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Gemeinderat, 16. Sitzung vom 23.06.2026, Wörtliches Protokoll  -  Seite 5 von 118

 

Ich möchte in dieser Debatte ein bisschen daran anknüpfen, wo wir gestern stehen geblieben sind und worüber wir auch schon gestern, gerade auch in der Generaldebatte, einiges gehört haben. Ich möchte - das hat mir mein Vorredner ein bisschen vorweggenommen - natürlich vor allem mit dem Kindergarten, mit dem elementarpädagogischen Bereich beginnen, und das sehr bewusst, weil der Kindergarten die erste, wenn nicht sogar die wichtigste Bildungseinrichtung im Leben eines Menschen ist, sehr geehrte Damen und Herren. Diese Wichtigkeit, diese Priorität lässt sich auch an diesem Rechnungsabschluss sehen, weil wir knapp 1,2 Milliarden EUR dafür investieren und in Verwendung haben. Das ist etwas, das sich wirklich sehen lassen kann, sehr geehrte Damen und Herren. (Beifall bei den NEOS sowie von GRin Safak Akcay und GR Mag. Dr. Michael Trinko.)

 

Wenn wir sagen, dass der Kindergarten die erste Bildungseinrichtung ist, dann heißt das nicht nur, dass wir den Kindergarten an die Gegebenheiten der heutigen Zeit anpassen müssen, sondern dass wir ihn auch nachhaltig in die Zukunft führen müssen, weil - und das hat meine Klubobfrau zum Beispiel gestern gesagt, aber viele andere auch - die Menschen unser Kapital sind, in das wir gerade hier investieren müssen. Das heißt, wir arbeiten an einem Kindergarten - und das möchte ich hier vorwegstellen -, der die Kinder bestmöglich individuell fördert, an einem Kindergarten, in dem die bestausgebildeten Pädagoginnen und Pädagogen wissen, warum sie eigentlich in diesen Job gegangen sind, da sie sich dort nicht mit irgendwelchen Listen im Hinterkammerl beschäftigen, sondern eben mit den Kindern. Wir arbeiten an einem Kindergarten, in dem sie diese Freude auch spüren können, in dem es kleine Gruppen gibt, in dem diese individuelle Förderung überhaupt möglich ist, in dem auch alle gut auf die Schule vorbereitet werden und wo alle, nicht nur der Kindergarten mit den Pädagoginnen und Pädagogen und den Kindern, sondern natürlich auch die Eltern, die anderen Bezugspersonen, gemeinsam an einem Strang ziehen. Daran, sehr geehrte Damen und Herren, arbeiten wir. (Beifall bei den NEOS sowie von GRin Mag. Stefanie Vasold und GRin Sara do Amaral Tavares da Costa. - GR Armin Blind: Bringen Sie Ergebnisse auch einmal irgendwann?)

 

VBgm.in Emmerling hat - das wurde schon angesprochen, auch schon gestern - den Reformprozess "Kindergarten neu denken" deshalb auch gestartet, bei dem - und das möchte ich in Abrede stellen, so wie es gestern auch geheißen hat - nicht aufs Klein-klein, auf Einzelmaßnahmen geschaut wird, sondern gerade bei diesem Prozess auf das große Ganze, wo wir grundlegend umkrempeln und wo wir uns ganz genau die Art und Weise, wie Elementarpädagogik und die elementarpädagogischen Einrichtungen in Wien funktionieren sollen, anschauen wollen, auch verändern wollen. Dabei greifen wir drei große Bereiche an.

 

Der erste ist der pädagogische Rahmen. Welche Prämissen tragen uns hier? - Erstens, Kinder noch individueller zu fördern, und zweitens, das pädagogische Personal zugleich zu entlasten. Das ist auch etwas, das wir natürlich wissen, aber wir haben noch einmal ganz konkret, ganz zielgerichtet in der Umfrage nachgefragt, was die Herausforderungen sind, auch wissend, dass gerade der Fachkräftemangel und diese Belastung hier, wo wir nach Lösungen suchen, um diese zu implementieren, eben der große Schlüssel sind. Das heißt, wir wollen auf der einen Seite den Kindergarten für neue Berufsgruppenexpertisen öffnen, um die beste Bildung für unsere Kinder zu ermöglichen, und auf der anderen Seite eben diese Selbstwirksamkeit, die Weiterentwicklung auch von Pädagoginnen und Pädagogen ermöglichen. Und genau das setzen wir auch an.

 

Zweitens, neben dem pädagogischen Rahmen das Fördersystem: Hierzu gibt es auch einige Anträge, und ich möchte das hier auch noch einmal ganz klar unterstrichen wissen: Wir werden dieses Fördersystem so umfassend modernisieren, dass diese Leitung, diese Steuerung, die es für eine durchgehend qualitätsvolle Elementarbildung braucht, gewährleistet wird. Man muss aber offen und ehrlich sagen, dass es da wirklich Herausforderungen gibt, bei aller bunter, vielfältiger Landschaft, die es schönerweise auch gibt. Das heißt, wir arbeiten an der Konzeption einer komplett neuen und tragfähigen Förderstruktur, die innerhalb eines sehr eng umwobenen Rahmens klare Ziele setzt. Und das ist gut so, sehr geehrte Damen und Herren. (Beifall bei NEOS und SPÖ.)

 

Was spielt da natürlich eine Rolle, wenn ich sage, dieser eng umwobene Rahmen, innerhalb dessen man sich dann bewegt? - Es sind zwei Dinge, die uns ganz besonders am Herzen liegen - und das ist etwas, das uns alle, glaube ich, irgendwo auch als gemeinsamer Nenner verbindet -, nämlich einerseits die Sprachförderung, wo wir dann auch ganz genau darauf schauen müssen, dass das funktioniert, und andererseits, dass Inklusion wirklich gelebt wird und kein Schlagwort bleibt, sondern wirklich ein verständlicher, absolut natürlicher Alltag auch im Kindergarten ist. Das sind unsere zwei großen Ziele, wenn es um die Reformierung dieses Systems geht. (Beifall bei den NEOS sowie von GRin Safak Akcay und GR Mag. Josef Taucher.)

 

Bei einer so umfassenden Veränderung braucht es natürlich auch eine Anpassung der Verwaltungsstrukturen, und das ist das Dritte, was uns hier leiten wird. Dazu gehört zum Beispiel besserer Datentransfer, aber auch grundsätzlich eine effiziente und moderne Verwaltung mit einer effektiven Kontrolle und Steuerung, damit auch das, was wir machen, und das, was wir wollen, wirklich dort ankommt, wo es hingehört, nämlich bei den Kindern. Das heißt, all das leitet uns.

 

Was sind daher die ersten Schritte? - Es wurde schon angesprochen, es ist erstens der Stufenplan zur Reduzierung der Gruppengröße, wo wir Meilen gehen wollen. Zweitens: Deutsch im Fokus. Das ist etwas, was ich ein bisschen ausführen möchte, weil das etwas ist, was ich auch ganz oft von Expertinnen und Experten höre. Über 40 Prozent Kinder mit nicht deutscher Alltagssprache in einer Gruppe. Da wird die Sprachförderung schon aus einer natürlichen Sache heraus schwierig. Deshalb ist es mehr als nur begrüßenswert, dass wir

 

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