umfassendes Budget aufgestellt haben, wo Schulen Workshops mit der außerschulischen Jugendarbeit buchen können. Es ist schlicht nicht wahr, zu sagen, wir unterstützen das nicht, die kriegen nichts, es passiert nichts. Das stimmt so einfach nicht. (Beifall bei SPÖ und NEOS. - GRin Mag. Mag. Julia Malle: Aber das habe ich so nicht gesagt!)

 

Ich finde, man kann auch sagen, dass es sich bei der Gruppengröße im Kindergarten - ich meine, da sind wir eh einer Meinung - bewegen muss. Es gibt jetzt einen ersten Plan, in nicht nur budgetär schwierigen Zeiten, sondern auch in personell herausfordernden Zeiten, das zu tun. Das wird dann als absurde Idee und als ein Plänchen, das irgendwie das Wort nicht wert ist, abgekanzelt. Man könnte auch anerkennen, dass es Versuche gibt, es in diese Richtung zu machen. Es wird aus vielen Gründen nicht von heute auf morgen gehen, aber wir gehen es an. (GR Armin Blind: Wir brauchen keine Versuche. Wir brauchen messbare und gute Ergebnisse!)

 

Ansonsten würde ich ganz gerne noch zur MA 13 kommen, weil diese Abteilung in vielerlei Bereichen wirklich ganz tolle Dinge macht. Das eine ist der Bereich Erwachsenenbildung, da geben wir 69 Millionen EUR aus. Das ist viel Geld, wo wir mit 40 Vereinen und 60 Einzelprojekten unterschiedliche Aktivitäten setzen. Ein großer Träger ist da zum Beispiel die Volkshochschule, die einerseits Pflichtschulabschlusskurse anbietet, wo beispielsweise im letzten Jahr 1 640 Personen erfolgreich teilgenommen haben. Das andere ist die Wiener Lernhilfe, bei der es darum geht, dass einerseits in Onlinekursen - da gibt es über 2 400 -, aber auch in 17 Stationen der VHS in ganz Wien Kinder und Jugendliche die Möglichkeit haben, kostenlos Lernhilfe in Anspruch zu nehmen. Das haben wir nicht nur in der Schulzeit, sondern das haben wir auch in den Sommermonaten, und es gibt auch spezifische Projekte für einzelne Zielgruppen.

 

Der zweite wichtige große Bereich ist die Jugendarbeit - da waren wir schon kurz. Auch da gibt es 20 Vereine, die im hauptamtlichen Bereich der offenen Jugendarbeit gefördert werden, und mehr als 20, die eben verbandlich tätig sind. Das sind, wie genannt, die Pfadfinder, die katholische Jungschar und viele andere mehr. Die Stadt Wien investiert 49 Millionen EUR, also ganz nichts ist es nicht, und es gibt insgesamt 350 Orte in Wien, wo man die offene und kostenlose Kinder- und Jugendarbeit in Anspruch nehmen kann. Ihr kennt das wahrscheinlich, wart schon einmal in einem Jugendzentrum, in einem Jugendtreff, bei der Parkbetreuung, bei den Ferienspielen - also meine Zeit reicht nicht annährend aus, um darzustellen, welche unterschiedlichsten und wie viele und gute Angebote es in der Jugendarbeit gibt. Sie sind auch durchwegs thematisch unterschiedlich, sodass für alle irgendwie etwas dabei ist.

 

Ich glaube, es ist eine Frage des Respektes gegenüber den 800 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen und eben den vielen, vielen Ehrenamtlichen, das auch wirklich in dieser Qualität, in der es stattfindet, zu sehen und sich zu bedanken. Das möchte ich an dieser Stelle auch tun, nämlich bei den MitarbeiterInnen der MA 13, aber eben auch in der verbandlichen und in der offenen Jugendarbeit, insbesondere bei den vielen, vielen Ehrenamtlichen, die ihre Freizeit darauf verwenden, gute Freizeit mit Kindern und Jugendlichen zu verbringen.

 

Freizeit und gute Freizeitgestaltung hat in dem Sinn einen Wert an sich. Wir glauben auch, dass das ein Schatz für das Erwachsenwerden ist, wenn Kinder und Jugendliche gute Freizeit erleben können. Es ist aber auch die Grundlage für Beziehung und für Hilfe und Unterstützungsmöglichkeiten in schwierigen Phasen von Kindern und Jugendlichen, weil man eben, ganz egal,

 

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