Gemeinderat, 16. Sitzung vom 23.06.2026, Wörtliches Protokoll - Seite 15 von 118
und Herren. Stimmen Sie diesem wichtigen Antrag zu! - Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Vorsitzende GRin Dr. Jennifer Kickert: Bevor ich den nächsten Redner aufrufe, begrüße ich die Schülerinnen und Schüler der Vienna Business School, in nehme an, so wie gestern, Hamerlingplatz. - Herzlich willkommen im Gemeinderat! (Allgemeiner Beifall.)
Wir sind gerade beim Rechnungsabschluss und bei der Beratung der Geschäftsgruppe für Bildung, Jugend, Integration, Transparenz und Märkte.
Als Nächster zu Wort gemeldet ist GR Burian. Selbst gewählte Redezeit ist acht Minuten, die ich hiermit einstelle. - Sie sind am Wort.
GR Mag. Lukas Burian (NEOS): Vielen herzlichen Dank, Frau Vorsitzende. - Sehr geehrte Frau Vizebürgermeisterin!
Vielleicht ganz kurz: Ich finde es wirklich großartig, hier heute das Bekenntnis der Kollegin Hungerländer zur LGBTQIA-plus-Kampagne-Medienausgaben zu haben. Wir werden in der Community überlegen, ob wir nicht einfach noch den Buchstaben H für Hungerländer hinzunehmen. Wir lassen Sie das dann auf alle Fälle wissen.
Ein zweiter Punkt noch, vielleicht zum Kollegen Blind, weil er vorher erwähnt hat, dass das nicht zusammengeht, dass man Planstellen aufstockt, wenn Personal nicht vorhanden ist. (Zwischenruf von GR Armin Blind.) Ich glaube, das ist ein Klarbild davon, wie man vorausschauend in die Zukunft arbeitet, gerade wenn es einen Mehrbedarf an ElementarpädagogInnen gibt. Also so einen Schmarrn habe ich wirklich schon lange nicht mehr gehört. Das muss man auch noch einmal sagen. (Beifall bei NEOS und SPÖ.)
Frau Kollegin Hungerländer, Deutschförderung hier nicht zu erwähnen, wenn der schwarze Bildungsminister jahrelang die Deckelung nicht abgeschafft hat, ist dann auch relativ mutig; muss man an der Stelle sagen. (Beifall bei NEOS und SPÖ.)
Aber ich möchte heute wirklich gerne über andere Dinge sprechen - und zwar über Kinder und Jugend. Im Bereich Kinder und Jugend geht es um mehr als Zahlen, es geht darum, ob junge Menschen in dieser Stadt konkrete Angebote haben und Familien im Alltag entlastet werden. Es geht darum, dass Kinder und Jugendliche Räume finden, in denen sie lernen, mitreden, ausprobieren, wachsen und Unterstützung bekommen. Genau deshalb lohnt sich, wie jedes Jahr, ein genauer Blick auf die MA 13. Sie zeigt sehr konkret, was moderne Kinder- und Jugendpolitik in Wien bedeutet - Bildung, Freizeitbeteiligung, Demokratiearbeit, Medienkompetenz, Kultur und soziale Unterstützung.
Das bringt mich gleich zu den Summer City Camps: Letztes Jahr gab es an 35 Standorten rund 34 500 Plätze. Besonders wichtig ist, wir haben hierbei die Plätze für Kinder mit Behinderungen um 1 040 Plätze bei einer Steigerung von 27 Prozent ausgebaut. Das ist eine ganz konkrete Entlastung für Familien, das ist Vereinbarkeit. Es ist ein Sommerangebot, das Kindern Gemeinschaft, Bewegung, Lernen und Erlebnisse ermöglicht. Umgesetzt wird das mit großartigen Partnern wie "Hi Jump" als zentralem Träger. Genau das ist wichtig. Gute Kinder- und Jugendpolitik entsteht nicht durch Beschlüsse, sondern sie entsteht durch professionelle Umsetzung vor Ort. (Beifall bei den NEOS sowie von GRin Safak Akcay und GR Mag. Dr. Michael Trinko.)
Ein weiteres Beispiel sind die Wiener Bildungschancen. 4,4 Millionen EUR standen den Wiener Pflichtschulen im Schuljahr 2024/2025 zur Verfügung, damit Schülerinnen und Schüler externe Angebote kostenlos nutzen können - Kunst, Kultur, Sport, Gesundheit, Natur, Umwelt, Technik, Wissenschaft, digitale Bildung und Medienpädagogik. Das ist Chancenfairness in der Praxis. Zusätzliche Bildung darf nicht davon abhängig sein, ob Eltern sie privat bezahlen können. Die Wiener Bildungschancen öffnen Türen für Kinder, die sonst vielleicht nicht zu diesen Angeboten kommen würden. Abgewickelt wird das Ganze von dem großartigen Trägerverein WIENXTRA. Daran sieht man sehr gut, welche Rolle WIENXTRA in dieser Stadt als Drehscheibe, als Zugangspunkt, als Übersetzer zwischen Stadt, Schulen und den Angeboten beziehungsweise den jungen Menschen spielt. WIENXTRA ist nicht nur einfach ein Freizeitangebot. WIENXTRA ist tatsächlich eine Infrastruktur für junge Menschen. Das Ramba Zamba Riesenspielfest, das Landesfinale des Jugendredewettbewerbes, Sunset Cinema seit letztem Jahr machen sichtbar, wie vielfältig Kinder- und Jugendpolitik in Wien ist. Das sind Angebote, die Kinder und Jugendliche direkt erreichen - im Rathaus, im öffentlichen Raum, in der Freizeit, in der Kultur, in der politischen Bildung. Und genau an dieser Stelle gehört eben auch die offene Kinder- und Jugendarbeit stark gemacht.
2025 war auch ein besonderes Jahr, denn es war 75 Jahre Wiener Jugendarbeit. Das ist nicht nur ein Jubiläum, sondern auch eine Erinnerung daran, warum Jugendarbeit in Wien so wichtig ist. Sie ist Demokratiearbeit, Beziehungsarbeit, Prävention und eben auch soziale Infrastruktur. Wir reden über mehr als 350 regelmäßig besuchte Orte im öffentlichen Raum, über Jugendtreffs, wie jenen zum Beispiel in Penzing, der gerade 20. Geburtstag gefeiert hat, und über 160 betreute Parks, über Angebote wie die Skatehalle, oder - wir haben es dieses Jahr auch schon öfter gehört - über das Kinder- und Jugendparlament - und natürlich immer über die rund 800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der offenen Kinder- und Jugendarbeit, die täglich unverzichtbare Arbeit für unsere Stadt leisten. (Beifall bei den NEOS und von GRin Safak Akcay.)
Die Struktur hat starke Träger wie den Verein Wiener Jugendzentren, Back Bone, Balu, Cult und viele andere, aber im Mittelpunkt stehen nicht die Organisationsnamen, sondern es geht immer auch um die Wirkung. Jugendliche finden Räume, Beziehungen, Unterstützung, Konfliktbegleitung, Beteiligung und Orientierung. Gerade der Verein Wiener Jugendzentren zeigt, wie langfristig diese Arbeit in Wien verankert ist. Letztes Jahr wurde ein Jahr Fachstelle Demokratie gefeiert, aber auch zum Beispiel 50 Jahre - das muss man sich einmal vorstellen, 50 Jahre! - Jugendzentrum Hirschstetten. Das ist mehr als ein Jubiläum. Es zeigt, dass Jugendarbeit in Wien über Jahrzehnte Vertrauen schafft und Menschen im
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